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Tipps und Kniffe rund um das Aquarium

Zierfischforum.at - TrickkisteEinrichtungstipps

Mit einigen Tricks und Kniffen kann man sich das "Aquarianerleben" erheblich erleichtern und vereinfachen.
Vieles ist mit einfachen Hausmitteln herzustellen und muss nicht erst teuer erworben werden.

[1] Aquarium übersiedeln
[2] Neuen Filter mit Bakterien impfen
[3] Terrasse fürs Aquarium selber bauen


Aquarium übersiedeln - wie?

Was mach ich nur mit meinen Aquariumfischen, wenn ich mal mit dem Aquarium übersiedeln muss? Wie stell ich das am Besten an?
Hier ein paar bewährte Lösungsvorschläge, die ich selber ausprobiert habe und die Ihnen - wenn Sie die Übersiedelung planen - viel Stress ersparen können.

Einfache Methode:
In der neuen Wohnung ein neues Becken eingerichten, "einfahren" lassen und die Fische nach 1-2 Wochen übersiedeln.

Service-Methode:
Beim Zoo-Händler oder bei Freunden fragen, ob für die Dauer der Übersiedelung ein Becken mit Technik gemietet oder geliehen werden kann. Wenns möglich ist: das Becken daheim aufstellen, den alten, eingefahrenen Filter + Heizer installieren, Wasser vom alten Becken ins Leihaquarium umfüllen, Fische umsetzen.

Das Leihaquarium kann ruhig auf dem Boden (mit Unterlage) stehen, ist ja nur eine Übergangslösung. Eine Einrichtung mit Kies oder Pflanzen kann man sich sparen, Versteckmöglichkeiten bei territorialen Fischen müssen aber bleiben.

Das alte Aquarium auf dem neuen Standplatz aufstellen, den (alten oder neuen) gewaschenen Kies reingeben, Pflanzen einsetzen, mit Frischwasser befüllen, die (geliehene) Technik, also: Filter, Heizer, ev. Luftpumpe, installieren. Wasseraufbereiter zugeben, nitrifizierende Bakterien zugeben und das ganze mindestens einen Tag ohne Fische laufen lassen.
Am nächsten Tag das "alte" Aquarium entleeren, die "alte" Technik im Aquarium-Neu installieren, Temperatur prüfen und die Fische einsetzen.
In den nächsten Tagen und Wochen UNBEDINGT den Nitritwert kontrollieren!

Transport der Fische:
Wenn Sie um den genauen Zeitpunkt der Übersiedelung bescheid wissen füttern Sie die Fische bitte einen Tag vorher nicht mehr, um eine unnötige Belastung des Transportwassers durch "Stresskotung" zu vermeiden.

1. Transport der Fische in Beuteln:
Gibts im Zoo-Fachhandel zu kaufen; je nach Grösse der Tiere nicht mehr als 10 Fische in einen Beutel geben.
Territoriale oder unverträgliche Arten werden einzeln verpackt. Damit sollte eine Transportzeit von etwa 2 Stunden kein Problem sein (im Hochsommer/Winter auf die Temperaturen achten!). Die Beutel werden DUNKEL in Styroporkisten, Tüten oder Schachteln transportiert. Grund: bei Dunkelheit reduzieren die Fische ihren Stoffwechsel und verbrauchen weniger Sauerstoff.
Discusfische, grosse Welse oder Buntbarsche werden in Beuteln transportiert, die doppelt genommen werden. D.h: zwei Beutel werden ineinander gesteckt und einzeln oder doppelt mit Gummiringen verschlossen.
Grund: die spitzen Rückenflossenstrahlen bzw. Brustflossenstacheln der Fische könnten sonst durch den einzeln genommen Beutel stechen und diesen auslaufen lassen.

Transportzeiten über etwa 2 Stunden:

Bereiten Sie Transportwasser vor, indem man Leitungswasser in Kübeln etwa 3 Tage abstehen lässt und mit einem Stabheizer temperiert. kann - Zum raschen Erwärmen des zimmerwarmen Wassers kann man auch heisses Wasser verwenden. Man kann in dieses Transportwasser einige Tropfen Wasseraufbereiter geben, der die Schleimhaut der Fische schützt. Von vorbeugender Medikamentierung im Beutel (gegen was eigentlich?) rate ich ab.
Wenns schnell gehen muss kann man die Tiere auch in derart aufbereitetem Transportwasser halten: 50 % Aquariumwasser, 50 % frisches temperiertes Leitungswasser + ein paar Tropfen Wasseraufbereiter.

Das Einsetzen ins Aquarium nehmen Sie dann so vor, als hätte man die Fische eben erst im Zoo-Geschäft erworben. Also: Temperaturangleich + Angleich der Wasserqualitäten vornehmen. Das Transportwasser können Sie diesmal ausnahmsweise mit ins Becken geben, weil ja keine "Neuen" ins Aquarium kommen. Nachdem es aber einiges an abgesondertem Urin+Kot+Schleimhaut+Stresshormone enthält würde ichs besser wegschütten. Also: die Fische mit einem Netz oder mit der Hand (Welse!) aus dem Beutel nehmen und vorsichtig einsetzen.

2. Transport der Fische in Kübeln:
Kübel mit Deckel (Lebensmittelecht!) im Baumarkt besorgen. Der Deckel soll verhindern, dass die Fische während des Transportes herausspringen. Wenn kein Kübel zur Verfügung steht kann man auch eine Plastiktragetasche aufschneiden und mit Klebeband über den Kübelrand fest umwickeln. Als Transportwasser abgestandenes, temperiertes Leitungswasser oder ein "rasch" hergestelltes (50:50) - wie bei der Beutelmethode beschrieben - verwenden.
Je nach dem wie lange die Fische unterwegs sind können mit dieser Methode, abhängig von der Grösse, bis 25 Fische pro Kübel transportiert werden.

Das Einsetzen der Fische nimmt man dann so vor: 50 % des Kübelwassers (Transportwasser) ausleeren und mit Aquariumwasser "NEU" (dem Aquarium entnehmen, am Besten mit einem Schlauch) auffüllen. Dann 10 Minuten warten und die gleiche Prozedur wiederholen. Nach weiteren 10 Minuten kann man die Fische mit dem Netz oder mit der Hand herausfangen und ins Aquarium geben. Wasseraufbereiter zugeben! Nitritwerte die nächsten Tage und Wochen kontrollieren!

Discusfische, Scalare, Uaru oder andere Fische mit grosser Oberfläche werden so transportiert: in den Kübel eine Plastiktragetasche geben (normale Plastik-Einkaufstüte). Dann das temperierte Transportwasser bis 2/3 des Kübelvolumens IN die Tüte füllen. Dann die Fische einsetzen und - wenn man keinen Deckel für seinen Kübel hat - oben wie beim Fischtransportbeutel (aufgeblasen) gut verschnüren.
Grund: Discusfische scheuern sich oft die Schleimhaut an den rauhen Kübelwänden ab und sehen dann "zerkratzt" aus. Die Plastiktasche verhindert diese Schleimhautverletzungen.

Gut zum Transportieren von Zierfischen eignen sich auch Kühlboxen. Sie sind stabil, haben einen Deckel und isolieren im Winter gut gegen Wärmeverlust, im Sommer gut gegen "Überhitzung" im zu warmen Auto.

VON DER VERWENDUNG VON SAUERSTOFFTABLETTEN WÄHREND DES TRANSPORTES WIRD ABGERATEN: In den Beuteln und Kübeln kann es zu Verätzungen der Kiemen oder Fischschleimhaut kommen! Die Tabletten (z.B. Hobby OXYLETTEN) lassen sich auf die geringe Wassermenge nur schwer dosieren.

Als Transporthilfe könnte man über längere Strecken auch batteriebetriebene Luftpumpen (oder Kompressoren für den Zigarettenanzünder) zum Belüften der Fischtransportbehälter verwenden. Auch die Mitnahme von "frischem", abgestandenem Transportwasser ist eine Möglichkeit, die Fische vor dem Ersticken in den Beuteln zu bewahren. Wenns dramatisch wird und die Fische schon an der Wasseroberfläche hängen oder zu torkeln beginnen: sofort zum nächsten Wasserhahn und 70 % des Transportwassers gegen frisches, temperiertes Wasser austauschen. Das belastet zwar die Fische ganz erheblich, sichert aber (in den meisten Fällen) das Überleben der Tiere.

WICHTIG: Nach jeder grösseren Übersiedelungsaktion besteht die Gefahr, dass sich als Folge des Stresses Krankheiten ausbreiten können. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, dass das nicht ausgerechnet am Wochenende passiert, decken Sie sich VOR der Übersiedelung mit den wichtigsten Präparaten (eins gegen Ichtyopthirius multifiliis, eins gegen Oodinium und ein antibakterielles Präparat) ein.
Wie bei jeder Neueinrichtung, und bei einer Übersiedelung mit Kiesreinigung- oder Kiesaustausch handelt es sich de fakto um eine solche, muss in der Folge der Nitritgehalt überprüft werden.

Diese Vorgangsweise kann übrigens auch ohne Probleme angewandt werden, wenn mal eine "Jahrhundertreinigung" mit kompletter Entleerung des Beckens oder ein Kieswechsel ansteht.

 "Schnelle"-Methode:
Man hat KEIN Leihaquarium bekommen oder konnte sich keines kaufen und der Umzug muss innerhalb eines Tages abgewickelt werden: was tun? In dem Fall wirds allerdings stressig, sowohl für die Fische als auch für Sie.

Gehen Sie nach folgender Methode vor: Beispiel für ein 112 Liter Aquarium

1. Sichern von mindestens 1/4 des alten Aquariumwassers in Kübeln (bei einem 112 Liter Aquarium sind das 3 Kübel oder ca. 30 Liter Wasser)
2. Abbau des Aquariums
3. Transport der Fische, aufgeteilt auf die 3 Kübel. Bei längeren Fahrtzeiten: Kübel belüften, Austausch-Transportwasser mitnehmen
4. Aufstellen des Aquariums am neuen Standort
5. Sammeln der Fische in einem Kübel
6. Das Transportwasser der 2 anderen Kübel ins Aquarium giessen. Den gewaschenen Kies haben Sie schon vorher reingegeben!
7. Das Aquarium ist nun zu etwa 1/5 gefüllt. Jetzt die Fische ins Aquarium geben.
8. Das Wasser des letzten Kübels ins Aquarium giessen. Das Aquarium ist nun zu 1/4 gefüllt
9. Das Aquarium mit temperiertem Leitungswasser (frisch aus der Leitung) bis zur Hälfte auffüllen. Am besten wärs wenn man dafür bereits in der neuen Wohnung abgestandenes Wasser zur Verfügung hätte, das einige Tage abstehen konnte.
10. Filter und Heizer nach Gebrauchsanweisung installieren und das halbvolle Aquarium einmal 2 Stunden "laufen" lassen. In der Zwischenzeit können die Pflanzen eingesetzt werden. Wichtig: geben Sie reichlich Wasseraufbereiter ins Aquarium, um Krankheiten vorzubeugen und die Schleimhäute der Fische zu schützen!
Bitte reinigen Sie den normal verschmutzten Filter NICHTvor oder während des Umzuges! Sonst könnte ein massives Nitritproblem die Folge sein.
11. Nach 2 Stunden füllen Sie das bisher halbvolle Aquarium um ein weiteres Viertel auf.
12. Nach einer weiteren Stunde Wartezeit kann das Aquarium bis zu seiner max. Füllhöhe aufgefüllt werden.

Warum diese umständliche Prozedur?
Die Fische müssen sich in dieser Zeit an die neuen Wasserwerte gewöhnen.
Das agressive Leitungswasser muss in dieser Zeit vom Filter "durchgearbeitet" werden. Die im Leitungswasser unter Druck gelöste Luft entweicht in dieser Zeit, man kann das gut an den Luftblasen sehen, die sich an den Aquariumscheiben absetzen.
Bitte beachten, dass empfindliche Zierfische bei dieser Prozedur möglicherweise Schaden nehmen könnten.

Wenn Sie Wasserwechsel bisher immer in grossen Abständen und kleinen Mengen vorgenommen haben, z.B. monatlich 1/4 oder weniger, sollte diese "Radikalkur" NICHT vorgenommen werden. In diesem Fall könnten die Zierfische tatsächlich schwer geschädigt werden.
Die "Schnelle Methode" der Übersiedelung von Zierfischen mit grossen Frischwassermengen sollte wirklich nur im Notfall durchgeführt werden. Nehmen Sie dann in jedem Fall soviel Wasser wie möglich vom alten Aquarium mit.
Bei der Übersiedelung von Meerwasseraquarien ist nur die Methode mit dem bereits eingelaufenen Aquarium bzw. der Übersiedelung von möglichst viel Altwasser möglich.


Neuen Filter bzw. Aquarium mit Bakterien impfen

Wenn man sich entschliesst, sein Aquarium gegen ein grösseres Auszutauschen, steht man immer vor einem Problem: wie komm ich (bzw. die Fische) möglichst heil um den Nitrit-Peak herum?
Man kann natürlich einen Nitrit-Peak im neuen Becken provozieren, indem im (fischlosen) Becken täglich entsprechend der Menge des geplanten Fischbesatzes gefüttert wird. Dieses 'Füttern des Aquariumwassers' bringt rasch einmal einen erheblichen Nitrit-Peak, den es dann eigentlich nur noch abzuwarten gilt (Nitrit-Test). Sind Nitrit und Ammoniak nicht mehr nachweisbar, können die Fische gefahrlos vom alten ins neue Becken umgesetzt werden. Futterreste in der 'Futterphase' trotzdem nach einigen Stunden absaugen, damit Schimmelwachstum reduziert wird. Die Methode funktioniert auch, wenn schon Pflanzen im Becken enthalten sind.

Das neue Aquarium kann auch sehr gut mit Bakterien aus dem alten Aquarium geimpft werden, wenn man einige handvoll 'schmutzigen' Aquariumkies unter den neuen Kies mischt. Grössere Mengen würde ich nicht mit übersiedeln, man könnte sich sonst möglicherweise ausgefallene Eisen-III-Phosphate oder Kupfercarbonate mit ins neue Becken schleppen, die dann vielleicht dort Probleme machen.

Das Aquarium selber lässt sich mit sogenannten 'Aquariumstartern' biologisch vorbereiten. Dafür gibt es von den verschiedenen Herstellern alle möglichen Produkte, ich zähle mal ohne Wertung auf: JBL Denitrol, sera nitrivec, Amtra Clean, Tetra Bactozym, Dennerle Impfperlen, Dennerle Klarwasser-Filterbakterien etc.
Die in den Präparaten enthaltenen Bakterien bzw. Bakteriensporen leben im Aquarium wieder auf und beschleunigen tatsächlich den Aufbau der neuen Bakterienkulturen im Becken. Nur - einen gewissen Nitrit-Peak können sie nicht verhindern. Darauf sollte man auch bei Verwendung dieser Mittelchen achten.
Die Verwendung von Altwasser bringt eigentlich in der Hinsicht kaum einen positiven Effekt: die nützlichen nitrifizierenden Bakterien arbeiten hauptsächlich substratgebunden, also im Filter, Kies, Dekoration. Besser wärs da schon, wenn man reichlich Filterschlamm aus dem alten Aquariumfilter in den neuen gibt. Dann könnte man sich diese Aquariumstarter ohne Bedenken sparen. Ein weiterer Vorteil dieser Methode: man impft sein neues Becken auch gleich mit Ein- und Vielzellern und Würmern, die ebenfalls sehr wichtige Aufgaben im Aquarium (Mineralisation) haben.

Für die Fische ist allerdings beim Übersiedeln von Vorteil, wenn sie das 'bekannte' Wasser in der gleichen chemischen und physikalischen Zusammensetzung erhalten.


Terrasse fürs Aquarium selber bauen

Terrassen fürs Aquarium kann man sich für recht wenig Geld selber bauen. Man muss dazu nicht auf Natursteine zurückgreifen, die unterschiedlich hoch sind und dann den Kies an der tiefsten Stelle wieder rausrieseln lassen - Glasstreifen heisst das Zauberwort. Man benötigt dafür je nach Aquarium-Größe 5-6 mm Flachglas. Je nach Höhe der Terrassen werden Streifen mit 10-12 cm Höhe geschnitten. 10 cm sollten die Streifen schon hoch sein, man muss ja berücksichtigen, dass die Scheiben an der Bodenscheibe des Aquariums fundiert sind und davor noch die Kieshöhe von 5-8 cm kommt. Unter 10 cm Höhe ist der Terrasseneffekt zu gering, es sieht dann nicht besonders attraktiv aus.

Benötigte Werkzeuge und Materialien für den Terrassenbau
Benötigte Materialien und Werkzeuge:

- Glasschneider

- Glasstreifen 5-6 mm Stärke oder 5 mm Plexiglas
- Aquariumsilikon (schwarz oder transparent); für eine Terrasse in einem 80 cm Aquarium ist eine grosse Kartusche erforderlich!

- Malerspachel zum Verstreichen des Silikons

- Filzstift zum Markieren der Klebepunkte im Aquarium

- Kies, Bambusstäbchen oder dünne Schieferplatten zum Dekorieren der Glasstreifen



Arbeitsschritte:

Silikon auftragen

Silikon verstreichen

Kies auftragen

Kies andrücken

Rand bestreichen

Der obere Rand muss auch mit Kies bestreut werden

Verschiedene Aquariumkiese können verwendet werden

unteren Glasrand abziehen

 

Von links oben nach rechts unten:

1. Nach dem Zuschneiden des Flachglases (Kanten entgraten!) wird das Silikon aufgetragen. Nur Aquariumsilikon verwenden, kein Sanitärsilikon (Vergiftungsgefahr für die Fische!). Anstelle von schwarzem Silikon kann auch transprarentes Silikon verwendet werden, z.B. an den Rändern der Terrasse zur Seitenscheibe, damit man keine allzu störenden Klebestellen sieht.

2. Verstreichen des Silikons auf den Glasstreifen mit einer Malerspachtel. Der Kleber muss etwa 1/2 bis 1 mm dick aufgetragen werden, je nach dem, wie grob der Kies ist, der aufgestreut wird. Bei Verwendung von klein gebrochenen Schieferplatten oder Bambusstäbchen können auch stärkere Klebepunkte gesetzt werden, die Zwischenräume dann mit feinem Sand bestreut werden.

3. In der 'Streukiste' (eine Schachtel genügt) wird die bestrichene Platte mit dem Kies Deiner Wahl bestreut.

4. Danach den Kies sorgfältig andrücken, um genügend Kontak zu erhalten.

5. Nach dem Trocknen der Scheiben (am nächsten Tag) wird der obere Rand der Glasstreifen mit Silikon bestrichen und ...

6. ... anschliessend ebenfalls mit Kies bestreut. Wenn der im Aquarium verwendete Kies von einer anderen Farbe oder Körnung ist, kann man auch diesen verwenden, um einen möglichst unauffälligen Übergang von der aufgefüllten Kiesfläche zur Oberkante der Terrasse zu erhalten.

7. Im Bild sieht man die Terrasse beispielhaft zur Häflte mit 2-3 mm Standard Aquarium-Kies und 2-3 mm 'Japan-Mix'-Kies bestreut.

8. Der untere Rand des Glasstreifens stellt die Klebefläche zum Beckenboden dar. Kleberreste vom Vortag müssen mit der Spachtel abgezogen werden, um eine saubere und sichere Klebeverbindung mit dem Aquariumglas herzustellen.

9. (o.B.) Anschliessend werden die Glasstreifen im Becken verklebt. Dazu an der angefertigten Markierung am Beckenboden (Verlauf der künftigen Terrasse) und an den Seitenwänden eine ordentliche Spur Silikon auftragen und die Glasstreifen aufsetzen. An den Kanten der Terrasse, die aneinandergefügt werden, ebenfalls Silikon aufbringen. Die Teile im Becken beidseitig mit Bierflaschen stützen und das hervorgequollene Silikon ebenfalls mit Kies bestreuseln, damit es später nicht störend wirkt. Zu diesem Zeitpunkt NICHT versuchen, das feuchte Silikon zu entfernen - das würde nur hässliche Schmierflecken geben! Nach dem Trocknen können überschüssige Reste ganz einfach und sauber mit einer Rasierklinge spurenfrei abgezogen werden.

10. Bei grösseren Terrassenteilen kann man noch eine Stütze anbringen, damit sich das Glas nicht biegt, obwohl das nicht unbedingt notwendig ist, wenn das Glas stark genug gewählt wurde (ab 5 mm). Dann darauf achten, dass diese Stütze niedriger ist als die Terrasse selber, damit sie nicht oben aus dem Kies ragt. Bei Verwendung von Plexiglas sind mehrere dieser Stützen erforderlich, sonst biegt sich die Konstruktion und ist nicht richtig stabil. Glas ist IMO besser für diesen Zweck geeignet, es können aber auch zugeschnittene Granitplatten oder hübsche naturbarbenen Fliesen verwendet werden.

11. Aushärtezeit: das Silikon mindestens 3 Tage aushärten lassen. Die Klebearbeiten unbedingt in einem gut belüfteten Zimmer oder in der Garage durchführen, die Essigsäure im Kleber stinkt wirklich zum Himmel!

12. Fertig! Kies einbringen, Becken füllen, Bierflaschen leeren!

Die fertige Terrasse ins Becken geklebt, von oben:

Terrasse im Aquarium 



Weitere nützliche Tipps beim Anlegen der Terrasse:

In der Terrasse keinen Initialdünger verwenden bzw. nur, wenn ein Heizkabel zur Verfügung steht. Es könnte sonst durch das stehende Wasser und die Schütthöhe von 10 cm zu Fäulnisprozessen kommen. Als gute Alternative dazu können in diesem Bereich Laterit-Düngekugeln eingesetzt werden.
Bei sehr hohen Terrassen (> 12 cm) ist es vorteilhaft, die Glasteile nicht plan auf dem Beckenboden zu verkleben, sondern Klebepunkte anzubringen, auf die die Terrasse dann gesetzt wird. Die Punkte müssen am Vortag auf dem Beckenboden in der Verlaufslinie der späteren Terrasse angebracht werden. Nach dem Aushärten werden die Glasteile dann grosszügig mit Klebepunkten (keine abdichtende Klebespur ziehen!) mit dem Beckenboden verklebt, Stützen zum Erhalt der Stabilität sind dann notwendig. Statt der Klebepunkte können auch Glasreste (Streifen) auf den Beckenboden geklebt werden, die Stabilität der späteren Terrasse ist dann besser. Sinn dieser Übrung ist es, einen Wasseraustausch zwischen der Terrasse und dem restlichen Aquarium sicherzustellen (Kriechwasser, Bodenwasser) und 'Totwasserstellen' im Becken zu vermeiden.
Die unteren 2/3 der Terrasse können ruhig mit einem etwas gröberen Aquariumkies aufgefüllt werden (3-4 mm), man erhält dann einen besseren Wasseraustausch. Sand (0-1 mm) ist zum Auffüllen der Terrasse nicht geeignet, bei Füllhöhen von 8 cm oder mehr ohne Verwendung eines Heizkabels besteht die Gefahr, dass es zu Fäulnisprozessen kommt.
Die Verklebung der Terrasse mit den Seitenscheiben sollte ebenfalls genau erfolgen, auch wenns von aussen nicht besonders gut aussieht; man erreicht damit eine wesentlich bessere Stabilität der Gesamtkonstruktion, verhindert, dass Kies von der Terrasse heraus rieselt und vermeidet nebenbei, dass sich Fische in diesen Spalt zwängen und dabei verenden könnten. Eventuell können die Verbindungsflächen an der Aquariumscheibe vorher mit Klebeband abgeklebt werden, um eine saubere Klebenaht zu erhalten. Glätten lässt sich die Verklebung, indem man den Finger in Spülmittel taucht und dann über die Verklebung streift. Seifenwasser ist auch geeignet. Spucke geht auch. Bei den ersten Varianten ist nach dem Trocknen des Silikons das Becken gründlich mit Klarwasser zu spülen, damit Fische und Pflanzen keinen Schaden nehmen.

Einige Beispiele, wie man Terrassen im Aquarium anlegen könnte:

Terrassenformen

Blau: die geplante Terrasse
Türkis: Sonderformen von Terrassen; einmal eine 'doppelte' Terrasse, um damit einen stufenförmigen Anstieg zur Rückscheibe zu erzielen; rechts unten ein Beispiel für eine Terrasse in einem Raumteileraquarium, das von einer Seite die Ansicht einer 'Bucht' erlaubt.
Rot: stützende Glasstreifen festigen die Konstruktion und verhindern bei Terrassen über 80 cm, dass sich das Glas möglicherweise biegt. Bei Verwendung von Plexiglas sind unbedingt mehrere Stützen anzubringen!


Die Terrasse im Aquarium nachgezeichnetAls Beispiel hab ich mal in einem Panorama-Aquarium mit 80x50x60 cm eine Terrasse eingebaut.

Als Rückwand wurde eine Back to Nature eingeklebt. Als kleine Besonderheit sind in der Terrasse mehrere Welshöhlen eingelassen. Dazu wurden ins Plexiglas mit einem Dosenbohrer kreisrunde Löcher ausgeschnitten und in die dann passend PVC-Röhren verklebt.

Das Ende der Röhren wurde mit einem PVC-Plättchen verschlossen, das an der Bodenscheibe verklebt wurde und der 'freischschwebenden' Röhre Halt gibt.










Das fertige Panorama Aquarium mit TerrasseZwei der Röhren wurden zusätzlich an ihrem Ende mit einem PVC-Installationsschlauch verbunden. Dadurch ergibt sich ein U, durch das die Fische schwimmen können.

Im Becken sind Antennenwelse und Netzschmerlen, die diese Höhlen gerne annehmen. Auf dem Bild sind die dunklen Röhreneingänge teilweise von Pflanzen verdeckt und kaum sichtbar, ich hab die ungefähre Position mal rot nachgezeichnet.

Machbar ist alles, nur den Fischen darfs nicht schaden.









06.05.2004

Viel Spaß beim Basteln,
Jürgen


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