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Mexikanische Flohkrebse, Hyalella azteca (Saussure, 1858) – ein wertvolles und einfach zu züchtendes Lebenfutter

von Werner Klotz


Seit einigen Jahren machen Zuchtansätze einer kleinen Gammariden Art unter Aquarianern, die ihre Zierfische regelmäßig mit frischem Lebendfutter versorgen wollen, die Runde.
Wie bei der einfach zu vermehrenden Zwerggarnele Neocaridina denticulata sinensis hat auch hier der deutsche Aquarianer Bernd Posseckert maßgeblich zur Verteilung dieser Flohkrebse beigetragen. Werden den quirligen Tieren entsprechende Lebensbedingungen geboten, können bereits Zuchtansätze in kleinen 5-10 Litern fassenden Miniaquarien erfolgreich für die Lebendfutterzucht verwendet werden.

Hyalella azteca, gelbliche gefärbtes Tier

Abb. Der Mexikanische Flohkrebs, Hyalella azteca


H. aztec
a kommt verbreitet in nord- und mittelamerikanischen Gewässern vor und ernährt sich dort primär von Detritus und verrottenden Pflanzenteilen. Gammariden sind in der Aquaristik seit langem als Trockenfutter für barschartige Fische und Schildkröten beliebt. Daueransätze von lebenden Tieren heimischer Arten wie Gammarus pulex oder Gammarus roeseli scheitern in der Regel nach wenigen Tagen am hohen Sauerstoffbedarf oder am Unvermögen dieser Arten, bei höheren Wassertemperaturen zu überleben.
H. azteca scheint bezüglich dieser Parameter weit weniger anspruchsvoll zu sein, so dass eine dauerhafte Haltung und Vermehrung im Aquarium problemlos möglich ist. Benötigt wird für die Zucht dieser ausgewachsen ca. 7 mm langen Flohkrebse ein kleines Becken ab 5 Litern Inhalt, welches mit Mulm aus einem eingefahrenen Aquarium oder einem natürlichen Gewässer angeimpft wird. Etwas feinfiedrige Pflanzen wie Javamoos oder Riccia und einige welke Blätter geben den Tieren Versteckmöglichkeiten und Nahrungsgrundlage.

Zusätzlich kann mit kleinen Mengen überbrühtem Gemüse, Kaninchenpellets oder Flockenfutter zugefüttert werden. Eine Belüftung oder Filtrierung des Zuchtbeckens ist nicht zwingend erforderlich. Die Tiere entwickeln sich am besten bei Wassertemperaturen zwischen 21 und 28 °C. In beheizten Räumen kann ev. auf eine Heizung im Zuchtbecken verzichtet werden.
In weichem Wasser scheinen Zuchtansätze weit weniger produktiv zu sein, mittelhartes Wasser ab eine KH von ca. 10° ist von Vorteil.

Einige Zeit vor der Paarung packt das etwas größere Männchen ein Weibchen am Rücken und trägt dieses für 1 bis 7 Tage mit sich durch das Becken. Diese Vorbereitung auf die eigentliche Paarung wird als „Präkopula“ bezeichnet. Bei ca. 25 °C dauert die Entwicklung der Eier ca. 11 Tage, bei kühleren Temperaturen deutlich länger (21 Tage bei 16-17 °C). Das Weibchen trägt in dieser Zeit zwischen 9 und 20 Eier. Bereits 3-4 Wochen nach dem Schlupf sind die Jungtiere bereits selbst geschlechtsreif.

Hyalella azteca bei der Paarung

Abb. Flohkrebspärchen bei der Paarung (Präkopula)


© Text, Bilder: Werner Klotz

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