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Probleme mit Bodengrund im Süßwasseraquarium

Von Helmut Dohrmann


In der aquaristischen Literatur gibt es keine einheitliche Bewertung von Bodengründen. Ich kann und will diesen Betrag nur unter dem Aspekt eines Bausachverständigen, meiner guten naturwissenschaftlichen Schulbildung, und auf der Basis meiner Erfahrung als Hobbyaquarianer seit 60 Jahren vortragen. Ich will Wissenschaftlern ihre Kompetenz nicht streitig machen. Es gibt jedoch Bereiche, wo sie sich Scheuklappen zur realen Praxis und zu angrenzenden Wissenschaftsbereichen zugelegt haben, die dem Verbraucher - dem Aquarianer - das Leben und das Verstehen erschweren.

Hinsichtlich der Kultur von Wasserpflanzen gibt es oft Anleitungen zur Wahl eines feinen und lehmhaltigen Bodengrundes („lehmiger Sand“), der „natürlich“ (wieso eigentlich?) irgendwann „verbraucht“ ist, und dann zur vollständigen Räumung des Aquariums führt. Christa Kasselmann z.B. empfiehlt in ihrem ansonsten hervorragenden und sehr empfehlenswerten Werk „Echinodorus“ als Bodengrund einen „lehmhaltigen Sand der Korngröße 0,6 - 1 mm“ zu verwenden.

In der Natur gibt es diesen Sand nicht, und Sie können den nirgends kaufen, weder im Zoogeschäft noch im Baustoffhandel. Im Bauwesen haben wir mit derartigen Ungenauigkeiten wissenschaftlich exakt aufgeräumt, da es nur bei genau ermittelten Kornabstufungen von Kiesen möglich ist, höchste Festigkeiten beim Beton zu erzielen. Die hier genormten Korngrößen für Sande und Kiese sind 0-1, 1-2, 2-4, 4-8, 8-16 und 16-32 mm. Diese Korngrößen können Sie rund um die Welt überall dort erstehen, wo Gütebeton hergestellt wird. Insofern sind diese klaren Abstufungen vorbildlich auch für andere Bereiche der Bodenkunde.

Wenn Sie Sande in der Korngröße nach unten oder oben begrenzen wollen (z.B. 0,6 mm unten und 1,0 mm oben), müssen Sie sieben, denn in der Natur gibt es das nicht. Das geht praktisch bei sämtlichen Sanden unter 2 mm Korngröße nur unter Wasser (daher Baggerseen). Sie aber wollen doch, daß Ihr Sand auch lehmhaltig ist, bzw. bleibt. Lehm = Sand + Ton, und letzterer wird garantiert beim Siebvorgang mit ausgewaschen, weil Ton zu mindestens 40 % aus Mineralbildungen mit Karbonaten, Limonit und Phoshorit mit einem Korndurchmesser von unter 0,005 mm (!!!) besteht, und somit unter Wasser nur langsam sinkende Schwebeteilchen bildet. Wenn man also eine Körnung von 0,6 - 1 mm bei gleichzeitigen Lehmgehalt fordert, ist das eine unerfüllbare Forderung, weil bei Anwesenheit von Ton bzw. Lehm die Sieblinie bei Null beginnt.

Auch der Begriff „Lehm“ ist dehnbar. Ist da nun viel oder wenig Ton drin? Immerhin sind da kryptokristalline Hydrosilikate von Aluminium, Aklalianteile, Magnesium und Eisen drin, und zwar in höchst unterschiedlicher Konzentration. Oder ist da ein hoher Kalkanteil drin - dann ist das Mergel. Und „lehmhaltiger Sand“ ist so wie „weißer Schimmel“. Lehmhaltiger Sand = Sand + Sand + Ton. Sie lachen? Das ist aber so.

Was ich damit sagen will, ist, daß derartige Allgemeinbezeichnungen, die sehr wohl auch in der botanischen Wissenschaft gepflegt werden, völlig unsauber Begriffe und Eigenschaften benennen, die einer exakten Definition eher hinderlich sind. Wissenschaft, die mit unscharfen Basisbegriffen arbeitet, kann am Ende statt Erklärung nur Verwirrrung erzeugen. In der Botanik z:B. driften die Puristen unter den Wissenschaftlern und die Romantiker zunehmend auseinander. Da werden einerseits wissenschaftliche Höchstleitungen durch gentechnische Veränderungen erzeugt, und anderseits wird darüber gestritten, ob Hühnermist bei Mondschein eingebracht werden soll, oder Pferdeäpfel vor der kalten Sophie.

Gegen die Entnahme irgendwelcher Sande aus der freien Natur sprechen gewichtige Gründe:

Bitte besuchen Sie eine x-beliebige Sandkuhle, und sehen Sie an den Steilböschungen die bunte Vielfalt der dort zutage tretenden, geologischen Schichten. Da treten geologische Zeitalter von Jahrmillionen zutage, und der Sand einer Schicht mag geeignet sein, andere Schichten sind es mit Sicherheit nicht. Und gegen diese bunt gebänderte Böschung der Sandkuhle fährt der Radlader, und alles rutscht nach unten durcheinander. Was dieser Radlader nun zufällig in seiner Schaufel hat, ist bestenfalls ein willkürlich gemengtes Zufallsprodukt. Und jedesmal eine andere Mischung. Und dabei kann Ihnen eine ganze Menge in Ihren Bodengrund geraten, was sich im Aquarium schädlich auswirkt.

Wenn Sie z.B. aus der Elbniederung um den Hamburger Raum Sand entnehmen, treffen Sie völlig unterschiedliche Lagerschichten, und Korngrößen von 0,6 - 1,0 mm sind da reichlich mit drin vorhanden. Aber die Feinanteile um die 0,6 mm sind sehr groß, und über 1 mm gibt es da auch. Wenn die Korngrößen in einer Siebkurve sehr fein sind, und weitgehend eine Korngröße aufweisen, nennt man das unter Wassereinfluß „Treibsand“. Alle FeinSande bilden unter Wasser Schichten mit stark behinderter Wasserzirkulation, und bilden ohne Auflast sehr weiche Böden, die leicht aufgewirbelt werden können. TreibSande z.B. sind durchaus geeignete Baugründe, wenn sie belastet sind. Baggert man aber z.B. zum Hausbau obere Schichten ab, fehlt die Auflast des vorher stabilisierenden, abgetragenen Bodens, Wasser drängt wie ein Schmiermittel zwischen die feinen Sandkügelchen, und Sie können unbarmherzig vollständig darin versinken. Solche Sande werden im Aquarium von jedem kleinen Panzerwels quer durchs Becken und sämtliche Pflanzenwurzeln frei gewirbelt. In diesen Böden mögen zwar ohne Fischbesatz eine zeitlang Pflanzen prächtig wachsen, mit gründelnden Fischen zusammen erleben Sie ein Fiasko.

Auch mir ist bekannt, daß einige Wasserpflanzengärtnereien (sofern sie nicht schon längst auf Mineralwolle umgestiegen sind) gute Erfahrungen mit lehmhaltigen Sanden haben, die sie aus nahegelegenen Sandabbaugebieten holen. Diese Gärtnereien haben meist sogar sehr gute Erfolge mit diesen Sanden. Diese Sande werden für einfache Baumörtel - so wie ausgebaggert - noch in der Sandkuhle durch ein Sieb von z.B. 4 mm gerüttelt, wobei sich niemand um Art, Beschaffenheit und Menge der vorhandenen Feinstanteile kümmert. Das ist für die Gärtnereien auch nicht besonders wichtig, denn diese Sande brauchen ja auch nur eine einzige Vegetationsperoide auszuhalten, und mit empfindlichen Fischen kommen sie ohnehin nicht in Kontakt. Der Sand wird nach einer Vegetationsperiode einfach weggekippt, und niemand hat in dieser kurzen Zeit Probleme mit irgendwelchen Fäulnisprodukten.

Im Aquarium ist das jedoch gänzlich anders, denn dort möchte niemand den Bodengrund nach wenigen Monaten wechseln. Denn dort leben Tiere, und die erzeugen Exkremente, die – in den Bodengrund eingedrungen – biologisch durch Fäulnis „abgebaut“ werden müssen. Wenn der Bodengrund das nicht schafft, dann wird unumgänglich, das komplette Becken auszuräumen, weil sich Faulgase bilden, der Bodengrund schwarz wird, und zuvor meist unter dem Totalverlust alles Lebendigen das Aquarium „gekippt“ ist. Ein für Pflanzen geeigneter Bodengrund mag somit für Pflanzen allein sehr gut sein, das bedeutet aber noch längst nicht, daß er auch für Fische geeignet ist. Denn: Im Zweifel brauchen die meisten Fische überhaupt keinen Bodengrund.

Ich warne grundsätztlich vor der Entnahme irgendwelcher ungewaschener, lehmhaltiger oder sonstwie gearteter Sande aus der freien Natur, wie das in der aquaristischen Literatur immer wieder empfohlen wird. Im Zweifel haben Sie da die Nitrate aus der Gülle des Bauern oder Spritzmittel des benachbarten Feldes mit drin, und das sind nur zwei der vielen Risiken. Und was Unkundigen wie Lehm erscheint, entpuppt sich nicht selten als aquaristisch schädlicher Schluff. Nicht alles, was fein ist, ist auch Lehm.

Ich habe aber auch gewichtige naturwissenschaftlich begründete Einwände gegen ein zu feines Porenvolumen im Bodengrund. Wir wissen - ohne daß dies bis heute vollständig erforscht wurde - um viele geheimnisvolle Beharrungskräfte des Wassers. Sei es Oberflächenspannung, sei es Kapillarität, van-der Vahl´sche Kräfte usw. usw. Wasser ist eine relativ träge Flüssigkeit mit beachtlichem Beharrungsvermögen. Ein schwach gebrannter, vollständig kapillar vollgesogener Ziegel, durch den Sie im trockenen Zustand hindurchblasen konnten, ist vollständig wasserdicht, kein noch so großer Wasserdruck vermag ihn zu durchdringen. Wer schon einmal einen Diatomfilter betrieben hat, weiß, daß nur eine sehr starke Pumpe den Widerstand der feinen Filtermasse durchdringen kann, und in jedem Außenfilter sackt pumpenseitig der Wasserstand umso stärker ab, desto feiner (und verschmutzter) das Filtermedium ist. In jedem Feinsand sind die Poren derart eng, daß sich hier die Beharrungskräfte des Wassers sehr stark auswirken, das Wasser bewegt sich so gut wie überhaupt nicht.

Wasser ist jedoch nicht nur Lebensraum der Fische, es ist auch ein Transportmittel für Sauerstoff, Kohlendioxyd, Nährsalze u.v.a.m.. Während z.B. Salze selbst über Osmose und semipermeable Membranen durchdringen, ist das z.B. für dreiwertige Sauerstoffatome nur bedingt möglich. Sauerstoff O3 wird überwiegend auf dem Wege der Bewegung von Wassermolekülen zwischen denselben transportiert. Und ohne Sauerstoff im Bodengrund gedeiht auch keine Pflanze, denn er ist keineswegs nur für die Bildung von Blattgrün erforderlich (Photosynthese), Sauerstoff ist auch notwendig, damit myriadenfaches Leben von Mikroorganismen im Bodengrund möglich ist, ohne das auch Pflanzen nicht leben können. Auch die Eigenchelatbildung an den Pflanzenwurzeln zur Aufschlüsselung von dreiwertigem zu zweiwertigem Eisen - nur letzteres kann von der Pflanze aufgenommen werden - ist ohne Sauerstoff nicht möglich.

Es ist also eine viel zu wenig beachtete Notwendigkeit, daß Sauerstoff nicht nur Fische benötigen (diese sind möglicherweise weniger anspruchsvoll, als allgemein angenommen - siehe H.J. Krause), aber ohne Zweifel ist Sauerstoff auch im Bodengrund unverzichtbar, und zwar wegen der vielen Reaktionen im Bodengrund, weit mehr, als allgemein angenommen.

Wo sich sauerstoffarme bzw. sauerstoffreie (anaerobe) Zonen bilden, werden sauerstoffliebende (aerobe) Mikroorganismen von anaeroben Mikroorganismen verdrängt. Anaerobe Bakterien sind trotz ihrer Kleinheit zu erstaunlichen und mannigfaltigen Stoffumsetzungen fähig, ohne auf freien Sauerstoff angewiesen zu sein. Unter anderem sind sie in der Lage, aus dem fischgiftigen Nitrit den Pflanzendünger Nitrat (Stickstoffverbindung) herzustellen.

Es gibt jedoch nicht den geringsten Grund, daß man diese positiven Abläufe in den Bodengrund verlegen müßte. Nichts spricht dagegen, diese Abläufe weitgehend in den Filter zu verlegen. Das Nitrat (Phosphor und Urinstoffe auch) fällt ohnehin in derart großen Mengen an, daß kein Filter das bewältigt, und wir durch regelmäßigen Wasserwechsel (ca. 25 - 30% pro Woche, Urlaub ausgenommen) immer wieder ausdünnen müssen.

Es ist also ohne weiteres möglich, auf anaerobe Zonen im Bodengrund zu verzichten, wenn man diese Prozesse in einen - natürlich entsprechend dimensionierten - Filter verlagert. Wobei ich mir durchaus im Klaren bin, daß das niemals vollständig gelingen kann. Wichtig ist das eindeutige Übergewicht.

Wenn der molekulare Sauerstoff im Bodengrund durch biologische Vorgänge vollständig aufgebraucht wird, müssen alle aeroben Organismen sterben. Die Lebenstätigkeit anaerober Organismen wird dominierend, und es entstehen beim Abbau organischer Verbindungen sehr schädliche Gase, vor allem CH4 und H2S. Dabei entstehen neben CO2 als Zwischenstufen niedermolekular organische, wenig flüchtige Verbindungen wie Essig- Milch- und Buttersäure, die erst in weiteren Schritten unter Methanbildung abgebaut werden. Dabei entsteht u.a. auch geruchsintensives H2S. Und wenn das abgeschlossen ist, ist Ihr Aquarium schon längst und insgesamt eine stinkende Kloake mit schwarzem Bodengrund, und alles, was Sie liebten, ist mausetot.

Dieser Prozeß läuft langsam an, und kündigt sich durch Kümmerwuchs der Pflanzen an. Dann forsch zu fabulieren, der „Boden sei verbraucht“, geht an der Sache vorbei. Und wenn man dann in Konsequenz diesen Boden entfernt, ist das im Moment richtig. Wenn man dann jedoch wieder gleichartigen Boden nimmt (weil die Pflanzen ja vorher anfangs prächtig wuchsen), zeigt das lediglich, daß da jemand aus gemachten Fehlern nichts gelernt hat.

Es gilt also, unvermeidliche und letztendlich unverzichtbare anaerobe Zustände aus dem Bodengrund - so weit das möglich ist - in den Filter zu verlagern.

Wenn ein Bauer seinen Acker pflügt und eggt, dann macht er das zum einen, um das Unkraut zu unterdrücken, Dünger einzubringen, und seine Saat zu legen. Hauptsächlich macht er jedoch die Krume locker, damit Sauerstoff in den Boden eindringt, und anaerobe Zonen vernichtet werden. Das gilt nicht nur für den Acker über Wasser, der Reisbauer, der seinen Acker unter Wasser pflügt, zeigt uns, daß das auch unter Wasser so funktioniert. Folglich ist es keine falsche Maßnahme, den Aquarienboden einfach umzugraben.

Da aber steht der (hoffentlich) prächtige Pflanzenwuchs im Aquarium, den wir ja erhalten wollen, im Wege, und wir müssen sehen, wie wir auf anderem Wege Sauerstoff in den Bodengrund hinein, und anaerobe Zonen heraus bringen. Hier kommt uns der Umstand entgegen, daß Wassermoleküle Sauerstoffmoleküle ganz leicht aufnehmen und im bewegtem Zustand überallhin transportieren.

Anaeroben Zonen sollten im Bodengrund minimiert werden, und in den Filter verlagert werden. Der Filter ist unsere Kloake im Aquarium. Und wer den Bodengrund zum Filter macht, macht den Bodengrund zur Kloake, in der zuletzt garnichts mehr wächst. Es ist eine immer wieder zu beobachtende Fehleinschätzung, beide Medien miteinander kombinieren zu wollen.

Und wenn sich erst einmal Faulgas bildet, kommt man mit dem Sauerstoffnachschub nicht mehr nach. Die Bakterien bringen sich - genau wie bei der landwirtschaftlichen Gülle - selbst um, und alles ist tot. Daher ist es notwendig, daß in einem Bodengrund sauerstoffhaltiges Wasser zirkulieren kann, und das ist nur möglich, indem man ein möglichst einkörniges, auf gar keinen Fall zu feinkörniges oder abgestuftes Material einsetzt.

Unbestreitbar ist die Wasserbewegung im Boden ist umso besser, je gröber und zerklüfteter die Kiesel sind. Wenn die Poren aber so groß sind, daß die Abbauprodukte (Detrius) einsickern können, dann habe ich nach einiger Zeit de facto die extreme Feinkörnigkeit, die ich durch gröbere Kiesel verhindern wollte. Das Porenvolumen muß so grob sein, daß Wasser zirkulieren kann, und muß anderseits so fein sein, daß der Boden möglichst wenig verschlammt. Diese Forderungen erfüllen Sieblinien unter 1 und über 6 mm mit Sicherheit nicht. Ersteres ist zu fein, letzeres zu grob.

Sowohl in sehr feinem Sand als auch grobem Kies wachsen die Pflanzen monatelang allerbestens. Immer wieder begegnet man in der Literatur Forderungen, Böden in Aquarien der freien Natur nachzuahmen. Ich halte das für eine regelmäßig verhängnisvolle Forderung. Den Wasserpflanzen ist es völlig egal, in welchem Substrat sie wachsen sollen. Jede Wasser- oder Sumpfpflanze wächst in jedem x-beliebigen Substrat, solange nur ihre Wurzeln Halt und Nahrung finden. Es gilt immer nur, einen Bodengrund zu finden, der möglichst dauerhaft seinen Dienst tut. Das Aussehen des Bodengundes ist einzig eine ästhetische Frage. Nicht umsonst werden Wasserpflanzen in Mineralwolle mit größtem Erfolg vermehrt und gezogen. Das ist nun das Extrem eines nicht-natürlichen Bodens, und die Pflanzen finden´s offensichtlich prima. Dem Einsatz von Mineralwolle im Aquarium steht nur der Umstand entgegen, daß das scheußlich aussieht. Mehr nicht. Die angeblich schwimmenden Glasfasern, die sich in den Kiemen der Fische festsetzen und dort das Tier ermorden, hat noch niemand gefunden. Märchenstunde für Krebsphobisten.

Für jeden Aquarianer muß der Grundsatz gelten, daß ein Aquarium ein einziger, komplexer Kompromiß mit der Natur ist. Es ist ein wundervoller, aber weitgehend künstlicher Zaubergarten mit uns anvertrauten Lebewesen. Jeder Versuch, in diesem eng begrenzten Garten ein Stück Wildnis zu kultivieren, muß scheitern. Ich habe nie etwas von einem sog. „Biotopaquarium“ gehalten, denn die Kopie gelingt nie.

Ohne Wasserbewegung im Bodengrund wird sich nur wenig Sauerstoff in den Bodengrund transportieren lassen. In der aquaristische Literatur wird hierzu immer wieder der Einbau einer Bodengrundheizung zwecks Wasserbewegung empfohlen. Lassen Sie mich auch dieses Märchen eleminieren :

Zugrunde liegt die Erkenntnis, daß durch ein im Boden eingebautes Heizkabel Wassermoleküle erwärmt werden, und weil diese leichter sind als kältere Moleküle, drängen sie sich auf einem Zick-Zack-Weg durch den Kies nach oben. Wasser strömt also infolge von Konvektion nach oben. Das funktioniert jedoch nur, wenn gleichzeitig Wasser von der Bodengrundoberfläche quer durch den Kies von oben nach unten an das Heizkabel fließt - ein Kreislauf also. Das funktioniert einwandfrei bei einem Einzelkabel. Die am Markt gehandelten Heizkabel haben jedoch aus gutem Grund nur ein schwaches Energiepotential, und müssen daher dicht an dicht nebeneinander verlegt werden. Wenn nun mehrere Heizkabel eine Konvektion im Wasser des Bodengrundes erzeugen wollen, aber sich gegenseitig den Gegenstrom von oben nach unten behindern, entsteht eine Art Kurzschluß, und es bewegt sich garnichts mehr. Denn es ist ja quasi eine Flächenheizung entstanden, und diese kann keine Konvektion erzeugen, weil sie den Gegenstrom nicht zuläßt. Das Wasser stagniert daher fast vollständig, und das Wärmeenergiepotential wird ausschließlich über die Bewegung der Elektronen der verschiedenen Moleküle nach oben transportiert. Die Wärmeübertragung erfolgt hier also nicht durch Konvektion, sondern durch Kontaktübertragung. Die Heizung – das wissen wir aus der Praxis – funktioniert auch so einwandfrei, nur die Zirkulation kann sich bei einer horizontalen Flächenheizung nicht einstellen. Also keine Wasserbewegung durch diese Heizung.

Die Praxis beweist jedoch eindrucksvoll und zweifelsfrei, daß sich eine Bodenheizung günstig auf den Pflanzenwuchs auswirkt. Da es durch diese Heizung keine Konvektion gibt, kann das nur mit den sprichwörtlichen „warmen Füßen“ erklärt werden, und das ahmt natürliche Abläufe nach. Die Annahme, mit Hilfe einer Bodenheizung Wasser im Bodengrund zirkulieren zu lassen, ist also schieres Wunschdenken. Es zirkuliert garnichts. Man muß sich also etwas anderes ausdenken.

Im Laufe meines langen Aquarianierlebens habe ich so manchen Unsinn mitgemacht. Das ging los mit den geschlitzten Kunstoffrosten unter dem Bodengrund. Erst haben wir das Wasser damit von oben nach unten durchgedrückt, und sind prompt in die Falle gelaufen, daß das dann ein „Flächenfilter“ - so nannte man das damals beschönigend - war. Wir hatten also die Kloake und die Gülleproduktion mitten im Aquarium mit späteren, verheerenden Folgen. Dann haben wir das umgekehrt, und das Wasser aus dem Filter von unten nach oben durchgedrückt. Weil aber Filterwasser nahezu sauerstoffrei ist, war der Bodengrund auch hier binnen kurzem anaerob. Funktioniert also auch nicht.

Ich habe dann irgendwo gelesen, daß es in vielen Flußbetten zwei Fließebenen gibt: einen schnellen Fluß im eigentlichen Flußbett, und einen langsameren im Bodenuntergrund des Flusses. Das ist eine horizontale Durchfließung des Bodengrundes, die regelmäßig in der Natur mit prächtigem Pflanzenwuchs einhergeht. Ich habe dann wieder die geschlitzten Bodenplatten genommen, das Wasser im Aquarium angesaugt, und ganzflächig unter dem Bodengrund in den Filter geleitet. Es hat sich dann jedoch herausgestellt, daß sich unter den Schlitzplatten unerwünscht von den Ecken ausgehend Mulm ablagert, und sich am Ende ein nur wenige cm breiten Zulauf ausgebildet hat. Also auch keine Dauerfunktion.

Ich bin dann auf die Idee gekommen, unten in den Bodengrund mehrere Drainagerohre mit einem Durchmesser von 50 mm als Zulauf für den Filter einzuarbeiten, und den Wassereintritt mittels eines PVC-Bogens bis Höhe Oberkante Bodengrund zu führen. So führe ich mit sehr langsamer Fließgeschwindigkeit sauerstoffhaltiges Aquariumwasser horizontal durch den Bodengrund in den Filter hinein. Da diese Rohre von Wurzeln durchwachsen werden, muß man da alle 2 Jahre mit der Spirale hinein - ein kleiner Aufwand. Diese Rohre sind ein Paradies für Antennenwelse, die zudem dafür sorgen, daß sich nirgendwo in den Rohren Mulm ablagert.
Das funktioniert bei mir nun seit 18 Jahren, ohne den Bodengrund irgendwie anzutasten.Ich verwende keine Rezepte, die mir vorgeben, welches Maß der Sauerstoffsättigung wann und wo erforderlich ist. Für die Fische gibt es da gegensätzliche Standpunkte. Krause belegt in seinen Untersuchungen erstaunlich geringe Sauerstoffmengen im Wasser der Herkunftsländer, andere verweisen darauf, daß das Volumen freier Gewässer unvergleichlich größer sei, und damit mit der Pfütze im Aquarium nicht vergleichbar ist. Ich beteilige mich an diesem Streit nicht, habe ich doch noch nie Fischverluste durch Sauerstoffmangel gehabt.

Entscheidend hinsichtlich der Pflanzen im Wasser ist m.E., daß immer soviel Sauerstoff vorhanden sein muß, daß möglichst wenige anaeroben Zustände im Bodengrund entstehen, und das ist u.U. weniger, als den Fischen zuträglich ist. Ich gehe daher davon aus, daß, solange der Sauerstoffgehalt im Wasser fischverträglich ist, auch genug Sauerstoff vorhanden ist, um anaerobe Zonen zu minimieren.Es wird uns immer wieder gesagt und es wird so beschrieben, der Boden verbrauche sich, und müsse daher alle 1 - 2 Jahre ausgetauscht werden. Wenn also jemand mit seinem Bodengrund Schiffbruch erleidet, und uns als Erklärung auftischt, der Boden sei verbraucht, dann projiziert er sein eigenes Versagen auf seine Nachahmer. Trennen wir uns doch endlich von banausenhaften Phrasen, und beschreiben die Dinge genauer. Wenn überhaupt, dann werden Nährstoffe verbraucht, und diese kann man problemlos ergänzen - auf dem Acker und im Aquarium. Das ist nicht das Problem, und deswegen muß niemand seinen Bodengrund wechseln. Warum aber kommt nach gewisser Zeit dann häufig der Kollaps? Man kann das mit einer einzigen Ursache erklären: Sauerstoffmangel.

Wenn der Bodengrund keine Fließbewegung mehr zuläßt, kommt es unvermeidlich zur Sauerstoffzehrung, Faulgase bringen die Bakterien, die sie selbst erzeugten, um, und zuerst kümmern die Pflanzen. Nicht etwa, weil man nicht genug gedüngt hat, nein, es fehlten die aeroben Mikroorganismen. Und da ist es durchaus kein Widerspruch, daß sowohl in zu grobem als auch zu feinem Bodengrund Pflanzen anfangs prächtig wachsen, denn anaerobe Zustände bilden sich erst später aus.In der Literatur wird die Verwendung von „gelbem Lehm“ zur Nachdüngung empfohlen. Das ist dann mit einiger Wahrscheinlichkeit „Mergel“, und das ist ein sehr stark kalkhaltiger Lehm. Graue Tone sind verunreinigt, rotbrauner und brauner Lehm weist auf Eisenüberschuß hin. Nassem, frischem Lehm können Sie seine Inhaltsstoffe nur als Experte ansehen, und darum ist es so schwer, den richtigen Lehm zu finden. Es gibt da für den normalen Aquarianer praktisch nur den folgenden Weg:Gehen Sie zum Baustoffhändler, und sehen Sie sich gebrannte Ziegel an. Suchen Sie sich einen knallroten oder dunkelblauen Ziegel aus, und untersuchen Sie die Lagerfläche. Enthält der Ziegel weiße Einschlüsse (bitte nicht verwechseln mit harmlosen Quarzkörnern): Finger weg, das könnte Kalk sein. Rot oder blau brennen Ziegel aus Lehm mit großen Eisenverbindungsanteilen hin. Der Lehm dieser Ziegel ist für unsere Zwecke geeignet. Und von dieser Ziegelei bestellen Sie beim Baustoffhändler ein paar ungebrannte Rohlinge, und Sie haben einen für das Aquarium bestens geeigneten Lehm.

Empfehlungen für Aquarienböden taugen nur dann, wenn sie an jedem Ort von jedem Aquarianer oder Zoohändler selbst umgesetzt werden können. Und nicht geheimnisumwitterte, undefinierbare Böden aus Sri Lanka oder weiß-der-Teufel woher, die per 500g-Packung zu horrenden Preisen in bunten Schachteln verkauft werden. Wer mir erzählen will, daß dieser exotische Dreck, von dem ich nicht einmal weiß, wo er zusammengekehrt wurde, den Böden der Heimatländer der Pflanzen entspricht, dem sei das Studium bei Christa Kasselmann „Echinodorus“ Seiten 73 - 76 empfohlen. Ihm sei es dann unbenommen, diesen Schwachsinn weiter zu glauben.Ich stelle zur Diskussion, wie ich das mache, wobei ich nicht beanspruche, den „Stein der Weisen“ gefunden zu haben:

1.  Ich nehme gewaschenen, vollständig reinen und kalkfreien Ostseekies (rund geschliffen) vom Baustoffhandel der Korngröße 2 - 4 mm, und wasche den selbst über einem Nirostasieb 1,0 mm (Fliegengitter) noch einmal gründlichst im heimatlichen Klarwasserbach. Wer diesen Kies nicht bekommen kann, ist mit rundgeschliffenem Quarzkies jeglicher Herkunft bestens bedient. 2 - 4 mm ist eine Normgröße für die Betonherstellung, diesen Kies führt jede Baustoffhandlung und jedes Kieswerk. Diese Korngröße wird leicht durchwurzelt, bietet guten Halt, wirbelt nicht so leicht auf, und erlaubt trotzdem eine Zirkulation des Bodenwassers, und sieht gut aus. Auch der gute Zoohandel bietet hervorragende Körnungen an. 

2. Bevor ich den Kies in das Becken gebe, verlege ich Drainagerohre 50 mm vom Baustoffhandel („gelbe Gänsegurgeln“), deren Einläufe mit PVC Bögen über Oberkante Bodenschicht geführt werden (die Öffnungen bleiben vollständig offen !), das andere Ende mündet in meinen überdimensionierten Langsamfilter. Wichtig ist, daß der Boden selbst weder von unten nach oben noch umgekehrt durchströmt wird, denn der Bodengrund ist kein Ersatz- oder Ergänzungsfilter. Das Wasser strömt nur im Rohr, kann sich aber über verschiedene Wege (z.B. Unterdruck nach Bernoulli) durch die Schlitze im Drainrohr mit dem Bodengrundwasser austauschen. Hierdurch ist immer genug, aber auch nie zuviel Sauerstoff im Bodengrund.

3. Dann zerschlage ich grob ein paar Ziegelrohinge, und streue die Lehmbrocken als Nährstoffdepot auf die verbleibende Bodenfläche. 

4. Dann fülle ich den reinen Kies mit einem Durchmesser von 2 - 4 mm in einer Schichtdicke von mindestens 10 cm auf.

5.  Fertig für immerwährenden Dauerbetrieb. (mein 2.400-l-Becken steht immerhin 18 Jahre ohne Erneuerung des Bodengrundes ohne Spuren von „Erschöpfung“). Keine Sumpfgase, keine schwarzen Herde, keine Geruchsbelästigung.Natürlich muß ich der Pflanzen wegen regelmäßig nachdüngen. Der Rat, es beim Kot der Fische zu belassen, ist zwar für ideologische Gartenlaubenfreaks „bio“ (wie das neudeutsch so schön heißt), aber im wirklichen Leben biologisch für den Bedarf der Pflanzen völlig unzureichend.

Ein Aquarium ist eben kein Biotop (wer hat bloß dieses idiotische Wortmonstrum erfunden?), sondern ein künstlicher, natürlich scheinender Kompromiß, den ich steuern und überwachen muß.

Ich dünge auf zweierlei Art: Zuerst mixe ich mir den Flüssigdünger selber, weil mir das bei diesem großen Becken mit Zoohandelsprodukten zu teuer ist. Ich nehme 5 ltr. destilliertes Wasser aus dem Handel, gebe 60 g Fetrilon 13 % (BASF), 70 g Titriplex II (EDTA, Ethylendiamintetraessigsäure, Merck), 15 g Kaliumsulfat, 10 g Magnesiumsulfat und 10 g Ascorbinsäure (Vitamin C) hinein, und bei jedem Wasserwechsel gebe ich pro 100 l gewechseltem Wasser 50 ml dieser Lösung hinzu. Das lohnt sich allerdings nur für große Anlagen, für alle anderen sind die Produkte seriöser Anbieter des Zoohandels vorzüglich und völlig ausreichend. Auch müssen anspruchsvolle Pflanzen hin und wieder ein zusätzliches Düngedepot in den Bodengrund bekommen.

Dazu nehme ich 5 kg. Lehm wie beschrieben (2 Ziegelrohlinge), weiche den ein, füge 30 g Fetrilon, 30 g EDTA, 15 g Kaliumsulfat, 10 g Magnesiumsulfat, 20 g HaKaPhos und 25 g Blaukorn hinzu. Das Ganze wird schweißtreibend zu einer steifen Masse geknetet, zu Kügelchen ca 2 cm Durchmesser gerollt, und auf einem Sieb in der Sonne getrocknet. Fertig zum Eindrücken neben die Wurzeln.

Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen ein Buch oder ein Freund Tips für den „besten“ Bodengrund gibt, und seine Empfehlungen nicht genau bezeichnet. Wenn man einen Bodengrund definieren will, dann muß man schon genau wissen, wie der beschaffen ist, und was drin ist. Mit Wisch-Waschi-Umschreibungen wie „lehmiger Sand“ geht das nicht, damit schickt man den Aquarianer gerade kleinerer Becken mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit in den Mißerfolg. Beispielhaft für die babylonische Begriffsverwirrung seien Geologen (Bodenmechaniker) zitiert, die „lehmigem Sand“ einen zulässigen Anteil von 50% Schluff zuordnen. „Mahlzeit“ kann ich da nur sagen. Mißerfolge treffen das kleine Becken zwar zuerst, und je größer das Becken ist, je länger läßt der Mißerfolg auf sich warten. Am Ende steht aber jedesmal eine Tragödie für Fisch und Pflanzen. Da ich über kein chemisches Labor verfüge, in dem ich alle möglichen unerwünschten Bestandteile nachweisen kann, die ich in natürlichen Böden vermuten könnte, gehe ich auf „Nummer Sicher“ :

Durch gründliches Auswaschen entferne ich all das, was auch nur entfernt schädlich sein könnte, und füge kontrolliert das hinzu, was Fisch und Pflanze benötigen. Das ist heute überhaupt kein Problem mehr, und ich erspare mir jedes Risiko.Ich habe ausgesprochene „Bauchschmerzen“ bei den im Zoohandel angebotenen, bunten Bodengründen. Es handelt sich um Mineralien meist einer Körnung, die mit einer chemischen Lackierung versehen wurden. Es handelt sich durchweg um schnelltrocknende Acryle oder Polyurethanlacke auf Wasserbasis, die mitnichten chemisch stabil sind. Chemisch stabil sind fast nur besondere (wahnsinnig teure und schwer zu verarbeitende) Zwei- oder Dreikomponentenlacke, die chemisch so umfassend reagieren, daß sie fast erosionssicher sind. Der Käufer dieser Kiese wird mit der Behauptung beruhigt, diese Beschichtungen seien lebensmittelverträglich oder für Trinkwasserbehälter zugelassen. Das mag sogar stimmen, aber wer sich die Mühe macht, die entsprechenden Normen anzufordern, merkt sehr schnell, daß es in der Norm darauf ankommt, für die Gesundheit von Menschen zuträgliche Toleranzen einzuhalten. Es ist mitnichten so, daß diese Beschichtungen keine giftigen Stoffe abgeben dürfen. Das dürfen sie sehr wohl, aber nur im Rahmen einer menschlich nicht abträglichen (?) Toleranz. Und bei einem 100 ltr-Becken kommt da beim Bodengrund gut und gerne eine Fläche in der Größe eines Fußballfeldes zusammen.

Haben wir es nötig, ein derartiges Risiko einzugehen? So lange wir uns in der Aquaristik nicht auf wissenschaftliche Kriterien einigen können, werden dilletantische Nachahmungen „natürlicher Standorte“ die Tagesordnung und den Büchermarkt bestimmen, und einen Anfänger nach dem anderen in den Mißerfolg treiben. Muß das eigentlich sein? Der Anteil von Anfängern, die nach kurzer Zeit „die Schnauze voll haben“, ist nun wirklich erschreckend hoch und mit der Verantwortungsethik, deren wir uns ja berühmen, nicht vereinbar. Dabei muß eigentlich jedem der Autoren, die natürliche Standorte beschreiben, klar sein, daß die Übertragung der in der Natur vorhandenen Bedingungen auf ein Aquarium regelmäßig utopisch ist. Es geht nicht. Wer je mit intaktem Hirn einen ceylonesischen Tank mit der explodierenden Flora erlebt hat, wird nie auf die Idee kommen, so etwas in seinem Wohnzimmer kopieren zu wollen. Und warum sagt uns das niemand?

Die Zeiten, wo z.B. „Schwarzwasser a la Rio Negro“ nachgeäfft wurde, sind ja gottseidank auch vorbei (?). Hier haben uns ja auch Wissenschaftler (Rolf Geisler und Guido Hückstedt in Memoriam!) gegen das Beharrungsvermögen ungezählter biotopdusseliger Aquarianer richtige Wege aufgezeigt. Es ist an der Zeit, auch die Märchen vom „natürlichen Bodengrund“ auf den Müllhaufen der Aquariumgeschichte zu werfen. Wie viele romantisch verklärte, jedoch meist für das Aquarium tödliche Experimente hätte man sich ersparen können, wenn man die schon zu Zeiten Roßmäßlers vorhandenen Kenntnisse der exakten Naturwissenschaften ein- und umgesetzt hätte.....

Stattdessen haben wir gepantscht und faulige Bodengründe ausgeschrubbt wie die Idioten. Mich eingeschlossen.


© Text: Helmut Dohrmann; Erstveröffentlichung im Zierfischforum am 28.07.2005

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