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Kiemenwürmer - Eine neue Behandlungsform mit Formalin
Die zweite "große Plage" der Diskusbuntbarsche sind die berüchtigten Kiemenwürmer. Ähnlich wie die im Darm der Fische schmarotzenden Geißeltierchen sind sie im Laufe der Zeit gegen die verschiedenen Medikamente resistent geworden. Dennoch gibt es eine Methode, sie mit Erfolg zu bekämpfen. Formaldehyd heißt das "Zauberwort".

Von Gerhard Rahn



Wie viele andere Fische sind zur Zeit fast alle Diskusbuntbarsche von Kiemenwürmern befallen, vorzugsweise von Gyrodactylus- und Dactylogyrus-Arten. Während ältere Fische einigermaßen mit dem Parasiten leben können, werden Jungtiere oft stark geschädigt. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Infektionsdruck sehr hoch ist, etwa wenn in einem relativ kleinen Aquarium ein Diskuspaar mit vielen Jungtieren lebt. Kommen dann noch weitere Streßfaktoren, wie stark belastetes Wasser, Vitamin- und Mineralmangel, dazu, können ganze Bruten daran zugrunde gehen.

Die Kiemenwürmer der Gyrodactylus-und Dactylogyrus-Arten ernähren sich von Schleim- und Blutpartikeln der Kiemen. Sie besitzen an ihrem Hinterende Klammerorgane, mit denen sie sich im Kiemenepithel festhalten. Dadurch und durch ihre Freßtätigkeit rufen sie eine Reizung der Kiemen hervor, die zu einer starken Verschleimung des Kiemenepithels führen kann. Durch den verminderten Gasaustausch kommt es zu verstärkter Atemtätigkeit, in schlimmen Fällen zum Erstickungstod.

Die Bekämpfung der Kiemenwürmer erfolgte in den vergangenen Jahren in vielen Fällen mit dem Wirkstoff Trichlorfon, der beispielsweise in den Mitteln Masoten und Neguvon in unterschiedlicher Konzentration enthalten ist. Bei richtiger Anwendung konnten Kiemenwürmer damit häufig erfolgreich behandelt werden. Wichtig dabei war, daß frischer Wirkstoff verwendet wurde, die Wassertemperatur nicht über 28 °C lag und bei eierlegenden Arten mehrere Behandlungen nach einem bestimmten Behandlungsplan durchgeführt wurden. So gelang es mir im Jahre 1981, meine Tiere vollständig von Kiemenwürmern zu befreien, nachdem mir der mittlerweile verstorbene Dr. G. Schubert zu einer solchen Methode geraten hatte. Dabei wurde das Trichlorfon in einer Dosis von 0,4 Milligramm pro Liter für ein Dauerbad in das Becken gegeben. Das Mittel blieb dort für jeweils drei Tage; danach erfolgten ein Wasserwechsel und Filterung über Aktivkohle. Zwischen den Behandlungen wurden Pausen von drei, sechs, neun und zwölf Tagen eingelegt. Die gesamte Behandlung dauerte also 45 Tage.

Dactylogyrus Kiemenwurm unter dem Mikroskop

Einer der Plagegeister unter dem Mikroskop: Kiemenwurm der Gattung Dactylogyrus.

Neben dieser langen Dauer bestand ein weiterer Nachteil in der sehr starken Beeinträchtigung der Tiere, von der sie sich jedoch offensichtlich vollständig erholten, denn einige Monate danach laichten sie und zogen gesunde Jungtiere auf. Diese intensive Behandlung war damals erforderlich, weil die seinerzeit empfohlene zweimalige Behandlung keinen dauerhaften Erfolg erbracht hatte. Nach der telefonischen Auskunft von Schubert lag das unter anderem daran, daß immerhin 18 verschiedene eierlegende tropische Kiemenwurmarten bestimmt worden waren, die teilweise unterschiedliche Entwicklungszyklen aufwiesen.
Mit Trichlorfon war den Parasiten bald nicht mehr beizukommen
Im Jahre 1991 erhielt ich von einem befreundeten Züchter einige Jungtiere, die ich in meine Quarantänestation setzte. Die sofort durchgeführte mikroskopische Untersuchung ergab den starken Befall mit einer Dactylogyrus-Art. Mehrere Behandlungsversuche mit Flubendazol schlugen fehl, obwohl alle möglichen Fehlerquellen überprüft und ausgeschaltet worden waren. Danach wurden verschiedene Behandlungsversuche mit Trichlorfon durchgeührt, auch nach der oben beschriebenen Methode von Schubert; die Wirkstoffmenge wurde sogar von 0,4 auf 2,0 Milligramm pro Liter Wasser erhöht. Alle Behandlungen schlugen fehl; sogar die kurzfristige Erhöhung auf 9,0 Milligramm pro Liter brachte keinen Erfolg. Die Kiemenwürmer varen offensichtlich resistent.

Rottürkis-Diskus

Gesunde Diskusfische verhalten sich viel lebhafter als von Parasiten befallene Artgenossen ("Redspotted Green" aus der Zucht von W. Konrad).

Weitere Versuche mit diesem Mittel varen mit Rücksicht auf die Fische nicht zu verantworten, da die verwendete Konzentration schon nahe an der Letaldosis für Diskusfische lag. Es folgten weitere aufvendige Behandlungs-und Untersuchungsreihen mit Kaliumpermanganat, Kochsalz, Chloramin-T, Ozon und Kupfersulfat - alle jerfolglos. Im Mai 1992 wurde dann erstmals Formaldehydlösung (Formalin) eingesetzt, wonach die Tiere in kurzer Zeit kiemenwurmfrei waren. Formaldehyd wird für die Bekämpfung von Ektoparasiten seit vielen Jahren eingesetzt, doch sind die empfohlenen Tauch- und Kurzbäder mit unterschiedlichen Konzentrationen nicht dazu geeignet, Kiemenwürmer vollständig und dauerhaft abzutöten. Nach einer kurzzeitigen Befreiung von diesen Parasiten erfolgt in der Regel eine Reinfektion über nicht abgetötete Eier, so daß bald wieder die alte Befallsdichte erreicht wird.

In der folgenden Zeit konnte ich eine Methode erarbeiten, die den Entwicklungszyklus der Kiernenwürmer wirkungsvoll unterbricht. Die richtige Wassertemperatur, optimale Dosis und Dauer der Behandlungen sowie die richtige Länge der Behandlungspausen waren zu finden. Die Methode wurde in der Praxis in vielen Fällen auf ihre Wirksamkeit überprüft und verfeinert. Die eigenen Versuche wurden in relativ sauberen Becken mit weitgehend sauberen Filtern durchgeführt. Zur Überprüfung wurden zusätzlich Behandlungen von und bei Aquarianern und Züchtern durchgeführt, die genau nach meinen Anweisungen vorgingen. Die Kontrolluntersuchungen nahm ich zum größten Teil selbst vor. Die unterste Dosis, bei der die Kiemenwürmer abgetötet wurden, lag bei vier Millilitern des etwa 35prozentigen Formalins auf 100 Liter Wasser. Die Diskusfische vertrugen unter den gegebenen Verhältnissen relativ problemlos 15 Milliliter Formalin pro 100 Liter Wasser; sie nahmen sogar das während der Behandlung angebotene Flockenfutter gierig auf. Grundsätzlich sollte während der Behandlung jedoch nicht gefüttert werden. Der Versuch soll nur verdeutlichen, wie wenig die Tiere durch die Behandlung beeinträchtigt werden. Eine Konzentration von 20 Millilitern Formalin auf 100 Liter führte nach 20 bis 30 Minuten zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Fische, die aber nach einem Wasserwechsel sofort wieder nachließ, ohne sichtbare Schäden bei den Tieren zu hinterlassen. Eine Dosis, die die Kiemenwürmer sicher abtötet, ohne die Fische zu schädigen, liegt bei acht bis zehn Millilitern Formalin auf 100 Liter Wasser. Die Behandlung sollte grundsätzlich nur nach eindeutiger Diagnose (mikroskopische Untersuchung) durchgeführt werden. Verstärkte Atmung oder abstehende Kiemendeckel sind keine sicheren Zeichen für einen Kiemenwurmbefall.

Grundlage der neuen Behandlungsmethode ist Formaldehyd
Zur Behandlung wird die in jeder Apotheke erhältliche 35- bis 37prozentige Formaldehydlösung (Formalin) benötigt. Das Mittel ist, wie viele in der Fischheilkunde verwendete Medikamente und Heilmittel, giftig. Es darf auf keinen Fall in die Hände von Kindern gelangen! Die Gefahrenhinweise auf der Flasche sind unbedingt zu beachten! Es sollte nur frisches Formalin verwendet werden. Das Mittel darf nicht unter 8 °C gelagert werden; sollte die verwendete Formaldehydlösung einen weißen Bodensatz aufweisen, ist sie nicht voll wirksam und überdies noch giftiger. Tiere mit offenen Wunden und Schleimhautverletzungen dürfen auf keinen Fall behandelt werden, auch dann nicht, wenn die Verletzungen nur sehr klein sind. Während der Behandlung sollte man die Wohnräume belüften, oder man arbeitet in einem Raum, in dem man sich nicht ständig aufhält.

Die Wassertemperatur muß über den gesamten Behandlungszeitraum von neun Tagen 28 °C betragen. Am ersten Tag gibt man acht bis zehn Milliliter der 35- bis 37prozentigen Formaldehydlösung pro 100 Liter Wasser am besten morgens in das Aquarium, damit man die Fische während der Behandlungszeit beobachten kann. Das Wasser muß stets gut belüftet werden. Bei Unwohlsein der Tiere (übermäßig verstärkte Atmung usw.) muß ein sofortiger Wasserwechsel erfolgen, oder die Tiere müssen in ein anderes Becken umgesetzt werden. Die schonendste Methode ist ein Wasserwechsel, da es dabei nicht zu Schleimhautverletzungen durch das Fangnetz kommen kann. Der Wasserstand wird so weit gesenkt, daß die Tiere gerade noch "stehen" können; danach füllt man aufbereitetes Wasser bis zur doppelten Höhe auf. Anschließend wird der Wasserstand wieder gesenkt. Je nach Größe der Tiere wird dieser Vorgang drei- bis fünfmal wiederholt. Danach wird das Becken erneut vollständig aufgefüllt. Bei Einhaltung der Behandlungshinweise treten die geschilderten Nebenwirkungen kaum auf.

Während der Behandlung darf nicht über absorbierende Mittel (beispielsweise Aktivkohle, frischer Torf) gefiltert werden; auch UV-Lampen sind abzuschalten. Stark verschmutzte Filter sollten vor der Behandlung gereinigt werden, ebenso verschmutzte Scheiben. Abdeckscheiben und deren Auflagen sollten in den ersten vier bis fünf Stunden der Behandlung vom Wasser umspült werden. Von einer Behandlung in Kunststoffbehältern wird wegen möglicher Reaktionen des Formalins mit diesen Stoffen abgeraten.

Das Mittel bleibt ungefähr zehn Stunden im Aquarium; danach muß ein vollständiger Wasserwechsel erfolgen, da Reste des Formalins zu Bakterienmassen-Vermehrungen führen können, die die Fische direkt und/oder indirekt schädigen, zum Beispiel über starke Sauerstoffzehrung. Es ist auch möglich, daß giftige Abbauprodukte der Formaldehydlösung entstehen; außerdem enthält sie rund zwölf Prozent Methanol. Am zweiten, dritten und vierten Tag wird nicht behandelt. Am fünften Tag erfolgt die zweite Behandlung (wie am ersten Tag). Am sechsten, siebten und achten Tag wird wiederum nicht behandelt. Am neunten Tag erfolgt die letzte Behandlung (wie am ersten und fünften Tag).

Gyrodactylus Kiemenwurm

Gyrodactylus Kiemenwurm

Dactylogyrus Kiemenwurm

Dactylogyrus Kiemenwurm

Lebendgebärender Kiemenwurm der Gattung Gyrodactylus; beachte den zweizipfeligen, augenlosen Kopf.
Zeichnungen: O. Gehrung (verändert nach Schäperclaus 1941).

Die Kiemenwürmer der Gattung Dactylogyrus legen Eier; am einfachsten erkennt man sie an dem vierzipfeligen Kopf mit den vier schwarzen Augen (Seiten und Ventralansicht).

Gegen Formalin scheint es keine Resistenzbildung zu geben
Die geschilderte Behandlungsmethode habe ich schon kurz nach ihrer Entwicklung vielen Aquarianern und Züchtern mitgeteilt. Sie wurde darüberhinaus im Diskus-Rundbrief (Nr. 17) der Diskus-Züchtergemeinschaft veröffentlicht. Deshalb konnten sich schon zahlreiche Diskus-Halter von ihrer Wirksamkeit überzeugen. Auch Kiemenwürmer, die gegen andere Mittel resistent geworden sind, konnten erfolgreich bekämpft werden. Ausfälle waren selten zu beklagen. Wenn das der Fall war, lag es oft an einer unsachgemäßen Vorgehensweise, wie etwa daran, daß trotz Wunden oder Schleimhautverletzungen oder aber in stark belastetem Wasser und bei verschmutzten Filtern behandelt wurde. Im letzten Fall wurden bei der ersten Behandlung oft die häufig im Filter lebenden Stylaria (drei bis zehn Millimeter lange Ringelwürmer, die sich Fischen gegenüber aggressiv verhalten können) herausgelöst. Bevor sie schließlich durch das Formalin abgetötet wurden, trieben sie in großen Mengen durch das Aquarium, wo sie dann den Diskusbuntbarschen auf der Haut und auf den Kiemen teilweise große Probleme bereiteten. Um das zu verhindern, sollte der Filter vorher gereinigt und eventuell getrennt für drei bis vier Stunden mit einer Dosis von zehn Millilitern Formalin auf 100 Liter Wasser desinfiziert werden, bevor mit der eigentlichen Behandlung begonnen wird.

Ein weiterer Vorteil besteht in den seltenen Nebenwirkungen, etwa im Vergleich zu Trichlorfon. Einmal davon abgesehen, daß Trichlorfon in den meisten Fällen nicht mehr wirkt, waren bei den Behandlungen mit diesem Wirkstoff viele Verluste zu beklagen; außerdem dauerten die Nebenwirkungen einer Trichlorfonbehandlung noch zwei bis drei Wochen an. Die Tiere hatten blasse Farben, waren schreckhaft, besaßen dunkle Augen und fraßen in der Regel sehr schlecht. Das liegt daran, daß Trichlorfon ein Pestizid ist, das in den Synapsen der Nervenzellen wirkt, indem es die Übertragung der Nervenimpulse beeinträchtigt, was bei den behandelten Tieren zu Dauerkrämpfen führt. Diese Wirkung ist bei den Würmern beabsichtigt, bei den Fischen aber unerwünscht. Sie kann bei einigen Arten, die oft mit Diskusbuntbarschen vergesellschaftet werden, etwa verschiedenen Welsen, zum Tode führen. Entfernt man diese Fische vor der Behandlung in ein anderes Becken, um sie danach zu den Diskus zurückzusetzen, führt das zu einer Reinfektion. Die einzige Möglichkeit, urn das zu verhindern, bestand in der Regel darin, auf die doch recht interessanten und nützlichen Tiere zu verzichten. Blaue Antennenwelse (Ancistrus cf. dolichopterus) zum Beispiel vertragen das Formalinbad und können gleichzeitig mit den Diskusfischen behandelt werden.

Rottürkis-Diskus mit intensiver Rotfärbung aus der Zucht von Gerhard Rahn


Ein erwachsenes "Rottürkis"-Nachzuchttier mit intensiver Rotfärbung aus der Zucht des Verfassers.

Formaldehyd wird auf natürliche Weise abgebaut
Ein Bad mit Formalin kann in relativ kurzer Zeit durchgeführt werden. Außerdem ist das Mittel preisgünstig. Die Behandlung der Fische eines Beckens von 300 Liter Inhalt kostet etwa DM 2,50. Im Gegensatz zu einer Behandlung mit Trichlorfon ist eine schädliche Auswirkung, etwa über das Abwasser auf die Kläranlage, ausgeschlossen, da das Formaldehyd auf natürliche Weise (von Bakterien) zu unschädlichen Stoffen (Kohlendioxid) abgebaut wird. Außerdem ist es nicht verschreibungspflichtig. Formalin ist ein Zellgift; eine Ausbildung von Resistenzen ist nicht zu erwarten.
Bleibt ein Behandlungserfolg trotz richtiger Anwendung aus, sollte überprüft werden, ob nicht eventuell Kunststoffe als Ursache in Frage kommen, beispielsweise bei der Behandlung in Kunststoffbehältern. Eventuell ist das Formalin auch durch eine falsche Lagerung nicht mehr voll wirksam. In diesem Fall sollte die Behandlung mit frischem Formalin wiederholt werden. Bei sachgerechter Anwendung ist eine Gefährdung für den Menschen auszuschließen. Schon im Wasser ist die Konzentration sehr gering: ein Teil des Stoffes wird durch Bakterien im Aquarium wie auch im Filter umgewandelt. Nur ein minimaler Bruchteil kann in die Raumluft entweichen.
Bei Formalin wird eine kanzerogene (krebserregende) Wirkung vermutet, bei Malachitgrünoxalat ist sie sogar nachgewiesen - dennoch verwenden viele Aquarianer diesen Farbstoff bedenkenlos! Die Raumluftkonzentration an Formalindämpfen dürfte übrigens wesentlich niedriger liegen als in einem Zimmer, in dem geraucht wird.

Der Autor Gerhard Rahn am Mikroskop
Der Autor beim Mikroskopieren

Trotz der vielen Vorteile kann natürlich niemand eine l00prozentige Garantie dafür geben, daß jede Behandlung gelingt; auch kann der Autor nicht für eventuelle Schäden verantwortlich gemacht werden. Letztendlich muß jeder Aquarianer die Entscheidung für oder gegen eine Formalinbehandlung selbst treffen. Wer jedoch einmal Diskusfische erlebt hat, die keine Kiemenwürmer mehr haben, wird sich leichter für diese Maßnahme entscheiden; er sollte dann aber alle seine Tiere behandeln. Damit eine Reinfektion unterbleibt, müssen Neuzugänge gründlich untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Erst nach einer Quarantänezeit von etwa sechs Wochen und einer weiteren Kontroll Untersuchung sollte man sie zu den anderen Fischen setzen. Andernfalls müßten die Tiere wesentlich häufiger behandelt werden. Das wäre auch aus tierschutzrechtlichen Gründen genauso abzulehnen wie das Zurücksetzen behandelter Fische in ein Aquarium mit infizierten Diskusfischen.
Ein bis zwei Monate nach einer Behandlung entsprechend dem beschriebenen Plan sollte ein Tier mikroskopisch untersucht werden. Ist es kiemenwurmfrei, berechtigt das zu der Hoffnung, daß die Fische in Zukunft ohne Kiemenwürmer leben werden. Ein negatives Untersuchungsergebnis nach weiteren ein bis zwei Monaten macht diese Hoffnung schon fast zur Gewißheit. Wer dann bei Neuzugängen die erwähnten Vorsichtsmaßnahmen einhält, kann so gut wie sicher sein, seine Tiere von den lästigen Plagegeistern befreit zu haben.

Literatur
Amlacher. E. (1981): Taschenbuch der Fischkrankheiten. Stuttgart.
Roberts, R. J., & H.-J. Schlotfeldt (1985): Grundlagen der Fischpathologie. Berlin, Hamburg.
Reichenbach-Klinke, H.H. (1980): Krankheiten und Schädigungen der Fische. Stuttgart.
Schubert, G.  (1978): Krankheiten der Fische. Stuttgart.
Untergasser, D. (1989): Krankheiten der Aquarienfische. Diagnose und Behandlung. Stuttgart.


© Text, Bilder: Beitrag aus dem DATZ -Sonderheft 'Diskus', 10/1996, S. 48-51, mit freundlicher Genehmigung des Autors, der Datz und des Ulmer-Verlages

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