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Einige Zierfischgattungen und ihre Pflege im Aquarium im Überblick

Von Viktor Kopp

CichlidenKillifischeLabyrinthfischeRegenbogenfischeSchwielenwelse

Cichlidae - Buntbarsche

Die Familie der Cichliden stellt mit rd. 160 Gattungen und fast 1.000 beschriebenen Arten eine der größten Fischfamilien dar.
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Buntbarsche erstreckt sich über Afrika, Mittel- und Südamerika und Teile von Asien. Auch auf Madagaskar kommen einige Arten von Cichliden vor. In Asien findet man Buntbarsche in Südindien und Sri Lanka.
Diese Fischfamile umfaßt kleine bis mittelgroße Fische mit überwiegend typischer Barschgestalt. Es gibt aber auch sehr langgestreckte (Crenicichla, Julidochromis) sowie sehr hohe, seitlich abgeflachte Fische (Pterophyllum, Symphysodon).
Cichliden haben nur eine Rückenflosse, die aus einem vorderen hartstrahligen und einem hinteren weichstrahligen Teil besteht. Die Seitenlinie ist meist zweiteilig. Der Kopf der Buntbarsche ist durchweg groß, oft wird auch bei älteren Männchen auf der Stirn ein stattlicher Fettwulst ausgebildet.
Diese Fische bewohnen die unterschiedlichsten Lebensräume. Kaum eine Familie hat sich so vielfältigen Umweltbedingungen und ökologischen Besonderheiten angepaßt wie die Buntbarsche. Besonders in den afrikanischen Grabenseen (Tanganjika-, Malawisee) ist es ihnen gelungen, die ausgefallensten ökologischen Nischen zu besetzen und sich zu behaupten. Aber auch viele andere, mit extremen Umweltbedingungen versehene Lebensräume werden von ihnen besiedelt: Stromschnellengebiete (Steatocranus, Teleogramma, Lamprologus), Sodaseen (Sarotherodon), Thermalgewässer mit Temperaturen bis zu 40° C, Höhlengewässer, extrem sauerstoffarme Wassergebiete (Sarotherodon).

Die Nahrung der Cichliden ist sehr vielfältig. Generell sind sie aber, bis auf ein paar ausschließlich pflanzenfressende Arten (Tilapia, Geophagus), mehr oder weniger große Raubfische, die vorwiegend Insektenlarven, Würmer und Fische fressen. Einige Arten sind sogar ausgesprochene Fischfresser (Cichla ocellaris, Crenicichla). Die meisten Buntbarsche werden zwischen 5 und 30 cm lang. Jedoch gibt es einige Ausnahmen, die bis zu 80 cm groß werden können. Diese Arten sind in ihrer Heimat geschätzte Speisefische und werden teilweise auch in anderen Gebieten der Erde (Asien) in Fischfarmen als Speisefisch gezüchtet (Sarotherodon esculentum).
Cichliden zeigen eine große Anzahl an interessanten Verhaltensweisen, daher sind viele Arten als wissenschaftliche Versuchsobjekte besonders für die Ethologie wichtig. Fast alle Cichliden legen ihre Eier auf einem Substrat ab. Nur einige wenige Arten stoßen ihre Eier in das freie Wasser aus (Tropheus). Heute hat es sich allgemein durchgesetzt, die Cichliden nach der Form ihrer Brutpflege in Offenbrüter und Versteckbrüter einzuteilen, wobei Maulbrüter und Höhlenbrüter Sonderformen des Versteckbrütens darstellen. Auch bei den Maulbrütern kann zwischen zwei Formen unterschieden werden: die ovophilen Maulbrüter nehmen die Eier sofort nach ihrer Abgabe ins Maul, während die larvophilen Maulbrüter ihre Eier in der Art von Offenbrütern ablegen und erst die geschlüpften Larven ins Maul nehmen.

Zwischen Offen- und Versteckbrütern gibt es viele Unterschiede:
Bei den Offenbrütern sind die Eier meist klein und unscheinbar gefärbt, sie haften sehr gut und die Gelegegröße kann bis zu 10.000 Stück betragen. Die Geschlechtsunterschiede sind von Art zu Art sehr verschieden, es gibt aber nur wenig Offenbrüter mit keinen äußerlich erkennbaren Geschlechtsunterschieden (Symphysodon, Pterophyllum).
Die Eier der Versteckbrüter sind mittelgroß und dotterreich. Die farbigen Eier sind haftend, die Gelegegröße übersteigt selten 200 Stück. Zwischen den Geschlechtern sind deutliche Unterschiede zu erkennen. Die Männchen sind farbenprächtiger und größer.
Bei den ovophilen Maulbrütern sind die Eier noch größer und häufig sehr intensiv gefärbt. Die Anzahl ist klein (selten über 100 Stück), bei Tropheus-Arten kaum über 15 Stück. Die Eier haften nicht oder fast nicht mehr. Die Geschlechter zeigen sehr große Unterschiede.
Mit dieser Einteilung der Cichliden können aber nicht alle auftretenden individuellen Möglichkeiten erklärt werden. Daher muß auch die Art der Rollenverteilung von Männchen und Weibchen bei der eigentlichen Pflege der Brut näher in Augenschein genommen werden. Daraus ergeben sich fünf verschiedene Familienformen:

Elternfamilie:
Es erfolgt eine weitgehende Aufgabenteilung zwischen Männchen und Weibchen, wobei allerdings die Revierverteidigung hauptsächlich vom Männchen übernommen wird. Nach dem Freischwimmen führen beide Elternteile in gleichem Maße. Es tritt kein oder kaum Sexualdimorphismus auf. Grundsätzlich sind die Tiere monogam, jedoch ist das nicht immer so. Als Beispiele können Symphysodon und Pterophyllum (Offenbrüter), Julidochromis (Höhlenbrüter), Chromidotilapia und Geophagus (Maulbrüter) genannt werden.

Vater-Mutter-Familie:
Hier übernimmt ausschließlich die Mutter die Pflege des Laichs und der Eier, während sich der Vater um die Revierverteidigung kümmert. Nach dem Freischwimmen der Jungtiere führen beide Elternteile. Es liegen deutliche Geschlechtsunterschiede vor. Die Partner sind monogam, jedoch muß die Ehe nicht auf Dauer sein. Beispiele: Pelvicachromis Mann-Mutter-Familie:
Das Männchen beansprucht ein Großrevier, welches mehrere kleine Brutreviere von Weibchen umfaßt. Das Männchen übernimmt die Verteidigung aller Brutreviere, ist aber an der eigentlichen Pflege des Nachwuchses nicht beteiligt. Das Männchen ist polygam. Es tritt ein deutlicher Unterschied der Geschlechter auf: das Männchen ist größer und oft völlig anders gefärbt. Beispiele: Apistogramma, Nannacara.

Mutterfamilie:
Hier betreibt nur das Weibchen Brutpflege, diese erfolgt aber nicht innerhalb des Revier eines Männchens. Es fehlt jegliche Bindung zwischen den Geschlechtspartnern, Männchen und Weibchen laichen mit mehreren Partnern ab. Es sind sehr starke Geschlechtsunterschiede vorhanden. Diese Form der Familie tritt ausschließlich bei Maulbrütern im engeren Sinne auf (Haplochromis, Pseudotropheus).

Vaterfamilie:
Eine echte derartige Familie tritt nur bei einer Art, Sarotherodon melanotherow, auf. Hier trägt das Männchen Eier und Larven im Maul. Äußerliche Geschlechtsunterschiede liegen nicht vor. Die Tiere sind während einer Laichperiode monogam.
Bei vielen maulbrütenden Cichliden gibt es noch eine Besonderheit: die sogenannte Eifleckmethode. Dabei handelt es sich um besondere farbliche Zeichnungen, die in Größe, Form und Farbe den Eier der eigenen Art sehr gleichen. Diese Eiflecke dienen zur Sicherung der Besamung der Eier. Viele Maulbrüter-Weibchen nehmen sofort nach der Ablage die Eier ins Maul auf. Eine Befruchtung ist durch diese Verhaltensweise erschwert. Daher sind bei vielen Maulbrüter-Männchen diese Eiattrappen in der Afterflosse ausgebildet. Das Männchen spreizt seine Afterflosse mit den Eiattrappen vor dem Weibchen. Wenn nun das Weibchen die vermeintlichen Eier noch ins Maul aufnehmen will, gibt das Männchen sein Sperma ab. Dieses gelangt in das Maul des Weibchens und befruchtet dort die Eier.


Cyprinodontidae - Killifische, eierlegende Zahnkarpfen

Die Gruppe der Killifische ist nahezu über die gesamte Welt verbreitet. Lediglich in den Gewässern Australiens und den nördlichen Gebieten Europas, Asiens und Nordamerikas schwimmen keine Killifische. Die meisten Arten kommen allerdings im tropischen und subtropischen Teil Südamerikas und Afrikas vor.
Der Name Killifisch rührt vermutlich von holländischen Einwanderern in Nordamerika her, die diese Fische in kleinen Wassergräben, holländisch "Kills" genannt, gefunden haben.
Von der Körpergestalt her sind Killifische sehr uneinheitlich. Die Formen reichen von schlanken, hechtartigen Körpern bis zu hochrückigen, fast karpfenähnlichen, Formen.
Entwicklungsgeschichtlich handelt es sich um relativ junge Fische, die knapp vor der Trennung Afrikas und Südamerikas entstanden sind und sich auf beiden Kontinenten unterschiedlich weiterentwickelten.
Die Männchen vieler Killifischarten zeigen prächtige Farben und Flossen, während die Weibchen im Regelfall farblos bleiben.
Viele Killifische bewohnen regelmäßig austrocknende Gewässer und haben ihren Lebensrythmus vollständig daran angepaßt (sogenannte Saisonfische). Die Tiere leben manchmal nur einige Monate, während ihre Eier über lange Zeiträume im fast ausgetrockneten Boden verbleiben. Sobald dann wieder Wasser fließt, schlüpfen die Jungen. Viele dieser Arten sind so stark angepaßt, daß diese Ruhephasen der Eier auch bei Aquarienhaltung eingehalten werden müssen.

Generell kann man beim Fortpflanzungsverhalten der Killifische zwischen Haftlaichern und Bodenlaichern unterscheiden:
Die Haftlaicher legen ihre Eier an feinfiedrigen Pflanzen oder Ähnlichem ab. Arten, die diese Fortpflanzungsmethode bevorzugen, leben in Gewässern, die ganzjährig Wasser führen. Ihre Eier brauchen brauchen keine Ruhephase. Die Tiere leben länger, oft mehrere Jahre.
Bodenlaicher legen ihre Eier in losem Bodengrund, Schlamm etc. ab. Diese Arten leben in regelmäßig austrocknenden Gewässern. Ihre Eier brauchen eine mehrwöchige bis mehrmonatige Ruhepause. Der Lebenszyklus dieser Tiere ist oft schon nach einigen Monaten, zumindest nach einem Jahr, abgelaufen.

Es gibt auch einige Arten, die das Fortpflanzungsverhalten an die Umgebung anpassen können, d.h. sie können sowohl die Fortpflanzungsstrategie der Haftlaicher als auch der Bodenlaicher anwenden.
Allen Killifischen gemein ist, daß sie keine hohen Wassertemperaturen brauchen. 22 bis 25 °C sind zur Haltung in den meisten Fällen ausreichend. Ansonsten bevorzugen sie, wie viele andere Fische, weiches und saures Wasser. Diese Wasserwerte ergeben sich, gerade bei Bodenlaichern, automatisch, da Torf bei ihnen ein sehr beliebtes Laichsubstrat ist.
Die Ernährung ist relativ einfach. Die meisten Arten sind Allesfresser, wobei von vielen kleine Wassertiere und Jungfische als Nahrung bevorzugt werden. Es gibt aber auch Arten, die sich gerne von pflanzlicher Kost ernähren (z.B. Jordanella florida, der Floridakärpfling).
Killifische können bereits in sehr kleinen Aquarien gepflegt werden, allerdings sind die Männchen untereinander recht streitbar.


Anbantoidae - Kletterfische, Labyrinthfische

Diese Unterordnung der Barschartigen Fische (Perciformes) dürfte vor 50-60 Millionen Jahren entstanden sein. Es sind fossile Funde aus Sumatra und Java bekannt. Das Vorkommen dieser Fischgruppe beschränkt sich auf Afrika, große Teile Asiens und den Subkontinent Indien.

Die Kletterfische sind eine in der Entwicklungsgeschichte der Fische relativ spät entstandene Gruppe. Sie besitzen ein zusätzliches Atmungsorgan, das sogenannte Labyrinth (daher auch der Name Labyrinthfische oder Labyrinther). Es handelt sich dabei um eine Ausbuchtung der Kiemenhöhle über den Kiemenbögen mit kleinen, labyrinthartig angeordneten Knochenplatten, die mit einer stark durchbluteten Haut überzogen sind. Dieses Organ ermöglicht ihnen die Aufnahme von atmosphärischen Sauerstoff indem die, durch den Mund aufgenommene, Luft in diese Labyrinthhöhle gedrückt und ihr vom Blut in der Haut der Sauerstoff entzogen wird. Die Fische sind auch imstande, einige Stunden außerhalb des Wassers zu überleben, sofern sie nicht austrocknen. Angeblich soll die Art Anabas testudineus (Kletterfisch oder Kletterbarsch) sogar imstande sein, auf Bäume zu klettern (daher auch der Name Kletterfische). Diese Eigenschaften ermöglichen es den Labyrinthern, in austrocknenden Gewässern länger zu überleben und neue Lebensräume zu suchen. Sie können auch biologisch ungünstige Gebiete (z.B. mit geringem Sauerstoffgehalt, hohen Temperaturen, schlechter Wasserqualität) besiedeln.
Viele Labyrinther, insbesondere die etwas größer werdenden Arten, werden auch als Nutzfische gezüchtet. Unter Anderem werden der Riesengurami (Osphronemus gorami) und der küssende Gurami (Helostoma temminckii) als Speisefisch sehr geschätzt.

Als Nutzfisch kann auch der Schleierkampffisch (Betta splendens) betrachtet werden. Er wird in Thailand in Massen gezüchtet und stellt einen gefragten Exportartikel dar. Außerdem werden dort seit über 100 Jahren Fischkämpfe zwischen Kampffischen als Wettsport veranstaltet.

Viele Arten zeigen ein beeindruckendes Fortpflanzungsverhalten. Teilweise werden große, kunstvolle Nester aus Luftblasen und Pflanzenteilen auf der Wasseroberfläche errichtet, teilweise werden die Jungen im Maul eines Elternteils ausgebrütet. Allen Arten gemeinsam ist ein spezielles Laichverhalten: die Männchen umschlingen die Weibchen, die währenddessen ablaichen. Sehr viele Arten betreiben auch Brutpflege, wobei im Regelfall das Männchen das Nest und die heranwachsende Fischbrut betreut und beschützt.
Die Männchen der einzelnen Arten sind oft sehr aggressiv untereinander, wobei die Kämpfe durchaus zu heftigen Beissereien führen können, die zerfetzte Flossen, im schlimmsten Fall den Tod des Unterlegenen zur Folge haben.
Unter den Labyrinthfischen gibt es auch ausgezeichnete Springer, die ihre Nahrung aus dem Wasser heraus erbeuten.

Labyrinthfische sind im Regelfall sehr wärmebedürftig, auch die Luft über dem Aquarium darf nicht zu kalt sein. Es gibt einige Arten, die als ausgesprochene Anfängerfische sehr gut für das Aquarium geeignet sind. Sie vertragen fast alles, was ihnen zumutet wird, sofern die Luft über dem Aquarium warm genug ist.


Melanotaenidae - Regenbogenfische

Diese Fische kommen ausschließlich in Australien und Neu Guinea vor. Sie haben eine hochrückige Gestalt, wobei der Kopf deutlich vom hochgewölbten Rücken abgesetzt ist. Es sind sekundäre Süßwasserfische, d.h., sie haben sich aus Salzwasserfischen, die (gezwungenermaßen) mit Süßwasser vorlieb mussten, entwickelt. Erkenntlich ist dies am einfachsten an ihren 2 Rückenflossen, die eigentlich für Meeresfische typisch sind. Ihre nächsten Verwandten, die Meeräschen, sind auch im Meer beheimatet.

Die verschiedenen Regenbogenfischarten entstanden erst vor relativ kurzer Zeit, teilweise ist die Artbildung noch gar nicht abgeschlossen. Daher besteht wegen der nahen Verwandtschaft immer die Gefahr, dass sich die Arten untereinander kreuzen. Die Nachkommen solcher Kreuzungen sind zum Teil auch selbst fortpflanzungsfähig. Da die meisten Arten sehr laichfreudig sind und auch im Hälterungsbecken Jungtiere aufwachsen können, sollte, wenn möglich, immer nur eine Art pro Aquarium gehalten werden.
Die meisten Regenbogenfische kommen in der Natur in relativ kühlen Gewässern vor. Dementsprechend benötigen sie Temperaturen, die 25 °C nicht übersteigen sollten. Höhere Temperaturen werden von ihnen zwar vertragen, aber ihre Lebensspanne verkürzt sich sehr stark und sie werden anfällig für Krankheiten, insbesondere für Geschwürbildungen.

Hinsichtlich der Wasserhärte sind sie sehr anpassungsfähig, wenn das Wasser auch nicht zu weich (unter 8 °dGH) sein sollte. Einige Arten, wie Glossolepis incissus, sind echte Hartwasserspezialisten, die sich erst bei über 20 °dGH wirklich wohl fühlen. Bezüglich des pH-Wertes sind sie ähnlich anpassungsfähig. Solange er über 7 liegt, sind sie zufrieden, wobei Werte im Bereich vom pH 7,8 bis 8,5 eindeutig bevorzugt werden.
Nur eine Regenbogenfischart, Melanoaenia praecox, weicht von diesen Ansprüchen ab. Sie bevorzugt weiches und schwach saures Wasser. Als Schwarmfische fühlen sich Regenbogenfische erst in Gruppen ab 7 bis 8 Tieren wirklich wohl. Als Vielschwimmer brauchen sie langgestreckte Becken mit einer Breite, die der zehnfachen Körperlänge entsprechen sollte. Die Aquarien sollten viel Schwimmraum bieten, eine Bepflanzung des Hintergrundes mit hochwachsenden Pflanzen und des Bodens mit niedrigem Bewuchs ist ratsam. Auch schätzen sie eine Deckung nach oben durch Schwimmpflanzen oder auf der Wasseroberfläche flutenden Blättern. Die meisten Regenbogenfische lieben auch eine kräftige Strömung und frisches Wasser, ein wöchentlicher Wasserwechsel von mind. 30% ist sicher nicht zuwenig.

Regenbogenfische halten sich hauptsächlich in der Mitte des Aquariums auf. Das Futter wird gerne von der Wasseroberfläche aufgenommen, am Boden liegendes Futter ist nur in Ausnahmefällen von Interesse. Sie sind Allesfresser, die auch Pflanzennahrung (zB Wasserlinsen) benötigen. Besonders beliebt ist Anflugnahrung (jede Art von Insekten, die ins Maul passen, wie Drosophila, Mikroheimchen, Ameisen, Stubenfliegen, Spinnen, etc.)

Während der Balz und bei Kämpfen zeigen Regenbogenfische einen breiten weissen bis dunkelgelben Strich, der von der Oberlippe über die Nase und die Stirn bis zum Ansatz der ersten Rückenflosse reicht. Insbesondere bei Männchen ist dieses Merkmal intensiv ausgeprägt. Die Weibchen sind insgesamt blasser gefärbt und haben eine kürzer ausgezogene zweite Rücken- und Afterflosse. Die Färbung der Regenbogenfische ist nur zum geringen Teil auf in die Haut eingelagerte Pigmente zurückzuführen, sondern ergibt sich aus der Reflexion des Lichtes auf den Schuppen. Durch geringe Veränderung der Lichteinstrahlung oder der Schuppenstellung kann sich somit die Farbe des Fisches schnell und stark ändern. Aus diesem Grund sollte die Beleuchtung möglichst von vorne oben oder leicht seitlich oben erfolgen. Nur so zeigen sich die Fische im vollen Glanz.
Regenbogenfische sind Dauerlaicher, die keine besonderen Vorkehrungen für die Zucht brauchen. Die Tiere laichen willig auch im Hälterungsbecken, wobei sie Pflanzenbüschel knapp über dem Boden oder die Wurzeln von Schwimmpflanzen als Laichsubstrat bevorzugen. Sehr förderlich für die Laichstimmung ist frisches Wasser. Die bevorzugte Zeit ist der frühe Morgen, wenn dann noch ein paar Sonnenstrahlen ins Aquarium fallen, werden sie täglich laichen. Man kann den Tieren Wollmobs, Javamoosbüschel oder auf Steine gebundenes Ricchia als Ablaichsubstrat anbieten. Nach einigen Tagen überführt man diese dann in das Schlupf- und Aufzuchtbecken, wo nach 1-2 Wochen die winzigen Jungen schlüpfen. Anfangs fressen sie nur Infusorien und allerfeinstes Trockenfutter, nehmen aber bald auch Artemianauplien an. Man sollte möglichst bald viele verschiedene Futtersorten reichen, da sie, ausschließlich mit Artemia aufgezogen, später erst mühsam an andere Futtersorten gewöhnt werden müssen, was durchaus zu Ausfällen führen kann. Die Jungen sind anfangs empfindlich gegenüber einer Änderung der Wasserwerte, die regelmäßigen Teilwasserwechsel sollten recht häufig erfolgen, aber nicht mehr als etwa 10% ausmachen.
Regenbogenfische wachsen relativ langsam und färben sich erst sehr spät aus. Viele Arten erreichen ihre vollständige Färbung erst im Alter von 1,5 bis 2 Jahren.


Callichtyidae - Schwielenwelse

Die Familie der Schwielenwelse umfaßt 6 Gattungen, deren Vorkommen auf Südamerika und Trinidad beschränkt ist. Die Gattung Corydoras ist innerhalb der Schwielenwelse mit über 100 Arten am zahlreichsten vertreten. Die Tiere kommen in allen Gewässertypen, also im Weiß-, Klar- und Schwarzwasser, vor.

Schwielenwelse besitzen eine zusätzliche Atmungsmöglichkeit. Neben dem normalen Gasaustausch über die Kiemen können sie auch über den Darm Sauerstoff aufnehmen. Dazu wird von der Wasseroberfläche atmospherische Luft durch das Maul aufgenommen. Dabei lösen sie sich vom Boden, bleiben rüttelnd einige Zeit im freien Wasser stehen und schießen anschließend zur Wasseroberfläche und heben ihren Kopf einige Zentimeter weit aus dem Wasser. Bei starken Temperaturdifferenzen zwischen dem Wasser und der Luft darüber, kann dies zu Störungen im Darmtrakt der Welse führen.
Dieses Verhalten läßt sich durch die natürliche Umwelt der Welse erklären. Sie leben in kleinen und kleinsten Buchten und Seen, in denen die bodennahen Wasserschichten oft nur wenig Sauerstoff führen.

Es herrscht allgemein die Auffassung vor, Schwielenwelse, insbesonders die häufig gepflegten Corydoras-Arten, seien nacht- und dämmerungsaktive Tiere, die man tagsüber nur bei der Fütterung zu sehen bekommt. Diese Ansicht beruht hauptsächlich auf dem Umstand, daß selten ein Schwarm von 5 oder (besser) 10 Tiere einer Art gepflegt wird. Bei wenigen Tieren sind sie tatsächlich scheu, halten sich versteckt und zeigen nicht das volle Spektrum ihres Verhaltens. Werden die Tiere aber im Schwarm gehalten, entpuppen sie sich als tagsüber putzmuntere Gesellen, die beständig auf der Suche nach Nahrung den gesamten Aquarienboden absuchen und sehr interessante Verhaltensweisen zeigen, insbesondere, wenn mehr Männchen als Weibchen vorhanden sind. Auch die Zucht vieler Arten wird bei dieser Haltungsweise leichter gelingen.
Schwielenwelse halten sich hauptsächlich am Boden auf und durchwühlen ihn mit ihren Barteln nach Freßbarem. Die Panzerwelse zeigen übrigens bei sehr häufiger Fütterung mit Tubifex keine Mangelerscheinungen oder Verfettungen. Da derartige Würmer wohl auch in den heimatlichen Gewässern zu den Hauptnahrungsquellen zählen, scheint das Verdauungssystem der Tiere in der Lage zu sein, diese, doch recht ungesunde, Nahrung hervorragend zu verwerten.

Die Schwielenwelse sind recht robuste Tiere, manche, Corydoras paleatus beispielsweise, halten sogar extreme Temperaturen ohne größere Schäden aus. Für die meisten gilt aber, daß die Temperatur nicht unter 20 °C sinken und nicht über 28 °C steigen sollte. Auch plötzliche Temperaturwechsel von 2 bis 4 °C machen den Tieren nichts aus. Am wohlsten fühlen sie sich bei Temperaturen zwischen 22 und 26 °C, wobei die heller gefärbten Arten auch höhere Temperaturen brauchen. Natürlich sind auch Wasserhärte und pH-Wert wichtige Kennzahlen für eine erfolgreiche Pflege von Schwielenwelsen. Am Besten sind Werte unter 10 °dH und einem pH-Wert von 7. Es werden aber auch etwas höhere Werte vertragen.
Als Futter nehmen Welse praktisch alle angebotenen Lebend-, Frost- und Trockenfuttermittel an. Einzige Bedingung ist, daß das Futter auf den Boden absinken muß. Manche Tiere ernähren sich auch von Pinselalgen, die auf Steinen und Wurzeln wachsen.

Als bodenbewohnende und den Boden durchpflügende Arten sollte man für ihre Pflege einen rundgeschliffenen Bodengrund mit einer Körnung nicht über 1-2 mm, besser kleiner, wählen.


© Text: Viktor Kopp

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