Zierfischforum.at :: Foren-Übersicht
Schauaquarium-Wettbewerb Show | Wiki | Ratgeber | LeseEcke | Zierfisch-DB | Galerie | IRC-Chat
Im Forum werben
Einloggen, um alle Funktionen im Zierfischforum kennenzulernen Login Jetzt Registrieren, um Zierfischforum.at kennenzulernen Registrieren Suche Suche Einstellungen im Profil ändern Profil Private Nachrichten (PN) lesen oder schreiben Private Nachrichten Fragen zum Forum - FAQ FAQ Forum in der Portalansicht Portal Startseite Forum Aquaristik-Zentrum Innsbruck Shop  

[Im Gespräch]: Dr. Oliver Hochwartner, Veterinär
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8  Weiter
Auf Beitrag antworten    Zierfischforum.at Foren-Übersicht -> Medien Forum
Themenstarter Nachricht
Jürgen
Team Zierfischforum
Team Zierfischforum



Alter: 48
Tierkreiszeichen: Affe
Anmeldungsdatum: 31.01.2003
Beiträge: 4903
Wohnort: Innsbruck
Fische: 8382

Status: Offline

BeitragBeitrag #1 vom 28.12.2004 - 13:34  Titel:  [Im Gespräch]: Dr. Oliver Hochwartner, Veterinär

Hallo,

Ich freue mich, dass wir Dr. Oliver Hochwartner als Gast in der Reihe 'Im Gespräch' begrüssen dürfen.
Oliver ist Tierarzt und hat sich bei seiner Arbeit auf Fische, hier v.a. Nutzfische und Zierkarpfen (Koi) spezialisiert. Er sollte im Hinblick auf die Vermeidung von Krankheiten und die Optimierung der Hälterungsbedingungen auch im Aquarium wertvolle Tipps geben können. Ich bitte Oliver, sich selber kurz vorzustellen, und schon kanns losgehen Zwinker

Das Gespräch wird, wie das von Klaus auch, über mehrere Wochen gehen. Nachdem beide Gesprächspartner voll im Berufsleben stehen, kann es mit der Beantwortung natürlich etwas dauern. Also - trotzdem mal frei Klappe drauflos posten, die Antworten folgen.

Grüsse,
Jürgen



masterperegrin
Pfingstochs



Alter: 35
Tierkreiszeichen: Hahn
Anmeldungsdatum: 02.06.2004
Beiträge: 706
Wohnort: Kierling
Fische: 34

Status: Offline

BeitragBeitrag #2 vom 28.12.2004 - 23:14  Titel:  

Okay, dann stell ich gleich einmal eine naive Frage (edit: sind mehr geworden):

Man liest immer wieder, daß man in vielen Fällen mit einer schwachen Kochsalzlösung behandeln soll.

Was bewirkt das Salz da (tötet es Keime und aber den Fisch nicht?)?

Für welche Fisch-Obergruppen kommt so ein Bad in Frage, oder eh für alle?

Wogegen kann man damit ankämpfen?

Welche Konzentrationen sind vernünftig?

Wie geht man praktisch vor?
helmut
Mitglied
Mitglied





Anmeldungsdatum: 23.08.2004
Beiträge: 7792
Wohnort: nähe Karlsruhe
Fische: 29860

Status: Offline

BeitragBeitrag #3 vom 29.12.2004 - 00:01  Titel:  

Ich bitte Oliver, sich selber kurz vorzustellen, und schon kanns losgehen

muß auch ohne gehen Rolling Eyes



Hallo Doc

Ein Thema, immer aktuell und in der Welt der Aquarianer stets kontrovers diskutiert.

wie töte ich einen Fisch

Ich selbst habe die Möglichkeit an Procain oder Novacain zu kommen, wobei mir die mögliche, cancerogene Wirkung (MS222) bekannt ist.

Ich muß aber gestehen, dass ich das Mittel, zumeist aus Faulheit, nicht anwende. Ein kräftiger Schlag auf den Kopf tut es auch, oder irre ich da?

Gruß aus Karlsruhe
helmut[/i]
Tatjana
Mitglied
Mitglied



Alter: 48
Tierkreiszeichen: Affe
Anmeldungsdatum: 15.02.2004
Beiträge: 5965
Wohnort: 6252 Breitenbach
Fische: 21544

Meine Auktionen:
Mein ebay

Status: Offline

BeitragBeitrag #4 vom 29.12.2004 - 10:03  Titel:  

Hallo.

Stelle auch mal Fragen. Ich hatte mal Probleme mit Würmern bei meinen Guppys. Anzeichen waren abmagern, weiss Koten. Ich behandelte mit Gyrodactol. Nach einer Woche koteten immer noch einige weiss, es war noch eine Behandlung Notwendig. Ich hätte gerne mit Flubenol Pulver behandelt, bekomme aber in der Apotheke nur die Paste, beim Pulver brauch ich ein Tierärztliches Rezept. Ich wollte es auch deswegen weil ich Planarien im Becken entdeckte. Das Medikament Concurat®-L 10% ist bei uns auch nicht erhältlich. Nun meine Fragen:
Was ist soviel anderst an der Paste/Pulver Flubenol dass man ein Tierärztliches Rezept braucht?
Wie effektiv kann man mit Gyrodactol oder ähnlichen Medikamenten Würmer abtöten? Kann man Nematoden, Flagelatten & Co. überhaupt komplett ausmerzen?
Da gekaufte Guppys wenig an Widerstandskraft haben, möchte ich durch Kreuzungen und neuen Generationen diese wieder stärken. Wie lange kann das dauern, bzw. wieviele Generationen braucht es bis dieses wieder wie normale Fische reagieren?
Ist so eine Stärkung des Immunssystems überhaupt möglich? Oder sind Guppys einfach überzüchtet und man müsste Wildstämme einkreuzen?
Was ist für den sogenannten Kannibalismus bei Lebendgebärenden verantwortlich? Sind es Gene oder einfach Gewohnheit? Da meine Stämme durch Endler gekreuzt, nicht kannibalisch sind und die "normalen" Guppys aber schon.
Oliver Hochwartner
Veterinär



Alter: 48
Tierkreiszeichen: Affe
Anmeldungsdatum: 28.12.2004
Beiträge: 24
Wohnort: 1230 Wien, Schwarzenhaidestrasse 41
Fische: 75

Status: Offline

BeitragBeitrag #5 vom 30.12.2004 - 01:45  Titel:  Ich bitte Oliver, sich selber kurz vorzustellen, und schon k

Hallo Zierfischforum,

wie ich sehe ist es höchste Zeit den Gong zur ersten Runde aufzunehmen und mich einmal kurz selber vorzustellen.
Zuallererst möchte ich mich aber bei Jürgen für die Einladung zu diesen "Gesprächen" bedanken! Für mich kam sie sehr überraschend und ich freue mich natürlich sehr über diese Gelegenheit, mit Euch über die Themen der Krankheitsprophylaxe und -bekämpfung bei Zierfischen diskutieren zu können.
Nun ein paar Sätze zu meiner Person:
Die Begeisterung für Fische, deren aquatischen Lebensraum und in weiterer Folge für Aquaristik wurde durch einen meiner Onkeln bereits in der Kindheit geweckt. Mein erstes selbstrenoviertes, uraltes, eisengerahmtes 40 l Becken konnnte ich als 11 Jähriger mit Wasser befüllen. Seitdem begleiten mich Aquarien in verschiedensten Grössen und mit unterschiedlichster Besetzung durchs Leben.
Mit 18 jahren kam ich von Oberösterreich nach Wien, wo ich heute noch lebe, um mit dem Veterinärmedizinstudium zu beginnen. An der Veterinärmedizinischen Universität gab es bis vor kurzem auch das Institut für Fisch-und Bienenkunde, wo ich nach Abschluß des Studiums meine Doktorarbeit zum Thema "Modell eines Fischgesundheitsdienstes in der Steiermark" begann. Mittels dieser Arbeit wurden die Rahmenbedingungen und Aufgaben der tierärztliche Betreuung von Karpfenteichwirtschaften und Forellenzuchten in Österreich dargestellt. Gleichzeitig ergab sich die Möglichkeit der Mitarbeit am Institut, ich konnte daher alle Aspekte der Fischpathologie und Aquakultur von Grund auf kennenlernen. Zu dieser Zeit kamen auch die ersten Koi zu uns ans Institut, für mich als Tierarzt eine sehr interessante Herrausvorderung: im Gegensatz zur Bestandsbetreuung und den diagnostischen Tötungen der Nutzfische war nun plötzlich Individualbetreuung und Diagnostik an einem zum Haustier gewordenen Zierfisch, der plötzlich alle Untersuchungen überleben sollte, notwendig.
Patienten von Seiten der Aquariener waren natürlich auch immer wieder dabei, jedoch leider nie sehr häufig vertreten. Im Laufe dieser "Gespräche" würde es mich persönlich sehr interessieren zu erfahren, warum Aquarienfische verhältnismäßig selten den Weg zum Tierarzt finden?
Nach Abschluss meiner Doktorarbeit wurde ich zum Mitglied der Prüfungskommission für den Fachtierarzt für Fische.
Aus reinen Managementüberlegungen der Universitätsleitung ist das Institut für Fisch- und Bienenkunde vor einem Jahr leider von der Klinik für Geflügel übernommen worden (Stichwort: Orchideenfächer). Letzten April entschied ich mich daher als FTA für Fische in Wien selbstständig zu machen, nachdem ich auch eine Anstellung in einem internationalen Pharmkonzern angenommen hatte.
Soweit zu meiner Vorstellung, die Fragen werden in den nächsten Tagen nach und nach beantwortet.

Liebe Grüsse,

Oliver
Jürgen
Team Zierfischforum
Team Zierfischforum



Alter: 48
Tierkreiszeichen: Affe
Anmeldungsdatum: 31.01.2003
Beiträge: 4903
Wohnort: Innsbruck
Fische: 8382

Status: Offline

BeitragBeitrag #6 vom 30.12.2004 - 02:07  Titel:  

Anmerkung: der Wirkstoff von Gyrodactol ist Tosylchloramid-Natrium 3H20. Das Präparat ist frei verkäuflich.

Den Beipackzettel gibts hier nachzulesen: * Einloggen, um Links zu sehen

Lg
Jürgen
shary
Mitglied
Mitglied





Anmeldungsdatum: 13.12.2003
Beiträge: 1282

Fische: 6050

Status: Offline

BeitragBeitrag #7 vom 30.12.2004 - 09:09  Titel:  

Oliver Hochwartner meint:

Patienten von Seiten der Aquariener waren natürlich auch immer wieder dabei, jedoch leider nie sehr häufig vertreten. Im Laufe dieser "Gespräche" würde es mich persönlich sehr interessieren zu erfahren, warum Aquarienfische verhältnismäßig selten den Weg zum Tierarzt finden?


hi
ich hab vor ca. 1 jahr mal versucht in wien einen tierarzt zu finden, der sich mit zierfischen auskennt... leider erfolglos... sowohl von der tierärztekammer als auch von der vet-med bin ich nur an eine handvoll niederösterreichische und burgenländische tierärzte verwiesen worden, die sich mit teichwirtschaft beschäftigen...
lg shary
Oliver Hochwartner
Veterinär



Alter: 48
Tierkreiszeichen: Affe
Anmeldungsdatum: 28.12.2004
Beiträge: 24
Wohnort: 1230 Wien, Schwarzenhaidestrasse 41
Fische: 75

Status: Offline

BeitragBeitrag #8 vom 31.12.2004 - 00:19  Titel:  Was bewirkt das Salz da

Hallo Peregrin, liebe alle,

grundsätzlich beschreibt Jürgen im Forum/Zierfischforum/Zierfischkrankheiten und Plagegeister/Therapeutischer Gebrauch von Salz/ die Anwendungsmöglichkeiten von Salz sehr gut, ich werde daher versuchen, die Beantwortung Deiner Fragen auch ergänzend/korregierend zu diesem Beitrag zu gestalten.

Die Anwendung von Kochsalz (NaCl) an Süßwasserfischen ist für mich ein ideales Beispiel für Paracelsus berühmten Spruch "Allein die Dosis machts".

Es gibt daher für den Einsatz von Kochsalz 3 Dosierungs-/Anwendungsbereiche:

Die ganz geringen Dosierungen von 40-50g/m³=1000 l (0,04-0,05 g/l) als Dauerbad über mehrere Wochen bei vorhandener Nitritbelastung im Aquarienwasser, wobei jeglicher Messbarer Nitritwert (Filter nicht eingefahren/abgestürzt, Überfütterung, Überbesatz) in Abhängigkeit von der Einwirkungsdauer eine Belastung für die Fischgesundheit darstellt. Im Dauerbetrieb darf kein Nitrit im Aquarienwasser nachweisbar sein! Um Fischen die Zeit bis zur endgültigen Nitritfreiheit zu erleichtern (Zeitdauer bis der Filter "gestartet ist": meist 6-7 Wochen) muß in Abhängigkeit vom gemessenen Nitritwert sehr verhalten bis gar nicht gefüttert werden, häufig "geringe" Mengen Wasser gewechselt werden (10-20% alle 1-2-3 Tage) und eben besagte Menge NaCl dem Wasser immer beigefügt werden.
Da Süßwasserfische ständig große Mengen Harn ausscheiden müssen, haben sie auch einen hohen Ionen (=Salz) verlust, den sie über die Kiemen ausgleichen müssen. Bei Vorhandensein von Nitrit wird dieses statt anderen Salzen über die Kiemen gesammelt und bewirkt in den roten Blutkörperchen der Fische eine Veränderung des sauerstofftransportierenden Hämoglobin zum Methämoglobin. Methämoglobin kann keinen Sauerstoff mehr aufnehmen; es kann seine Funktion nie mehr erfüllen, da diese Umwandlung irreversibel ist. Die Fische leiden an einer "inneren Sauerstoffnot". Bei vorhandensein von NaCl wird dieses jedoch bevorzugt an den Kiemen aufgenommen, verdrängt also das Nitrit und entschärft vorübergehend die Nitritproblematik für die betroffenen Fische.

Die mittleren Dosierungen von 0,2-0,5% ( 2-5 kg/m³ bzw. 2-5g/l) als Dauerbad für 1-2-3 Wochen dienen der allgemeinen Unterstützung/Entlastung des Stoffwechsels und Immunsystems [z.B. während Erkrankung, zur Rekonvaleszenz oder nach Stresssituationen aller Art (z.B. Fischtransport und Du steckst unerwartet mit Deinem Auto für lange Zeit im Megastau, bis die Fische ins Aquarium kommen liegen sie nur mehr flach atmend auf der Seite....)] bzw. der Wundheilung.
Diese Dosierung wirkt nach dem Motto: gönn Deinem Fisch auch mal einen Erhohlungsurlaub.
Aufgrund des osmotischen Druckes strömt ja ständig Wasser - in erster Linie über die Kiemen - in den Süßwasserfisch ein, das über die Nieren wieder ausgeschieden werden muß. Durch das Aufsalzen des Umgebungswassers wird das osmotische Druckgefälle verringert und dadurch werden die Organsysteme entlastet. Die so gewonnene Energie kann Fisch nun in seine Erholung investieren.
Wichtiger Aspekt der Wundheilung beim Fisch: bei geringster Zerstörung der Schleimschichte der Haut (=wichtige osmotische Barriere) beginnt Wasser über diese osmotische Lücke sofort in die umliegenden Hautzellen einzudringen, diese beginnen aufzuquellen, werden also mechanisch massiv beeinträchtigt/zerstört. Für Fische ist es daher wesentlich schwieriger Verletzungen u. Wunden abzuheilen als für Landlebewesen! Auch hier hilft Salz durch Verringerung des osmotischen Druckgefälles, Verletzungen schneller abzuheilen. Ebenso wird das Hautepithel (=oberflächliche Zellschichte) kompakter, was die sekundäre Besiedelung mit Bakterien und Pilzen verhindern hilft.

GRUNDSÄTZLICHES zu NaCl Dauerbädern:

NaCl sollte Jodfrei und ohne Rieselzusätze sein, Meersalz aus Aquaristik ist sehr gut

Fische vertragen den Wechsel von gar keinen/niedrigen Salzgehalt zum aufgesalzten Wasser in der Regel problemlos. Vorsicht wenn umgekehrt, hier können Schäden leicht auftreten (plötzliches Aufquellen der Epithelzellen) (Händlerproblematik)!
Zum Abschluss des Bades besser 3 x 20% jeweils im Abstand von 2-3 Tagen gewechselt als einmal 66%!

Natürlich sollte man bei "Weichwasserfischen" vorsichtiger dosieren und agieren

Vorsicht bei Filterung über Zeolith, wenn Zeolith stark mit Nitrit abgesättigt ist kann es durch NaCl zu verstärkter Freisetzung des Nitrit und zu plötzlich massiver Verschlechterung der Wasserqualität kommen


Die hohen Dosierungen von 1-2-3% (10-20-30 kg/m³ bzw 10-20-30g/l) als Kurzzeitbad für 10-20 Minuten haben auf Fische den Effekt, dass Sie dieses Bad als höhere Lebewesen im allgemeinen ohne Folgeschäden überstehen. Um sich zu schützen beginnen sie von Haut und Kiemen vermehrt Schleim abzustoßen, was einer mechanischen Reinigung entspricht: einzellige aber auch höhere Ekto- (Außen)parasiten werden regelrecht abgestoßen und einzellige Parasiten zumeist auch abgetötet (Entzug von Zellflüssigkeit). Das ist aber auch schon alles. Es gibt mit Sicherheit keine tödliche Wirkung auf höhere Parasiten wie Haut- u. Kiemenwürmer, Läuse oder Egel. Die lassen maximal locker und fallen ab.

Wichtig: Die Schleimzellen der Fische erschöpfen sich bei diesem Vorgang, daher nie öfter als 2-3 mal im Abstand von 2-3 Tagen hintereinander durchführen, sonst entwickelt der Fisch einen "Hautschleimmangel". Nach Abschluß des Bades die Patienten in frisches Wasser umsetzen, Badewasser verwerfen, da Parasiten nicht immer sicher abgetötet werden.

GRUNDSÄTZLICHES zum Kurzzeitbad:

vor JEDER Manipulation (z.B. Transport, therapeutische Bäder, Aquariumgrossputz,.....) Fische IMMER 2-3 Tage vorher und 1-2 Tage nachher NÜCHTERN lassen!!!!

bei Kurzzeitbädern immer gut belüften, Aquarienwasser verwenden, Fische die ganze Zeit beobachten und bei massiven Anzeichen der Unruhe oder wenn sie sich auf die Seite legen sofort umsetzen!


Ich bin NICHT der Meinung, dass die hier beschriebenen Salzkonzentrationen/-bäder eine dauerhaft abtötende Wirkung auf Bakterien und Pilze haben; die Summe der beschriebenen Effekte hilft den Süßwasserfischen lediglich mit diesen in der Regel (und auch in der Praxis) erst SEKUNDÄR auftretenden Krankheitserregern besser umzugehen.

Schlußbemerkung
Grundsätzlich gilt für Fische das gleiche wie für alle anderen Lebewesen auch:
Zeit ist nicht nur kostbar sondern meist Lebensrettend;
keine Wirkung ohne Nebenwirkungen;
Therapieversuche sind allzuoft verlorene Zeit und Schwächung des/der Patienten durch unnötige Nebenwirkungen;
daher ohne vorhergegangene Diagnose keine gezielte Therapie.

Euch allen Prosit Neujahr und guten Rutsch nach 2005!

Oliver
masterperegrin
Pfingstochs



Alter: 35
Tierkreiszeichen: Hahn
Anmeldungsdatum: 02.06.2004
Beiträge: 706
Wohnort: Kierling
Fische: 34

Status: Offline

BeitragBeitrag #9 vom 31.12.2004 - 00:38  Titel:  

Na bumm, das ist eine Woscher-Antwort! Danke, die werd ich glaub ich erst morgen lesen, da ist die Aufmerksamkeit höher...
Jürgen
Team Zierfischforum
Team Zierfischforum



Alter: 48
Tierkreiszeichen: Affe
Anmeldungsdatum: 31.01.2003
Beiträge: 4903
Wohnort: Innsbruck
Fische: 8382

Status: Offline

BeitragBeitrag #10 vom 31.12.2004 - 00:49  Titel:  

Hallo Oliver,

du hast in deinem ausführlichen Posting zwei Punkte angesprochen, die vielleicht etwas ausführlicher besprochen werden können.

Zum einen die Empfehlung, unjodiertes Salz zu verwenden. Ich erinnere mich an Meinungsbildner im ehemaligen Zierfischforum.de (oder aktuellen anderen Foren), die dessen Verwendung als 'unbedenklich' eingestuft hatten. Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich im Forum darüber mal meine Gedanken zusammengefasst und versucht Argumente zu finden, die gegen die Verwendung von jodiertem Speisesalz sprechen.

Meine Frage: warum unjodiertes Meersalz, welche Erkenntnisse sprechen aus vet.-med. Sicht gegen die Verwendung von jodiertem Speisesalz?

Jürgen meint:
Nachdem weder Jod noch Blausäureverbindungen in den Zuflüssen des Amazonas oder den Weichwassergebieten Asiens (mal von Brackwasserbereichen in Mündungsgebieten abgesehen) in diesen Konzentrationen natürlich eingetragen werden dürften oder im Wasser nachweisbar sind, grenzt die nicht hinterfragte Verwendung von einem oder beiden der angesprochenen Inhaltsstoffe an ein aquaristisches Experiment mit offenem Ausgang, wobei die augenfällige Unschädlichkeit nicht beweist, dass es nicht doch zu Folgeschäden beim Süsswasserfisch (auch im Hinblick auf folgende Nachzucht-Generationen) oder der microbiologischen Aquarienflora/fauna kommen könnte.

Man könnte geneigt sein eine derartige Vorgangsweise durchaus vorsichtig als "Versuch" zu bezeichnen, der beim Fisch durch Reizung der empfindlichen Schleimhäute (Blausäureverbindung!) möglicherweise sogar Schmerzen hervorruft. Mag schon sein, dass das weit hergeholt ist; aber solange das Gegenteil nicht erwiesen ist sollte man normales jodiertes Speisesalz m.E. nicht verwenden, nur weils billiger ist, mittel- oder kurzfristig keine negative Summenwirkung der enthaltenen Hilfsstoffe auftritt und die Fische nicht dagegen protestieren können.
* Einloggen, um Links zu sehen
Könntest du auch einzelne Punkte in meinen Überlegungen, die dir auffallen, kommentieren?

Meine zweite Frage: Du hast geschrieben, dass man Fische vor jeder Salzbehandlung ausnüchtern sollte, 2-3 Tage vorher und auch danach. Warum sollte man das machen, was sind die physiologischen Hintergründe dazu?
Ist es nicht schwierig, bei einer unterstützenden Behandlung im Falle von Ektoparasiten (einzelligen oder mehrzelligen Hauttrübern), die sich rasant vermehren können und innerhalb dieser 2-3 Tage bereits massiv (mit möglicherweise tödlichen Folgen) auftreten, diese Fastenzeit überhaupt einzuhalten, oder bezieht sich diese Fastenzeit dann eher auf die unterstützende Behandlung von Karpfenläusen, Diplozoen oder Lernea sp.?

Lg
Jürgen
Beiträge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Auf Beitrag antworten    Zierfischforum.at Foren-Übersicht -> Medien Forum Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8  Weiter
Seite 1 von 8

 Ähnliche Themen   Antworten   Themenstarter   Ansichten   Letzter Beitrag 
Keine neuen Beiträge Ankündigung: [im Gespräch]: Dr. A. Kremser, DRAK Aquaristik 35 wklotz 48789 05.12.2004 - 20:49
Drakon Letzten Beitrag im Zierfischforum anzeigen
Keine neuen Beiträge Ankündigung: [Im Gespräch]: Werner Klotz 34 Jürgen 45439 15.10.2004 - 13:22
wklotz Letzten Beitrag im Zierfischforum anzeigen
Keine neuen Beiträge [Im Gespräch]: Herr Rhein, Elektroniker 10 Jürgen 11796 06.11.2005 - 18:01
Jürgen Letzten Beitrag im Zierfischforum anzeigen
Keine neuen Beiträge ? im Gespräch ? 3 Markus G. 11428 10.12.2004 - 13:31
ManniAT Letzten Beitrag im Zierfischforum anzeigen
Keine neuen Beiträge [Im Gespräch]: Mister x 14 Jürgen 14664 28.09.2004 - 18:56
ManniAT Letzten Beitrag im Zierfischforum anzeigen
Thema übersetzen:  

Impressum | Gruppen | Team | Nutzungsbestimmungen  Zierfischforum.at Themen RSS feed | Zierfischforum.eu
Aquarium-Datenbank 2005 | Aquarium-Datenbank 2006 | Aquarium-Datenbank 2007

Powered by phpBB © phpBB Group
© 2003-2016 Zierfischforum.at