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wklotz
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BeitragBeitrag #11 vom 30.09.2004 - 13:48  Titel:  

Hallo ingo!

inku meint:


** gibt es ueberhaupt Bestrebungen (bzw. auch den Willen dazu) den Taxonomieprozess zu standardisieren ? (sodass verschiedene Wissenschaftler ein und das selbe Individuum auch derselben "Art" zuordnen.)

Natürlich, die Arbeit die die Systematiker zielt auf eine möglichst der biologischen Wirklichkeit enstprechenden Einteilung hin. Auch auf eine Vernetzung zwischen morphologischen Kennzeichen, fortpflanzungsbiologischen Erkenntnissen und der Genetik. Die systematsiche und taxonomische Stellung der meisten Arten sind auch mehr oder weniger unumstritten. Aber es gibt (bei den Süßwassergarnelen, über andere Tiere bin ich nicht in der Lage zu antworten) immer noch Arten und Artengruppen, deren Stellung nach wie vor strittig oder unklar ist, wie z.B. die nilotica Artengruppe oder Arten um C. babaulti.

inku meint:

** Als Einschaetzung ; wie hoch liegt Deiner Meinung nach der Prozentsatz an korrekt klassifizierten Tieren im Aquaristikhandel ? Dies wuerde ja eigentlich eine lueckenlose Herkunfts- und Brutaufzeichnung in "artenreiner" Aufzucht bis zur dementsprechenden Logistik bedingen was ich mir bei den Preisen und der Herkunft aus fernoestlichen Massenzuchten absolut nicht vorstellen kann.
Insofern haben praezise Artenangaben im Gegensatz zur Gattungsangabe ja doch eher weniger Berechtigung ?


Auch hier muss ich mich auf die Süßwassergarnelen beschränken, bei Fischen u.Ä. bin ich viel zu wenig eingelesen.
Praktisch alle im Handel erhältlichen Garnelenarten tragen Fantasie- bzw. Handelsnamen. Zu den wenigen Ausnahmen gehören die Amanogarnele C. japonica und wenige Macrobrachium Arten. Einige der Zwerggarnelenarten, die unter "wissenschaftlichen" Artbezeichnungen angeboten wurden oder werden, wie Neocaridina serrata, Caridina ceylanica oder Palaemon scarletti erwiesen sich als völlig falsch bezeichnet.
Für mich Grund und Ansporn genug, zu versuchen, möglichst viele im Handel angebotene Tier zuzuordnen.
Bei einigen Arten (Bienengarnele, Crystal Red, Grüne Zwerggarnele, Streifengarnele, mehrere Rückenstrichgarnelenarten, Rote Nashorngarnele, Gelbe Nashorngarnele, Weiße Nashorngarnele, Riesenfächergarnele, Molukken- Radargarnele, Ringelhandgarnele(n), White Pearl, Schneeflockengarnele und einigen anderen Macrobrachium Arten ist dies bereits Mitgleider der AGW gelungen, andere werden in den nächsten Monaten folgen.
Hier ist aber besonders die Zusammenarbeit mit den Importeuren und Großhändlern gefragt. Unser Ziel wäre es, jede neu importierte Art zu bestimmen, bevor die Tiere in den Handel gelangen. Nur wenn die Garnelen bereits in den Bestelllisten der Großhändler richtige Bezeichnungen tragen, können die Tiere auch im Zooladen richtig angeschreiben werden.
Bei den Fischen besteht heute für ernsthafte Aquarianer heute kein Zweifel mehr daran, dass unterschiedliche Fischarten auch unterschiedliche Ansprüche an Wasserparameter wie Ionenkonzentrationen, Temperatur, pH Wert, Strömungsverhältnisse oder die Vergesellschaftung mit anderen Arten stellen. Bei den Wirbellosen wird im allgemeinen aber die Meinung vertreten, diese Parameter wären für diese Tiere "nicht so wichtig". Wenn man sich nun die Bedingungen in den natürlichen Biotopen der einzelnen Arten ansieht und beobachtet, wie einzelne Arten dort ganz spezielle Lebensweisen entwickeln und in einem Gewässer nur an ganz bestimmten Stellen zu finden sind, ist diese Einstellung nicht aufrecht zu erhalten. Fächergarnelen sind in der Natur z.B. nur an schnell fließenden, weitgehend vegetationsfreien Bächen mit grobsteinigem Untergrund zu finden. Nur dort finden sie Voraussetzungen, die sie für ihre spezialisierte Nahrungsaufnahme benötigen. Solche Tiere in einem fast strömungsfreien Gesellschftsbecken, womöglich zusammen mit Fischen, die ihnen ständig an den Fühlern und Fächerfingern zupfen zu halten, ist reine Tierquälerei. Um Aussagen über das Verhalten und die Ansprüche der einzelnen Arten machen zu können, ist es aber notwendig, zu wissen, um welche Art es sich handelt und aus welchen Gewässern die Tiere ursprünglich kommen. Angaben wie "Garnele aus Indien" sind da zu wenig.


inku meint:

** Wie beurteilst Du die Rolle der Evolution und Lebensraumspezialisierung auch aufgrund dessen Veraenderung (zB durch den Menschen) beim Verschieben dieser Grenzen ? Um es vielleicht besser zu formulieren : Wie schnell entwickelt sich eine Garnelenart so weit durch "normale" Umwelteinfluesse um aus der urspruenglichen Klassifizierung "rauszufallen" ?


Über die Geschwindigkeit mit der evolutionäre Prozesse ablaufen bzw. die Frage in welcher Zeitspanne sich die Bildung neuer Arten durch Anpassung an geänderte Lebensumstände abläuft ist schon viel geschrieben worden. Im allgemeinen geht man davon aus, dass ein solcher Prozess sich in tausenden bis zig-tausenden Jahren abspielt.
In der Natur ist die Zahl der Nachkommen einer Art so geregelt, dass am Ende des Lebens eines Elternpaares etwa wieder ein Paar Nachkommen die Sexualreife erreicht. Durch die hohe Sterblichkeitsrate der Nachkommen wird ein möglischst hoher Grad des Genaustausches innerhalb einer Population erreicht. Durch diesen Genaustausch und die hohe Sterblichkeit unter Einzeltieren werden spontane Mutationen und andere Veränderungen weitgehend ausgemerzt und gemeinsame Merkmale einer Art bevorzugt weitervererbt. Dadurch laufen evolutionäre Prozesse in der Natur sehr langsam ab. Anders ist die Situation möglicherweise bei den Bedingungen im Aquarium. Durch die viel niederigere Sterblichkeitsrate von Nachzuchten im Aquarium kommt es (unter Umständen sogar züchterisch bewusst gefördert) vermehrt zur Verpaarung derr Nachzuchten mit den Elterntieren oder Geschwistern. Dadurch werden auftretende Mutationen mit viel größerer Wahrscheinlichkeit weitervererbt. Ob und ab welchem Grad soche züchterischen Veränderungen zur Bildung neuer Arten führt, ist wiederum Gegenstand evolutionsbiologischer Diskussionen.

mfg Werner



wklotz
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BeitragBeitrag #12 vom 30.09.2004 - 15:13  Titel:  

Hallo Jürgen!

Jürgen meint:

mit deiner Arbeit auf der Uni bist du sicher schon seit den Anfängen des Internets dabei.


Im Forschungslabor, in dem ich damals gearbeitet habe, haben wir 1984 unseren ersten PC gekauft. Schon damals wurde uns von seiten der Unileitung ein bestimmtes System vorgeschlagen, mit dem Ziel die Computer zu einem Netzwerk zusammenschließen zu können. - dem Vorläufer des heutigen Internets.

Ich habe damit die Entwicklung vom rein textbasierten Netzwerksystem bis zum heutigen Multimedia-www miterleben können.
Dabei habe ich auch viele Aquaristik relevante Seiten, Foren und newsgroup erleben dürfen aber auch wieder verschwinden erleben müssen, wei unlängst das deusche Zierfischforum.

Es gibt natürlich einige Top-Adressen die sich über Jahre als hilfreich erwiesen haben. Allen voran möchte ich die Suchmaschine Google nennen, besonders auch die Möglichkeit, die archivierten Beiträge aus dem usenet, vor uns allem jene aus der newsgroup de.rec.tiere.aquaristik zu durchsuchen. Diese ng ist für mich jahrelang tägliche Lektüre und Treffpunkt mit anderen Aquarianern gewesen. In den letzten Monaten aber ist durch Quertreiber denen Anonymität und Redefreiheit jenseits jeglicher Grenzen des Anstandes wichtiger sind als qualifizierte Beiträge auf der einen Seite und Stammposter, die es nicht lassen können auf die gebetsmühlenartig wiederholten Beiträge ersterer wieder und wieder zu antworten auf der anderen Seite, fast unlesbar geworden. Viele erfahrene Aquarianer die mit ihem Wissen die ng zur ersten Adresse für Aquarianer im deutschsprachigen Teil des Internets gemacht haben, schreiben heute nicht mehr in der drta oder schauen nur noch sporadisch vorbei.
Zum Glück sind viele der alten Beiträge auf den Seiten eines drta-Archives:* Einloggen, um Links zu sehen gesammelt und geordnet worden. Eine Seite, die ich jedem Anfänger aber auch Fortgeschrittenen empfehlen möchte. Zu 95% aller in der Aquaristik auftretenden Fragen dürften dort Antworten zu finden sein.

Als Garnelen-Spinner muss ich natürlich auch die Seiten der AGW* Einloggen, um Links zu sehen und die neuen Seiten von Chris Lukhaup und Reinhard Pekny:* Einloggen, um Links zu sehen mit den berauschend schönen Fotos von Chris nennen.

Zu den schönsten Erlebnissen mit Hilfe des Internets gehören sicher die Kontakte zu anderen Aquarianern wie den Leuten aus der drta, zu Andreas Karge, Chris Lukhaup und anderen, mit denen ich seit Jahren fast täglich Kontakt habe und sich Freundschaften entwickelten, bei manchen ohne die Person jemals gesehen zu haben.

Das bisher enttäuschendste Erlebnis hatte ich mit einem deutschen Geschäftsmann, welcher von mir und anderen im Internet pupliziertes Material kopiert und mit eigenem Copyright versehen über ebay verkauft.

mfg Werner
Jürgen
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BeitragBeitrag #13 vom 01.10.2004 - 18:22  Titel:  

Hallo Werner,

Ein Zoologe hat mich mal darauf hingewiesen, dass Amerikanische Krebse, beispielhaft Procambrus clarkii, mitverantwortlich für die Verbreitung der Krebspest seien, da praktisch ständig mit dem Erreger infiziert.
Mich würde interessiereh, ob du die Haltung und den Verkauf dieser Krebse aus diesem Grund ebenfalls ablehnst, ob da was dran ist an der Sache und ob du selber bei Garnelen oder Krebsen schon mal Krankheiten beobachten und - vielleicht - diagnostizieren konntest.

Dann erlaube ich mir nachzufragen, ob - und gesetzt den Fall - wann wir mit einem Buchtitel aus deiner Feder rechnen können, oder ob du diesbezüglich keine Ambitionen hast.

Schönes Wochenende!

Grüsse,
Jürgen
wklotz
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BeitragBeitrag #14 vom 04.10.2004 - 10:13  Titel:  

Hallo Jürgen!

Jürgen meint:


Ein Zoologe hat mich mal darauf hingewiesen, dass Amerikanische Krebse, beispielhaft Procambrus clarkii, mitverantwortlich für die Verbreitung der Krebspest seien, da praktisch ständig mit dem Erreger infiziert.
Mich würde interessiereh, ob du die Haltung und den Verkauf dieser Krebse aus diesem Grund ebenfalls ablehnst, ob da was dran ist an der Sache und ob du selber bei Garnelen oder Krebsen schon mal Krankheiten beobachten und - vielleicht - diagnostizieren konntest.



Dass verschiedene amerikanische Krebsarten als Überträger der Krepspest in Verruf gekommen sind ist bekannt. Deshalb müssen sie aber nicht unbedingt auch aus den Aquarien verbannt werden. Bei verantwortungsbewusster Pflege und entsprechenden Hygienemaßnahmen kann eine Verbreitung des Erregerpilzes in heimische Gewässer mit Krebsbeständen durchaus vermieden werden. Strikt abzulehnen ist ein Aussetzen von Krebsen in natürliche Gewässer, wenn sich die Tiere im Aquarium als "rüpelhafte" Pflanzen oder Fischfresser herausstellen oder man die Tiere beim Auflassen eines Aquariums "entsorgen" möchte. Auch von einer Haltung im Gartenteich würde ich abraten, da die Tiere in feuchten Nächten erstaunliche Distanzen über Land zurücklegen und so in heimische Gewässer gelangen könnten. Ein einzelner amerikanischer Krebs kann so durchaus Millionenschäden am Besand heimischer Arten anrichten. Eine Übertragung der Pilzsporen durch Wasserwechselwasser dürfte, so dieses ordnungsgemäß über eine Kläranlage entsorgt wird, oder, wie ich es beim "Abwasser" meiner Becken mit Neocaridina denticulata mache, zum Gießen von Topf- und Balkonpflanzen Verwendung findet, ausgeschlossen sein. Nach ca. 5 Tagen ohne Wirt sterben die Sporen des Krepspesterregers Aphanomyces astaci ab. In der Praxis ist ein Verständnis für diese Vorsichtsmaßnahmen aber leider nicht bei allen Aquarianern gegeben. Chris Lukhaupt´s "Krepsexpeditionen" durch Süddeutschland im heurigen Jahr haben in vielen Gewässern den Nachweis von exotischen Krebsarten erbracht. Für viel dieser "Besatzmaßnahmen" dürften Aquarianer verantwortlich sein, da die gefundenen Arten keine Bedeutung für die Aquakultur haben. Das Hauptproblem dürfte aber nach wie vor Besatzmaßnahmen mit amerikanischen Krebsarten durch Gewässerbewirtschfter der Fischerei sein. Hier herrscht mancherorts noch immer die Meinung: einheimische Arten können sich sowieso bei uns nicht halten, weil wir die Krebspest in unseren Gewässern haben, also besetzten wir eben mit resistenten Arten.

Die Diagnose von Krankheiten an Garnelen ist sehr schwierig. Außer der sogenannten "Brandfleckenkrankheit" und Parasiten an Wildfängen habe ich bisher keine speziellen Krankheiten diagnostizieren können. Für den Nachweis vieler Erreger sind spezielle Verfahren notwendig, die mir als Laien nicht zur Verfügung stehen.
Bereits mehrfach habe ich Garnelen zugesannte bekommen, die lt. den Haltern an einer "Pilzerkrankung" leiden. Schon mit bloßem Auge erkennt man bei solchen Tieren einen feinen "pelzigen" Überzug an Teilen des Körpers, vor allem im Bereich der Fühler und Beine. Bisher konnte ich aber noch nie eine Pilzerkrankung finden, bei diesen feinen Fäden handelt es sich in der Regel um Kolonien von Glockentierchen, die für die Garnele keine negativen Auswirkungen haben dürften.
Für den Tod von Garnelen im Aquarium dürften in den überwiegenden Fällen Vergiftungen mit Schwermetallen oder zu hohe Temperaturen in den Sommermonaten verantwortlich sein.

Jürgen meint:

Dann erlaube ich mir nachzufragen, ob - und gesetzt den Fall - wann wir mit einem Buchtitel aus deiner Feder rechnen können, oder ob du diesbezüglich keine Ambitionen hast.


Ich möchte die Haut des Bären nicht verkaufen, bevor er geschossen ist Zwinker
Es gibt aber Gespräche zwischen Andreas Karge, Chris Lukhaup und mir bezüglich eines Buches über Süßwassergarnelen. Ein Erscheinen noch in diesem Jahr kann ich aber mit Sicherheit ausschließen.
In Papierform gibt es von mir inzwischen nur den Artikel über einige wichtige Arten im "Aquaristik Fachmagazin", aus dem inzwischen eine Artikelserie, die mindestens noch die nächsten 2 Ausgaben betreffen wird geworden ist.

mfg Werner
Jürgen
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BeitragBeitrag #15 vom 06.10.2004 - 10:02  Titel:  ... noch ein paar Fragen

Hallo Werner,

Was sind deine 3 (Fach-) Literatur-Favoriten, zu denen du regelmässig greifst?

Welche 3 Buchtitel würdest du einem Anfänger, und welche einem fortgeschrittenen Aquarianer empfehlen?

Lg
Jürgen
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BeitragBeitrag #16 vom 06.10.2004 - 11:15  Titel:  

Hallo Jürgen!

Au weh, erwischt Zwinker

An Aquaristik Fachliteratur habe ich nur eine uralte Ausgabe der Mergus daheim.
Bücher über Aquaristik besitze ich sonst überhaupt keine, jene Bücher, die ich gelegentlich in Buchhandlungen oder Leihbüchereien zur Hand nehme, sind für meinen Gebrauch nicht tiefgehend genug.
Für mich ist da das Internet mit seiner Informationsfülle und einigen sehr guten Seiten viel nützlicher. Besonders interessante Seiten drucke ich mir aus und hänge sie mir in einem Ringordner ab.

Speziell zu Garnelen gibt es bisher sehr wenig (allgemeinverständliche)Fachliteratur. Die Bücher von Gonella und Werner sind speziell was die Nomenklatur betrifft überholt, aber zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Werke war dazu eben noch fast nichts bekannt. Dem Interessierten steht hier aber das Sonderheft "Garnelen, Krebse, Krabben & Co im Süßwasseraquarium" der Zeitschrift Aquaristik aktuell zur Verfügung.

mfg Werner
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BeitragBeitrag #17 vom 06.10.2004 - 18:47  Titel:  

Hallo,

Werner, im neuen Entwurf zum Österreichischen Tierschutzgesetz unterliegen Wirbellose Tiere meines Wissens überhaupt keinen besonderen Schutzbestimmungen, mal was die Pflege und Haltung von Süsswasser-Wirbellosen betrifft.

Der Geltungsbereich umfasst allerdings alle Tiere, natürlich. Es ist also gesetzlich verboten, einer Süsswassergarnele Leiden zuzufügen oder ein Tier ohne ersichtlichen Grund zu töten. Das Problem, das bei Fischen schon einen Umweg über die Haltungsbedingungen machen muss, um von einer Beeinträchtigung arttypischer Verhaltensweisen oder Lebensarten auf 'Leid' und auf die menschliche Definition 'Schmerz' bei einer Reaktion auf diese Haltungsbedingung oder externen repressiven Faktoren machen muss, gibt es also scheinbar bei Garnelen (um bei deinem Fachgebiet zu bleiben) nicht.
Zumindest sieht sie der Gesetzgeber nicht als relevant genug an.
Fängt Tierquälerei erst bei Wirbeltieren und ihren hochentwickelten Nervensystemen an, sind dafür cognitive Fähigkeiten des betreffenden Tieres Grundvoraussetzung? Wie 'intelligent' sind Garnelen überhaupt?
Welchen Ausdruck (wenn nicht Sachbeschädigung) könnte man für die mutwillige lebensverkürzende Beschädigung eines in menschlicher Obhut gepflegten Wirbellosen (Bsp. Garnele) wählen? Ist dafür die Bezeichnung Tierquälerei zulässig?

Lg
Jürgen
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BeitragBeitrag #18 vom 07.10.2004 - 08:25  Titel:  

Hallo!

Der Begriff der Tierquälerei ist für mich nicht an eine spezielle Ausbildung des Nervensystems, die Fähigkeit Schmerz zu empfinden und auf einen solchen Reiz zu reagieren oder gar auf die Fähigkeit "Gefühle" zu entwickeln gebunden.
Jedes mir bekannte Tier ist in der Lage auf verschiedene Reize wie zu reagieren. Schon niedere Tiere wie Nesseltiere oder gar manche einzelligen Lebewesen reagieren auf Berührungsreize mit einem sich zusammenziehen, welches zweifellos einer Schutzfunktion gleichkommt.
Garnelen sind in der Lage, auf opische Reize, Berührungen aber auch auf chemische Reize zu reagieren. Das kann meistens zu einer Fluchtreaktion, aber auch zu "positiven" Reaktionen führen. Meine Macrobrachium dayanum leben tagsüber versteckt in den unzähligen Spalten eines Schieferplattenaufbaues. Morgens und abends, wen ich zum Füttern an das Aquarium herantrete und die Abdeckung öffne, kommen etliche Tiere aus ihren Verstecken hervor, um möglichst viel vom Futter abzubekommen. Auch die stark ausgeprägte Sozialhierarchie, die wir bei den meisten Macrobrachium Arten kennen ( in einer Population von Tieren, z.B. einem Aquarium oder einem Wasserbecken in einem Bachabschnitt entwickelt sich nur ein bis zwei Männchen voll. Alle anderen männlichen Tiere bleiben in ihrer Entwicklung stecken und ähneln im Aussehen stark den Weibchen (sind dabei aber geschlechtsreif!)) deutet auf ein ausgeprägtes sensorisches System hin.
Werden diese Reize überstrapaziert, durch Überbesatz, oder Vergesellschaftung mit anderen Tieren, die den Garnelen ständig an den Antennen zupfen, aber auch eine Haltung unter falschen chemischen Bedingungen (auch der Ionenhaushalt der Wirbellosen Tiere ist ein aufwendiger , störanfälliger physiologischer Vorgang) führt das unweigerlich zu Stress und letztendlich zum vorzeitigen Ableben von solchen Tieren.

Auch ein solches, dauerhaftes Ausezten der Tiere in Stresssituationen ist für mich Tierqälerei. Hier ist aber in erster Linie die Verantwortung jedes Tierhalters gefragt. Der Gesetzgeber kann nicht jede Kleinigkeit gesetzlich, wie in Österreich üblich mit Sonderregelungen und Ausnahmegenehmigungen regeln.

Wenn ich Grindalwürmchen an meine Garnelen verfüttere oder Zwergbuntbarsche im Guppyaquarium halte um deren Nachwuchs zu dezimieren setze ich diesen Tieren bewusst einem Stress aus. Trotzdem dürfte niemand an der Sinnhaftigkeit solcher Prakitiken zweifeln.
Dass verantwortungsbewusste Tierhaltung nicht gleichzusetzten ist mit Tierquälerei zeigt sich auch in der viel höheren Überlebensrate und Lebenserwartung von in Aquarien gezüchteten Tieren. Ein Guppyweibchen kann in ihrem Leben mindestens 10-15 mal ca. 20 Junge bekommen. In der Natur würden unter normalen Bedingungen jedoch nur 2 der 200-300 Jungtiere überleben. Im Aquarium aber ein Vielfaches davon.
Wenn aber ein Aquarianer mehrmals im Jahr zum Zoohändler fährt um die durch regelmäßige "Totesfälle" im Aquarium entstehenden Lücken wieder mit "frischen" Fischen aufzufüllen ist dieses mit Sicherheit kritisch zu bewerten oder eine solche Haltung als Tierquälerei zu bezeichnen.


mfg Werner
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BeitragBeitrag #19 vom 07.10.2004 - 18:47  Titel:  

wklotz meint:
Wenn ich Grindalwürmchen an meine Garnelen verfüttere oder Zwergbuntbarsche im Guppyaquarium halte um deren Nachwuchs zu dezimieren setze ich diesen Tieren bewusst einem Stress aus. Trotzdem dürfte niemand an der Sinnhaftigkeit solcher Prakitiken zweifeln.


Hallo Werner!

Da mein Procambarus alleni sein Weibchen bereits getötet hat, war das Krebsbecken nun doch sehr leer. Daher habe ich vor etwa 10 Tagen einige Guppies dazugesetzt - bisher gab es keine Todesfälle, lediglich zwei kupierte Schwanzflossen und bereits Guppynachwuchs.
Wie würdest du diese Vergesellschaftung einschätzen - war das ein Fehler von mir, weil Tierquälerei, oder kann man so etwas tolerieren bzw. gar empfehlen?

Eine weitere Frage hätte ich noch:
Ich habe seit etwa einem Monat eine Gabun-Riesenfächergarnele im 240Liter-Gesellschaftsbecken und konnte nur sehr wenig kompetente Informationen dazu im Netz finden. Von Literatur ganz zu schweigen...
Kennst du Links, die Informationen zur Ernährung, Alter, Haltung dieser reizvollen Tiere beinhalten?

Danke für deine Antworten
LG
Irene
helmut
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BeitragBeitrag #20 vom 07.10.2004 - 18:50  Titel:  

Och Mensch, mein Frage in der Tiefe des Netzes verschwunden.

Ich mache es kurz:

Grüß dich Werner.

Wie weit kann man sich sicher sein, heute noch reine Arten im Handel zu bekommen.

Zugegeben, ein schlechtes Beispiel:
Ich habe mir eine "Futtergarnele" gekauft. Innerhalb eines halben Jahres fand ich unter den Nachzuchten:

Grüne, leicht Rote, rein Weiße und durchsichtige Nachkommen.

Gruß aus Karlsruhe
helmut
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