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Lebendfutter: Ansetzten, Vermehren, Verfüttern
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Auf Beitrag antworten    Zierfischforum.at Foren-Übersicht -> Allgemeines zum Thema Aquaristik
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Rebecca.
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BeitragBeitrag #1 vom 20.07.2014 - 20:00  Titel: Idee Lebendfutter: Ansetzten, Vermehren, Verfüttern

Hallo Ziffos,

heute möchte ich einmal einen Thread zum Thema Lebendfutter starten. In erster Linie ist er als "Bedienungsanleitung" für Neulinge auf dem Gebiet gedacht. Aber auch "alte" Hasen und Fortgeschrittene sind herzlich eingelagen hier mitzuwirken. (Meine Anleitung zeigt nur, wie ich es mache. Kein Anspruch auf die Ideallösung Zwinker ) Ich möchte einfach zeigen, dass Lebendfutter-Kulturen kein Hexenwerk sind und ein günstiges sowie qualitatives Futter darstellen.
Den Anfang machen Dauerinfusorien, Essigälchen, Mikrowürmchen und Grindalwürmer, da es die Kulturen sind, welche ich selber pflege. Ihr seid herzlich eingeladen eure Tricks, Tipps und Fragen hier anzumerken. Egal ob Handhabung, Aufbewahrung, Verfütterung, Probleme und Lösungen... Oder wie es meine Mutter sagen würde: Man wird so alt wie 'ne Kuh, doch lernen muss man immer zu. Zwinker Nur immer her mit euren Beiträgen Sehr froh!

An alle, die noch andere Lebendfutter-Kulturen halten. Über eine Vorstellung eurer Kulturen würde ich mich sehr freuen und würde das Ganze hier als "Nachschlage-Werk" absolut aufwerten.

Ich freue mich auf einen guten Erfahrungsaustausch mit euch. Feedback, Anmerkungen, Lobhuddelei und Kritik sind erwünscht Smile

Rebecca

*******************************

*** Dauerinfusorien ***

ideales Startfutter für frisch geschlüpfte Jungfische.
Damit sollen sogar die Aufzucht von Jungfische von eierlegenden Fischarten möglich sein. Die Dauerinfusorien sind etwas größer, als die des Heuansatzes und mit dem bloßen Auge gerade noch erkennbar. Das Besondere an ihnen ist, dass sie sich von einem Milchpilz ernähren, der im Ansatz enthalten sein muss. Dieser Milchpilz wird mit wenigen Tropfen Kondensmilch gefüttert. Der Ansatz braucht zur Vermehrung einen hellen und warmen Platz.
Werden zeitweise keine Dauerinfusorien benötigt, stellt man den Ansatz kühl und dunkel und stellt die Fütterung ein. 1-2 Tage bevor wieder Infusorien benötigt werden, gibt man wieder täglich 1-2 Tropfen in den Ansatz.
Zur Verfütterung schöpft man einfach die Infusorien ab oder benutzt eine Spritze zur Entnahme

Was man braucht:

- 1 Ansatz amerikan. Dauerinfusorien
- 1 leeres, sauberes Gefäß
- Wasser
- etwas Kondensmilch (zur Fütterung)

http://abload.de/img/1.wasmanbrauchtskko8.jpg

1. Wasser in ein sauberes Gefäß einfüllen

http://abload.de/img/2.wassereinfllenkijee.jpg

2. Ansatz mit Milchpilz

Am Boden kann man sehr gut den benötigten Milchpilz erkennen. Dieser muss unbedingt im neuen Ansatz mit rein.
Tipp: alten Ansatz verschließen, schütteln und dann etwas in den neuen geben. So bekommt man garantiert etwas vom Milchpilz in die neue Lösung.

http://abload.de/img/3.ansatzmitmilchpilz21kwq.jpg

3. neuer Ansatz mit Milchpilz

Fertig Grinsen

http://abload.de/img/4.neuekulturmitmilchpnnjgv.jpg


*** Essigälchen ***

Das nächst größere Lebendfutter stellen Essigälchen dar. Sie sind viel kleiner als Mikrowürmchen und können gut als Daueransatz gehalten werden. Essigälchen haben die Vorteil, dass sie im Wasser schwimmen und nicht direkt zu Boden gehen. Daher sind sie auch für oberflächenbezogene Jungfische geeignet.

1. Was man benötigt

- 1 Ansatz Essigälchen
- 1 leeres, sauberes Gefäß
- Apfelessig
- Wasser
- Zucker (zur Fütterung)
- Reagenzgläser u.ä. (zur Entnahme)
- etwas Filterwatte (zur Entnahme)

http://abload.de/img/1.wasmanbrauchtvnc77.jpg

2. Wasser in den sauberen Behälter geben

http://abload.de/img/2.wasserindenbehlterftfg4.jpg

3. Essig beimischen

Mischverhältnis zum Wasser 50:50.

http://abload.de/img/3.essigbeimischenvvitm.jpg

4. etwas vom Ansatz dazu geben

http://abload.de/img/4.ansatzdazumischen8bcni.jpg

5 . Deckel mit Löchern auf das Gefäß geben

Wichtig! Wenn möglich das Gefäß mit einem Deckel mit Löchern abdecken. Man kann auch Flaschen verwenden. Hier empfiehlt es sich feinmaschiges, aber luftdurchlässiges Gewebe über den Ansatz zu spannen. Der Grund dafür ist, dass der Obstessig Fliegen anlockt und diese öfters im Essig ertrinken und den Ansatz verunreinigen.

http://abload.de/img/5.deckelmitlchernl8d79.jpg

Damit wäre die Kultur fertig. Ab und zu kann man mit einer Prise Zucker füttern, um dem Ansatz neuen "Schwung" zu verleihen. Es bildet sich nacher einer Zeit auch eine Haut auf dem Ansatz. Ich schwenke immer das Gefäß kurz, damit die Haut reißt und so Luft an den Ansatz kommt.

Jetzt stellt sich nur die große Frage, wie verfüttern? Grübeln Man möchte ja nicht unbedingt den Esssig mit ins Wasser geben.
Hier verfahre ich so:

6. Entnahme der Essigälchen

Man braucht Reagenzgläser (oder ein anderes schlankes Gefäß), etwas Filterwatte, Wasser und etwas Kulturflüssigkeit. Die Reagenzgläser samt Halterung habe ich aus einem 1-Euro-Laden, hier werden sie als Schnapsgläser verkauft. Zwinker

http://abload.de/img/6.entnahmederessiglchmrc2x.jpg

7. Man gibt etwas aus der laufenden Kultur ins Reagenzglas

http://abload.de/img/7.ansatzinreagenzglasiuitc.jpg

8. setzt etwas Filterwatte darauf

http://abload.de/img/8.filterwattedazuxteii.jpg

9. und füllt mit klarem Wasser auf

http://abload.de/img/9.mitwasserauffllenwhixy.jpg

10. Warten bis zur Entnahme

http://abload.de/img/10.wartenbiszurentnahwsd3k.jpg

durch die Luftnot wandern die Essigälchen durch die Watte und können nach 1-2 Tagen samt dem sauberen Wasser entnommen und verfüttert werden.
Ich habe auch schon Kulturen gesehen, welche dauerhaft so laufen.


*** Mikrowürmchen ***

Mikrowürmchen, die nahen Verwandten der Essigälchen, sind ein gutes Aufzuchtfutter für junge Fische. Sie werden aber auch gerne von ausgewachsenen Salmler, Guppys und Zwergbuntbarschen gefressen. Die Mikrowürmchen schwimmen nicht im Wasser und sinken relativ rasch zu Boden. Hat man keine Bodenbewohner, sollte man die Menge der verfütterten Mikros im Auge behalten, da diese nicht lange im Wasser überleben.

Bei den Mikrowürmchen gibt es verschiedene Ansätze. Die besten Erfahrungen habe ich mit dieser Vorgehensweise gemacht:

1. Was man braucht

- 1 Ansatz Mikrowürmchen
- 1 leeres, sauberes und verschließbares Gefäß + Deckel mit Löchern
- gemahlene Haferflocken
- etwas Wasser
- etwas Hefe

http://abload.de/img/1.wasmanbrauchtm4kzo.jpg

2. Man gibt ein paar Löffel Haferflocken in das Gefäß

http://abload.de/img/2.haferflockeninsgefge0kpn.jpg

3. Mit Wasser wird ein Brei angerührt


http://abload.de/img/3.mitwassereinenbreih36kvc.jpg

4. Konsistenz

Bitte darauf achten, dass die Haferflocken noch quellen. Der Brei sollte eher dünnflüssig sein, als fest.

http://abload.de/img/4.mitwassereinenbreihvfjm1.jpg

5. + 6. neue Kultur animpfen

Nun braucht man etwas von einer laufenden Kultur oder Ansatz (hier rechts dargestellt )

http://abload.de/img/5.neuekulturanimpfen7fkfu.jpg

Zum Animpfen entnimmt man ein wenig was von der alten Kultur.
Ungefähr einen halben Teelöffel, mehr muss es nicht sein und verrührt die Kultur im neuen Ansatz

http://abload.de/img/6.neuekulturanimpfen5rjr8.jpg

7. + 8. Optional kann etwas Hefe dazu gegeben werden

Man kann etwas Hefe dazu geben. Meine Kulturen laufen mit definitiv stabiler und ergiebiger.

Auch muss es hier wieder keine Unmengen sein Smile

http://abload.de/img/7.zugabevonhefe2bkc2.jpg

http://abload.de/img/8.zugabevonheferzj9m.jpg

9. Verschließen der Kultur

Dieser Teil ist im Gegensatz zu den anderen Kulturen wichtig, da sonst die Entnahme nicht möglich ist.
In den Deckel bohrt man wenige(!) Luftlöcher. Warum? Der Ansatz ist leicht gärig (riecht nach Brotteig, zu mindestens wenn er noch gut ist Lachen ) dadurch entsteht eine Luftknappheit. Durch diese Knappheit wandern die Mikros an der Außenwand hoch, wo sie mit einem Pinsel o.ä. problemlos entnommen werden können.
Kriechen die Mikro nicht hoch, ist die Sauerstoff Zufuhr zu stark.
Kleben die Mikro bis an den Deckel, ist die Sauerstoff Zufuhr zu gering.

http://abload.de/img/9.deckelmitlchern1rk3m.jpg

10. Fertiger Ansatz

http://abload.de/img/10.fertigeransatztgk5a.jpg

11. Entnahme der Mikros

Nach kurzer Zeit wandern die ersten Mikros die Wand nach oben. Hier können sie gut entnommen werden. Es empfiehlt sich die Kultur erst einmal ein paar Tage stehen zu lassen, damit ein stabiler Stamm entstanden ist.
Die Kultur ist dann nicht mehr gut, wenn die Farbe ins dunkle/grüne abdriftet und der Geruch deutlich zu nimmt. Dann muss ein neuer Ansatz her und der alte entsorgt werden.
Ansätze die nicht so richtig wollen, kann man mit etwas Hefe auf die Sprünge helfen.

Auf diesem Foto erkennt man gut, wie die Mikros nach kurzer Zeit bereits wandern:
http://abload.de/img/11.laufendekulturh8je4.jpg


*** Grindalwürmer ***

Grindalwürmer sind größer als Mirkowürmchen und werden liebend gerne von ausgewachsenen Panzerwelsen, Salmler und Co. verspeist. Sie haben den Ruf sehr viel Fett zu enthalten, weshalb eine sparsame Verfütterung angeraten wird. Grindalwürmer sind ebenfalls wie die Mikrowürmchen schnell zu Boden.

Auch bei den Grindalwürmer gibt es verschiedene Methoden. Meine Grindals halte ich auf Seramis und habe gute Erfahrungen gemacht, deswegen stelle ich euch diese Methode vor:

1. Was man braucht

- 1 Ansatz Grindalwürmer
- 1 leeres, sauberes Gefäß + Deckel mit Löchern
- 1 Glasscheibe u.ä.
- Seramis
- Wasser
- gemahlene Haferflocken (zum Füttern der Kultur)

http://abload.de/img/1.wasmanbrauchtcrs6d.jpg

2. Seramis ins Gefäß füllen

es bietet sich an, das Seramis vorher auszuwaschen, um den roten Abrieb zu entfernen.

http://abload.de/img/2.seramiseinfllenl1smu.jpg

3. Seramis befeuchten

Die Kultur muss immer feucht gehalten werden. Benutzt man gerade gewaschenes Seramis, kann dieser Schritt entfallen. Dennoch sollte ab und zu kontrolliert werden, ob das Substrat noch feucht ist. Dies erkennt man gut, wenn sich das Seramis aufhellt. Es sollte aber auch kein Wasser im Ansatz stehen, da die Würmchen sonst ertrinken können. Zur Befeuchtung eignet sich gut eine Sprühflasche.

http://abload.de/img/3.seramisbefeuchtenmos5g.jpg


4. Animpfen der neuen Kultur

Aus der alten Kultur entnimmt man dafür einige Würmchen

http://abload.de/img/4.wrmchenauskulturavsw1.jpg

hierfür eignet sich wieder am besten ein Pinsel

http://abload.de/img/5.entnahmederwrmchennosi3.jpg

nun gibt man die Würmchen auf das neue Substrat

http://abload.de/img/6.neueransatzcosvf.jpg

5. Füttern der Kultur

meine Kulturen fütter ich mit gemahlenen Haferflocken.

http://abload.de/img/7.ftternzdset.jpg

Das Futter feuchte ich etwas an, weil die Würmchen gerne ihr Futter "nuckeln". Man kann auch das Futter mit Vitamintropfen aufwerten.

http://abload.de/img/8.futterbefeuchteni8sxk.jpg

6. Entnahme

Auf das Futter legt man eine kleine Glasscheibe oder etwas Vergleichbares. Bei mir müssen oft irgendwelche Deckel herhalten. Die Grindals sammeln sich unter dem Deckel, denn sie lieben das Futter und die Feuchtigkeit Satt und zufrieden Zur Verfütterung nimmt man einfach den Deckel und streift die Würmchen mit einem Pinsel ab. (wie in Schritt 4 gesehen).

7. Verschließen des Ansatzes

Es bietet sich an, den Ansatz mit einem Deckel mit Löchern zu verschließen. Das hat den Vorteil, dass das Substrat nicht so schnell austrocknet.

http://abload.de/img/9.neueransatz4ns83.jpg

Ein neuer Ansatz muss dann angelegt werden, wenn der alte zu stinken beginnt. Oft bildet sich dann auch eine dunkle, untere Schicht im Seramis.
Das alte Seramis muss man nicht wegwerfen. Ich gebe es in einen großen Kescher und wasche es gründlich aus. Dann trockne ich es bis zum nächsten Einsatz.

allgemeine Tipps:
- Am besten immer mind. 2 Kulturen betreiben, falls 1 Kultur plötzlich kippen sollte
- als Gefäße verwende ich eigentlich alles, was mir in die Hände fällt und als geeignet betrachtet wird: Eisdosen, Verpackungen von Eier/Wurstsalat, pfandfreie Flaschen, etc.
- eine Kultur kann etwas riechen, aber keine Kultur sollte stinken! Dann ist sie am kippen oder ist bereits gekippt.



Merlins
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BeitragBeitrag #2 vom 21.07.2014 - 00:30  Titel:  

Super gemacht, Rebecca! Super!

Habe diesen thread erst entdeckt/gelesen, nachdem ich in deinem anderen thread geantwortet habe.

LG
Dana

Hinzugefügt nach 20 Minuten:

Ich habe mal in einem anderen thread beschrieben, wie ich die Essigälchen entnehme/verfüttere:

Zitiertes Original-Posting ansehenMerlins meint:

Ich verfüttere die Essigälchen ganz einfach. Ich habe mir ein ca 10x10 cm Stückchen aus einem sehr feinen Organzastoff geschnitten. Das benütze ich als Sieb ( z.Bsp. einfach zwischen 2 abgeschnittene kleine Pflanzentöpfe klemmen).
Die Essiglösung gieße ich nach dem Sieben zurück in die Zuchtflasche. Das Organzasieb mit den Älchen gebe ich so wie es ist, direkt ins Becken, für einige Minuten, bis sich alle Älchen davon freiwllig lösen, oder bis die Fische die Älchen rausgepickt haben.
Warum Organza und nicht z.Bsp. Kaffeefilter, oder ein anderer Stoff? Weil das Gewebe feiner als ein Artemiasieb ist und weil der Stoff nur sehr geringe, vernachlässigbare Mengen Essiglösung aufnimmt/behält, sprich: das Aquawasser wird dadurch kaum belastet.

http://s1.directupload.net/images/130323/temp/xp5d2wqn.jpg

http://s14.directupload.net/images/130323/temp/d7qrj9bo.jpg

MfG
Dana
Hörnchen
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BeitragBeitrag #3 vom 21.07.2014 - 01:54  Titel:  

Super, danke für den informativen Beitrag!
ghhe
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BeitragBeitrag #4 vom 21.07.2014 - 08:28  Titel:  

Danke für diesen sehr guten Beitrag!
Rebecca.
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BeitragBeitrag #5 vom 21.07.2014 - 09:21  Titel:  

Hallo Dana,
Hallo Stephan,
Hallo Gerald,

erst einmal, dankeschön für das Lob. Schämen Ich freue mich, dass der Beitrag gefällt.

@Dana, super! Genauso ist es gemeint. Dankeschön für deinen Beitrag! Deine Methode finde ich auch gut, vorallem wenn es schnell gehen muss. Sehr froh!
Hans T
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BeitragBeitrag #6 vom 21.07.2014 - 10:40  Titel:  

Hallo Rebecca,

ich hab' zwar auch schon mal Lebendfutter gezüchtet, finde es aber super, daß Du das hier mal grundlegend beschreibst und andere es nachmachen können. Soweit ich sehe, hat so ein Thread wirklich noch gefehlt.

Eine Frage hätte ich: Wo bekommt man den Ansatz amerik. Dauerinfusorien / Milchpilz? Im Zoofachhandel ist es mir noch nie aufgefallen, kann man es nur über das Internet beziehen?

Ich weiß es echt zu schätzen, wieviel Arbeit Du Dir hier machst, Supersache, hoffentlich entwickelt sich der Thread noch lange weiter und wird kontinuierlich ergänzt.

Liebe Grüße
Tante Hans
Rebecca.
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BeitragBeitrag #7 vom 21.07.2014 - 13:05  Titel:  

Hallo Dana,

habe deinen Beitrag in meinem anderen Thread jetzt auch gelesen Lachen (Antworte dir nacher dazu Smile ) Wenn du nichts dagegen hast, würde ich die Passage mit dem Lebendfutter hier rein kopieren. Finde es nämlich gut zu zeigen, dass es verschiedene Wege gibt Sehr froh!
-------

Hallo Tantchen,

habe vorher tatsächlich geguckt, ob es diesen Thread schon gibt Lachen Aber dem Thema hatte sich scheinbar noch niemand angenommen. Schämen Danke, dass du meine Arbeit zu schätzen weißt Smile

Zu deiner Frage: Die Dauerinfusorien habe ich von privat bezogen. Selber habe ich sie noch nicht im Fachgeschäft gesehen. Höchstens Mal diese eingeschweißten Mückenlarven o.ä. Habe sie nur noch in einem Internetshop gefunden für 8 ¤ Verzweifelt Von Privat bekommst du die meistens um die 3 - 4 ¤.
Merlins
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BeitragBeitrag #8 vom 21.07.2014 - 19:39  Titel:  

Hi Rebecca,

ich werde versuchen das, was ich dir als "Profi-Lefu-Züchterin" geschrieben habe, etwas genauer zu beschreiben, so dass auch "Anfänger-Lefu-Züchter" was damit anfangen können. Vielleicht kriege ich auch 1-2 brauchbare Bilder hin.

LG
Dana

Hinzugefügt nach 5 Stunden 45 Minuten:

So, dann erzähle ich jetzt, wie es bei mir mit der Grindalzucht läuft.

Als Substrat habe ich sowohl normalen Seramis (wie Rebecca auch), als auch Orchideensubstrat (grobe Tonkörnchen gemischt mit Pinienrinde- gibt´s als Fertigmischung) ausprobiert.
Beides funktioniert etwa gleich gut, wenn man nur die Grindals betrachtet.
Ich habe aber schon seit fast 2 Jahren so gut wie keine reinen Grindalkulturen mehr.

So sieht eine etliche Monate alte Zuchtschale mit Orchideensubstrat aus:
http://s1.directupload.net/images/140721/nkhsb5zp.jpg


Ich füttere meine Grindals mit Bio 7 Korn Getreidebrei von Milupa, oder von Hipp. Anders als Haferflocken, die erst zerkleinert/gemahlen werden müssen, sind die Flöckchen im Getreidebrei bereits (Wurm)mundgerecht und schmelzen sofort.


Grindal - Springschwänze (Folsomia irgendwas) Kultur

In den Kulturschalen mit Orchideensubstrat haben sich neben den Grindals auch nicht springende weiße Springschwänzen etabliert.
Anfangs wusste ich mit den kleinen Viehchern nichts anzufangen (wie soll man auf Springschwänze kommen, wenn die Viehcher gar nicht springen?) und hatte Angst, sie könnten mir die Grindalzucht ruinieren. Inzwischen freue ich mich über den "Befall".

http://s14.directupload.net/images/140721/qwat7gaw.jpg

http://s1.directupload.net/images/140721/qwniawgf.jpg

Diese Springschwänze (Folsomia) werden von Fischen gerne verspeist, sind nur ca 1-2 mm groß und schwimmen lange auf der Wasseroberfläche. Sprich: ein super Futter für Jungfische.
Sie vermehren sich rasant in den Grindalschälchen und beeinträchtigen die Vermehrung der Grindals nicht all zu sehr, vorausgesetzt man entnimmt mehrmals die Woche welche.
Die Entnahme zwecks Fütterung ist kinderleicht, da sie an der kleinen Glasplatte wuseln, ebenso wie die Grindals. Sofern die Glasplatte nicht all zu dreckig ist, tauche ich diese direkt ins Aquarium rein. Ist die Platte zu dreckig, dann spüle ich sie in einer kleinen Schale aus. Die Springschwänze schwimmen oben, der Dreck und die Grindals sinken schnell. Man kann also die Springschwänze leicht trennen.
Inzwischen habe ich festgestellt, dass Springschwänze-Zuchtansätze nicht nur von Privatleuten, sondern auch von ein paar Firmen im Internet angeboten werden.



Grindal - Mikrowürmchen Kultur

Einige andere Grindalkulturen wurden bei mir irgendwann von Mikrowürmchen "infiziert" und funktionieren seitdem super, indem sich sowohl Grindals und Mikrowürmchen in derselben Zuchtschale munter vermehren. Das finde ich klasse, da ich dadurch die nervigen Mikrowürmchenschälchen komplett abschaffen konnte.
Jetzt versammeln sich die Mikrowürmchen in kleinen, kompakten Häufchen unter dem Glasplättchen, genau wie die Grindals (nur eben "disziplinierter") und ich kann sie mit einem Zahnstocher/Holzstäbchen von der Glasplatte bequem abstreifen und verfüttern.

Hier 2 Bilder vom Glasplättchen
http://s14.directupload.net/images/140721/35fi8di4.jpg

http://s1.directupload.net/images/140721/c474o9d7.jpg

MfG
Dana
Rebecca.
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Tierkreiszeichen: Schlange
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BeitragBeitrag #9 vom 21.07.2014 - 23:42  Titel:  

Hallo Dana,

dankeschön für deinen Bericht und die tollen Bilder Super! Super gemacht!

Meine Fragen zu deiner Methode:


1. Werden deine Ansätze mit der Zeit "schlecht" und müssen sie erneuert werden? Wenn ja, wie?
2. Meinst du die Mischkultur Grindal/Mikros funktioniert auch auf reinem Seramis
3. Stellst du deine Grindals auch dunkler? Meine mögen es gar nicht hell und übermässig warm auch nicht Smile
4. Nicht ganh ernst gemeinte Frage: schauen dich die Verkäuferinnen mittlerweile seltsam an, weil du schon seit Jahren Babynahrung kaufst? ;-p

@all: hat jemand Erfahrungen mit den sog. Walterwürmern? Die sollen der kleine Bruder dee Mikrowürmchen sein. Überlege, ob ich mir einen Ansatt holen soll. Quasi als Zwischenstufe zu den Essigälchen.
ghhe
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BeitragBeitrag #10 vom 22.07.2014 - 08:10  Titel:  

Kurze Zwischenfrage dazu: Hat schon jemand die Methode auf Schaumstoff ausprobiert wie es hier beschrieben steht:* Einloggen, um Links zu sehen ?
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