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Tipps und Kniffe rund um das Aquarium

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Mit einigen Tricks und Kniffen kann man sich das "Aquarianerleben" erheblich erleichtern und vereinfachen.
Vieles ist mit einfachen Hausmitteln herzustellen und muss nicht erst teuer erworben werden.



Amano-Garnelen (Caridina japonica) als Algenkiller im Aquarium

Die 'echte' Amano-Garnele, Caridina japonica, hat sich den Ruf 'Bester Algenfresser im Aquarium' zu recht verdient. Gefressen werden nahezu alle Arten von Algen, angefangen von Grünalgen, Bartalgen, Pinselalgen bis Blaualgen. Letztere stehen zwar nicht an allererster Stelle auf dem Speiseplan der Amanos, werden aber - in Ermangelung anderer Alternativen - auch verzehrt. Nur bei flächigen Algenbelägen, wie sie bei Kieselalgen auftreten können, tun sie sich schwer: sie können die hauchdünnen Beläge mit ihren Scheren nicht abzwicken, wie das bei lang- und kurzfädigen Algenarten der Fall ist. Hat man mit Kieselagen Probleme, bietet sich die Verwendung einer Osmose-Anlage bzw. die Vollentsalzung des Wassers zur Reduzierung des Slizium-Gehaltes (Hauptbestandteil von Kieselalgen oder Diatomeen) an. Auch ein Silikatfilter, der Silizium binden kann, hilft hier sicher.

Die Haltung von C. japonica im Aquarium ist denkbar einfach: ein leistungsfähiger Filter sorgt für kristallklares Wasser mit nicht zu starker Strömung, die Temperatur wird zwischen 23 und 26 °C eingestellt. Höhere Temperaturen werden von C. japonica nur schlecht vertragen. In heissen Sommermonaten sollte die Abdeckung daher angehoben werden, die Wasserverdunstung 'verbraucht' Energie, die u.a. aus dem Aquariumwasser bezogen wird und sorgt für den nötigen Kühleffekt. Andere Möglichkeiten, wie die Installierung eines PC-Lüfters, können ebenfalls die Temperatur wirksam um 3-4 °C unter Raumtemperatur abkühlen.
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Die Garnelen sollten in einer Gruppe im Aquarium gepflegt werden. Im Artenbecken kann C. japonica schon in einem 40x25x25 cm Becken gepflegt werden. In einem 60 cm Aquarium fühlen sich 10 - 12 Tiere sehr wohl. Der Fischbesatz muss so gewählt werden, dass die Garnelen nicht gefährdet werden. Gibt man zu grosse Fische ins Becken, die den Garnelen zwar nicht gefährlich werden (z.B. Mosaikfadenfische, Trichogaster leeri), werden die Amanos scheu und zeigen sich nur sehr selten. Überhaupt sind die Garnelen nach dem Einsetzen ins Becken erst einmal für einige Tage 'unsichtbar', v.a. wenn Fische im Aquarium sind. Gute Partner für die Vergesellschaftung sind alle Arten kleinerer Salmler und kleine Bärblinge.
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Zwergbuntbarsche der Gattungen Apistogramma und Nannacara können den Garnelen gefährlich werden, vor allem während der empfindlichen Häutungsphase. Also lieber auf diese Vergesellschaftungsform verzichten.
Ebenfalls ungeeignet in der Vergesellschaftung sind Kugelfische, Scalare, Discusfische, Ringelhandgarnelen, Krebse und die meisten Schmerlen. Mit jungen Prachtschmerlen klappt die Vergesellschaftung, wenn beide miteinander aufwachsen können, interessanterweise gut. >> Forum

Beim Neubesatz des Beckens kann man mit Schnecken und Garnelen beginnen: so hat man gleich an Beginn an in der sensiblen Einlaufzeit einen erfolgreichen Schutz vor Algen. Die Garnelen werden dabei erst eine Woche nach der Erstbefüllung eingesetzt, zuviel Frischwasser kann den Verlust der Garnelen zur Folge haben.

Die Einrichtung des Amano-Beckens kann nach den Gesichtspunkten eines 'normalen' Gesellschaftsaquariums erfolgen. Bei der Pflanzenpflege soll darauf geachtet werden, dass Speerblätter (Anubias sp.) beim Rückschnitt Pflanzensäfte absondern können, die die Amano-Garnelen möglicherweise nicht vertragen. Möglicherweise enthalten die Pflanzensäfte Kupfer oder Zinkverbindungen, beide schaden den Garnelen sehr. Dementsprechend muss auch beim Einsatz von Medikamenten darauf geachtet werden, dass diese ausdrücklich Wirbellosen nicht schaden und kein Kupfer enthalten.
Wenn man im Becken Ichthyophthirius multifiliis (Weisspünktchenkrankheit) bekämpfen muss, bietet sich dagegen als Alternative die Therapie mit Temperaturerhöhung auf 29 °C und der Zugabe von Salz an. Die kurzfristige Temperaturerhöhung und die Salzzugabe schaden den Garnelen nicht. Bei starkem 'Ichthyo' oder anderen Krankheiten empfiehlt es sich, die Fische aus dem Becken zu fangen und in einem Extrabecken zu therapieren. Von einer Behandlung im Gesellschaftsaquarium rate ich aus dem Grund massiv ab, weil bei Verwendung kupferhältiger Medikamente Reste ausgefallenen Kupfers (Kupferschlamm) im Bodengrund verbleiben. Dieses Schwermetalldepot schädigt auch Monate oder Jahre nach der Behandlung Garnelen, Welse und Schnecken. In diesem Fall hilft nur der komplette Austausch des Bodengrundes, auswaschen alleine ist nicht ausreichend, die Verwendung von Wasseraufbereitern beugt diesbezüglich auch nur einer Lösung des Kupfers als Cu²+ vor.

Sehr empfehlenswert ist das Einbringen einer Schicht aus Buchen-, Ahorn- oder Eichenblättern ins Aquarium. Neben dem dekorativen Effekt lösen sich aus den Blättern Fermente, Vitamine und Enzyme, die möglicherweise die regelmässige Häutung der Garnelen unterstützen und fördern. Die Blätter werden entweder als getrocknetes Fallaub gewonnen oder im grünen Zustand gepflückt und getrocknet. Nach dem 24 stündigen Einweichen in einem Kübel Wasser werden die Blätter ins Becken eingebracht und halten dort, je nach Wassertemperatur, 2 bis 4 Wochen, bevor sie sich zersetzen. Beim Zersetzungsvorgang ensteht in der Laubschicht ein eigener Mikrokosmos von Einzellern und Bakterien. Die Garnelen halten sich sehr gerne in diesem Bereich auf und durchsuchen die Blätter unermüdlich nach Fressbarem.

Die erfolgreiche Aufzucht von C. japonica scheiterte bisher an der optimalen Herstellung des Salzgehaltes und dem richtigen Futter. Obwohl sich die Amano-Garnelen im Aquarium regelmässig paaren und die Weibchen die Eier bis zum Schlupf tragen, sterben die Garnelenlarven nach wenigen Wochen ab. Die Gründe dafür sind nicht ganz geklärt, eine kleine Übersicht gibts hier im Forum.
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Eigentlich wollte ich in diesem kleinen Text nur kurz die 'Algenkompetenz' der Amano-Garnelen demonstrieren, und zwar am Beispiel einer komplett mit Pinselalgen befallenen Anubia congensis.
Hier mal die Bilder:

stark mit Pinselalgen befallene Anubia congensis

Die Anubia congensis war über und über mit einer Schicht aus Pinselalgen bedeckt.

Die Amano-Garnelen machen sich über die Pinselalgen her

Gleich nach dem Einbringen in ein 70 Liter Aquarium machten sich die Amano-Garnelen über die Pflanze her. Die Abbildung beweist auch, dass an dem Gerücht, Anubias könne man in Aquarien mit Amano-Garnelen nicht einbringen, nichts dran ist. Im selben Becken waren auch noch 'Red Crystal' Garnelen. Allerdings sind bei der betreffenden, in Steinwolle im Korb kultivierten Pflanze, bereits mehrere Wochen seit dem Kauf vergangen und sie war frei von Pestiziden, die in Wasserpflanzengärtnereien durchaus zum Schutz vor Schädlingen eingesetzt werden können.

dieselbe Anubia zwei Wochen später im Aquarium

Zwei Wochen später weist dieselbe Pflanze nur noch Reste von Algen an den Blatträndern auf, neue Blätter sind praktisch algenfrei. Die Pflanze ist gerettet! Wenn man jetzt noch die Bedingungen im Becken für den Pflanzenwuchs optimiert, haben Algen keine Chance mehr.

Grüsse,
Jürgen
10.06.2004

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