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Zierfischforum Wiki: Erlenzäpfchen ...

Erlenzäpfchen



Als Erlenzäpfchen bezeichnet man die Fruchtstände unserer heimischen Erlen, von denen wir drei
Arten unterscheiden können:


Die Schwarzerle Alnus glutinosa
Die Grauerle Alnus incana
Die Grünerle Alnus viridis


Letztere hat meines Wissens keine Bedeutung als Lieferant der Zäpfchen, kommt nur in recht hochgelegenen, zumeist kalkfreien Gebirgslagen vor,
wo sie die Rolle der Latsche übernimmt.


Botanisch gesehen stehen die Erlen in der Familie der Betulaceae – die sich auf deutsch Birkengewächse nennt.
Mehr botanische Hintergrundinfo finden wir auf wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Birkengew%C3%A4chse


Gleich auch der Link zur Beschreibung der Erlen: http://de.wikipedia.org/wiki/Erlen_%28Botanik%29


Nun zum praktischen Teil der Ernte der Zäpfchen.


Im ersten Schritt sollte man sich ein “Revier” zulegen – Erlen kommen in den allermeisten Fällen nicht einzeln, sondern immer als größere Gruppe bzw.
als ganzer Busch- bzw. Baumstreifen zumeist entlang von Fließgewässern vor.
Es macht Sinn, schon während des Spätsommers zäpfchentragende Bäume auszukundschaften.


Theoretisch kann man das ganze Jahr über Zäpfchen finden und ernten, es ist jedoch sehr mühevoll, zumal die Zäpfchen meist hoch oben hängen.
Liegen die Zäpfchen schon am Boden, sind sie meistens schon sehr ausgelaugt und haben fast keine Inhaltsstoffe mehr.


Gute Zäpfchen färben stark – da wird das Wasser richtig gelb.
Am gehaltvollsten sind die Zäpfchen natürlich kurz nach der “Reife” – bei uns in der Umgebung von Innsbruck ist das die Zeit um den Martini-Tag (11. November). Da kommen die ersten Fröste, die Erlen haben fast alles Laub abgeworfen und die Zäpfchen sind noch nicht alle braun.


Der zu dieser Zeit meist fallende erste Schnee kann sehr gut zum beernten von zäpfchentragenden Bäumen verwendet werden – denn durch den ersten Schnee werden immer wieder Äste oder ganze Erlenbäume abgebrochen oder bis zum Boden herab umgebogen.
Leider tragen nicht alle Bäume jedes Jahr Zäpfchen – deshalb ist es wichtig, dass man weiß, wo die Bäume stehen, die im jeweiligen Jahr Zäpfchen ansetzen.
Langer Rede kurzer Sinn: Wenn man einen Baum findet, den der Schnee umgedrückt hat, hat man als Normalaquarianer für lange Zeit ausgesorgt.


Die Zäpfchen werden nach dem Pflücken am Balkon/auf der Terasse zum Trocknen in Holzsteigen gegeben – dabei soll man sie nicht zu dick schichten.
In der Umgebung von Innsbruck leistet der «Fön» in Verbindung mit den letzten warmen Sonnentagen wertvolle Dienste.
Während des Trocknens werden letzte, noch grüne Zäpfchen braun, die Zäpfchen öffnen sich und der Samen fällt heraus.
Man soll den Samen gut rausschütteln, Erlen keimen auch im Aquarium und wenn man zu viele Samen drin hat, treiben dauernd irgendwo Erlenpflanzerln im Becken.


Getrocknete Zäpfchen finden dann im Aquariumwasser Verwendung.
Gängige Dosis für normale Gesellschaftsbecken: 1–2 Zäpfchen je 10 l Wasser und Woche.
Je mehr man nimmt, desto dunkler verfärbt sich das Wasser. Manchmal wird vor Überdosierungen gewarnt, ich sage dazu nur:
Keine Gefahr, es wird so dunkel im Becken, dass keiner auf die Idee kommt, mehr zu nehmen.


Die den Zäpchen nachgesagte PH-senkende Wirkung kommt wohl nur bei recht weichem/mineralarmen Wasser zum Tragen.
(KH 1 bzw. Regenwasser)
Fakt ist, dass man mit Erlenzäpfchen fröhlichere Fische hat – irgendwas ist sicher dran an der keimhemmenden und leicht fungiziden Wirkung.


Der bereits legendäre Link zu Peter Hiltkleins Seite mit den Erlenzäpfchen:
http://aquarium.hiltklein.de/erlenzapfen.php


Manche Aquarianer machen sich auch einen Erlenzapfensud – dazu nimmt man Zäpfchen und kocht sie mit Wasser eine zeitlang aus.
Da dieser Prozess sehr geruchsintensiv verläuft, sollte man das am besten im Freien machen – und berücksichtigen, dass der Topf hinterher auch nicht mehr zum Kochen in der Küche geeignet ist.
Mit dem Sud kann man bequem “tropfenweise” dosieren, angeblich muss man ihn im Kühlschrank aufbewahren.


 
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