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Zierfischforum Wiki: Ernährungsfehler ...

Ernährungsfehler bei Zierfischen


Ernährungsfehler bei Zierfischen führen oft erst nach einiger Zeit zu Problemen. Fische mit Fehlernährung neigen häufiger zum Befall von Schwächeparasiten und weisen oft chronische oder akute Darmentzündungen auf.
Im folgenden Artikel soll auf Ernährungsfehler und deren Folgen hingewiesen werden. Die Informationen dazu entstammen größtenteils dem Buch “Erkrankungen der Aquarienfische” von Roland Bauer (1991), das im Paul Parey-Verlag erschienen ist – ISBN 3–489–52016–5


Zu fetthaltiges Futter:


Wenn der Fettgehalt eines Futtermittels über 3% (für Pflanzenfresser) bzw. über 5% (für Fleischfresser) übersteigt, so besteht das Risiko, daß die Fische verfetten, insbesondere, wenn das Futter nur wenige ungesättigte Fettsäuren (z.B. Linolensäuren) enthält.


Kaltwasserfische, z.B. Teichfische, können unter einer Temperatur von 10°C keine gesättigten Fettsäuren mehr verarbeiten, was zu tödlichen Darmentzündungen führen kann – daher sollte die Fütterung bei derart tiefen Temperaturen möglichst eingestellt werden.


Aber auch bei normalen Aquarientemperaturen kann zu fetthaltiges Futter oft nur unzureichend abgebaut werden. Das führt dazu, daß Fett in die Organe, insbesondere in die Leber, eingelagert wird.
Futter, das wenige ungesättigte Fettsäuren enthält, kann zu reduziertem Wachstum, Blässe und zerfransten Flossen führen. Zudem werden solche Fische anfällig für Schwächeparasiten.
Ranzig gewordenes Futter kann zu Muskelschwund, Nierennekrosen, Blutbildveränderungen sowie einem gestörten Leberstoffwechsel führen.


Zur Vorbeugung gegen das Verfetten der Organe hilft fettarme, eiweißreiche und ballaststoffreiche Kost. Abgelaufenes Futter sollte nicht mehr verfüttert werden, jedoch kann Trockenfutter durch Einfrieren länger haltbar gemacht werden.


Zu kohlehydratreiches Futter:


Insbesonders für carnivore Fische (Fleischfresser) ist kohlehydratreiches Futter ungesund, da sie in der freien Natur üblicherweise eiweißreiche und kohlehydratarme Kost zu sich nehmen.
Auffällig für betroffene Fische ist oft das träge Schwimmen an der Wasseroberfläche und mitunter Nahrungsverweigerung. Die Immunabwehr wird geschwächt und der Fisch wird anfällig für Erkrankungen.
Die Leber der Fische kann bis zur dreifachen Größe anschwellen, da Glycogen eingelagert wird.
Sofern die Fische nicht bereits durch Schwächeparasiten angegriffen werden, sterben sie meist aufgrund der umfassenden Stoffwechselstörung.


Zur Vorbeugung sollten Fleischfresser lieber mit eiweißreichem Futter (z.B. Lebendfutter) ernährt werden.


Proteinmangel:


Proteinmangel kann verschiedene Krankheiten auslösen, da er auch einen Mangel an den wichtigen Aminosäuren impliziert. Aminosäuren sind lebenswichtig für den Organismus, da sie helfen Kohlehydrate und Fette abzubauen und viele andere Stoffwechselprozesse beeinflussen.
Betroffene Fische leiden oft unter Kümmerwuchs, Blutarmut, Trägheit, Wirbelsäulenverkrümmungen und geschwächter Immunabwehr.
Da Proteinmangel meist alle Organe beeinträchtigt, können neben Kümmerwuchs auch Unfruchtbarkeit und Blässe auftreten – er führt zum sicheren Tod der Tiere. Proteinmangel in der Jugendphase kann zu irreversiblem Zwergenwuchs führen, der nicht mehr zu beheben ist.


Als Prophylaxe gilt es eiweiß- und proteinreiches Futter zu verabreichen, z.B. Lebendfutter, Frostfutter und proteinreiche Trockenfuttersorten.


Vitaminmangel:


Vitaminmangel kommt fast ausschließlich bei sehr einseitiger Ernährung, sowie bei der Verfütterung von überaltertem Futter vor.
Charakteristisch für betroffene Tiere ist eine allgemeine Schwäche, eventuell auch Dunkelfärbung und Trägheit.


Eine abwechslungsreiche Ernährung hilft einem Vitaminmangel vorzubeugen.


Mineralstoffmangel:


Mineralstoffmangel ist bei Aquarienfischen sehr selten, jedoch kann es in Ausnahmefällen zu einem Jodidmangel kommen.
Jodidmangel kann, meist in Verbindung mit einer genetischen Prädisposition, zu einer Schilddrüsengeschwulst (Kropfbildung) führen, wobei die Schwellung die Kiemen und Kiemendeckel herausdrückt.


Auch hier hilft abwechslungsreiche Kost einem Jodidmangel vorzubeugen. Züchter sollten betroffene Fische aus ihren Zuchtreihen entfernen, da die Veranlagung zur Kropfbildung vererbt werden kann.


Salzhaltiges Futter:


Wenngleich frischgeschlüpfte Artemia ein sehr wertvolles Jungfischfutter darstellen, stellt sich die Frage, ob eine dauerhafte Fütterung salzhaltiger Futtersorten wie z.B. Artemia, aber auch Krill oder Mysis, nicht womöglich Schaden anrichten kann. Es besteht dringender Verdacht, daß eine sehr häufige Fütterung dieser Futtersorten dazu führt, daß die Nieren das aufgenommene Salz nicht wieder gänzlich abbauen können, was zur Verringerung der Lebenserwartung bei Fischen führen könnte.
Prof. Schmahl (Düsseldorf) konnte Nierenschädigungen infolge häufiger Verfütterung von Artemia salina bei Guppies feststellen:
http://www.bddclan.de/guppy/index.php?content=for2
http://www.bddclan.de/guppy/index.php?content=erke3


Probleme mit spezifischen Futtersorten:






Ich hoffe, daß so einige Ernährungsfehler aufgedeckt werden konnten – es kann nur inständig an den Aquarianer appelliert werden, sich über die Ernährungsbedürfnisse seiner Pfleglinge kundig zu machen und darüber hinaus Inhalt und Ablaufdatum der Futterdosen zu kontrollieren.
Der Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird bei Bedarf noch erweitert – ich bin daher dankbar für nützliche Informationen.


Mehr über die richtige Ernährung kann unter Ernährung Der Zierfische nachgelesen werden.


Irene Labner
irene.labner@aon.at


 
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